Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 4 (25.1.1848)
- Date
- 1848-01-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»Zs 29 alS das ,,boir komrfle^ Franzosen bedeuten wolle. — Es mag dem also sein! ja ich glaube selbst, daß diese Leute so gar Unrecht nicht habe», mit ihrer Definition. , ,Aber das thut meiner Gutmüthigkeit keinen Eintrag. — Weil ich aber so weich geschaffenen Herzens bin, so kann ich keinem Menschen, auch dem schlimmsten nicht etwas Uebles gönnen oder wünschen. — Und doch möchte ich den Redakteur eines gewissen Blattes zudenken; und stünde es in meiner Gewalt, ich ließe die Strafe auch mit der größesten Strenge in Vollziehung setzen. Es eristirt nämlich ein Blatt — geheißen: „JSrael. des 19. Jahrhunderts" — das sich bald vom Neckar, bald von der Donau, und bald vom Kocher aus, vielleicht auch von andern Gegenden aus, allerlei Berichte zuschicken läßt, *) die von un, fern würtembergischen, israel. Religionszuständen ein Bild entworfen, daß Einem so zu sagen die Haare zu Berge stehen. Und doch sind wir so schlicht und gerecht, daß wir gar nicht begreifen können, wie Hr. Dr. Heß dazu kommt, uns die Ehre zu. erzeigen, uns für seine Sinnesgenossen zu halfen, und uns liebend in seine Arme — welche Arme, wo ich nicht irre, einmal durch Herrn Dr., in der Judenzeitung abkvnterfeiet worden sind - zu schließen'! In einer seiner neuesten No., spricht der „Jsr." wieder voü einer Mehrheit in Würtemberg, die da fordert. Dieses und Jenes. Da heißt es von dem unschuldigen Kocher aus: „Wir fordern, wir fordern rc. rc." Sollte man nicht meinen, so man solche Sprache vernimmt, es sei eine, von der Mehrheit der Israeliten in Würtemberg Unterzeichnete, und amtlich legalisirte Vollmacht, deM Herrn Rabbiner zu Eisenach zugcschickt worden? Aber wir würtembergische Juden hegen solche Wünsche nicht; ja wir bezweifeln, ob der Einsender des Artikels vom Kocher, insofern er etwa ein Würtemberger wirklich wäre, sie hegt; glauben vielmehr, er habe dem Redakteur uur eine kleine Freude machen wollen/ wenn er ihn nicht absichtlich - schaffen hat. mystificirt hat, was Letzteres wir indessen nicht glauben. Weil aber Herr Dr. Heß, solcherlei aus unserem lieben Vaterland referirt, möchten wir eine recht nachhaltige und gewißlich wirkende Strafe über ihn verhängen Diese Strafe bestünde aber darin, daß er nur Ein Jahr in den verschiedenen Gemeinden Würtembergs zubringen müßte; wenn nämlich seine eignen Gemeinden über solch' eine längere Abwesenheit ihres Seelenhirten sich zu trösten wüßten, und ihm seine Besoldung doch ausbezaklen würden (denn wir möchten jenen keinen Kummer, und diesen keinen Schaden verursachen). In solch' einem Jahre nun hätte der Herr Redakteur des ..Israel." Gelegenheit, unser Benehmen bei ernsten, traurigen und freudigen Festen mit anznschauen; hätte auch Gelegenheit und Veranlassung, unser häusliches Religionsleben zu beobachten, und dann-mußten ihm die Schuppen von den Augen fallen! Er würde alsdann, vielleicht zu seinem großen Herzeleid mitansehen, wie heilig ünsere Sabbarhe uns sind und mit welcher strengen Ruhe sie gefeiert werden, er würde ferner sehen, wie wir unsere "'-.n, am zweiten wie am ersten Festtag, in gottgefälliger Freude und unter frommen Hebungen zubringcn, er würde die Thräncn fließen sehen, aber nicht zählen können, die an den besonders aber am IhI v geweiut werden, er würde sehen, wie ernst wir uns am 'v>3 schon auf die Bußtage vorbereiten, und wie ernst es uns am .-»"i und mit unserer ist, wie sie uns erhebt, beruhiget und kräftiget; er würde an einem selten eine Speise gereicht erhalten, am oder 'v'I, vor dem Vespcrgebet nur selten einen Juden tafeln sehen; ja er würde in keinem Hause früher seinen Kaffee mir Milch kredenzt erhalten, als bis wenigstens vier Stunden seit dem Genuß der Fleischspeisen verflossen sein werden. Ja gerade an der Kocher, woher er seinen letzten Bericht erhalten haben will, möchten wir ihn zu allererst hinschicken, und von da aus sollte er feinen Weg an die untere Jart nehmen, dann an der Tauberuüd Sechtagrund hinziehen und endlich sich'in den Schwarzwald begeben. Wenn er nun sein Jahr in den besagten Gegenden zugebracht hätte, würden wir ein Wörtlein