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Der treue Zionswächter · 1848-01-18 · 3 (18.1.1848) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
3 (18.1.1848)
Date
1848-01-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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»ZH S0 W. sich ihr entwinden könnte! Als ob man einer Confessio» wirklich zugehörte, obwol man Bekennrniß und Ordnung derselben mit Füßen tritt! Das Vrrhältniß des Menschen zur Gemeinde und das der Gemeinde zu ihren Gliedern wäre dann kein freies Verhältniß, sondern ein blind norhwendiges. Der Jude würde der jüdischen Glaubenögenossenschasr angehörcn, weil er sich in ihr vorfindet und von ihr wie einem Zauberkreis umspannt wird, und die Gemeinde wäre ihren Gliedern gegenüber rechtlos und wehrlos. Die Gemeinde wäre eine der Willkür preiegegebene Sklavin, und wer ihr angehört, ein Sklave in unlösbarer Fessel. s)ndcß har es in der Teerower Sacke mit der Verletzung einer Obliegenheit nach dem Urthcile des Dr. E. wol mchr viel auf sich. Wenn der N. N. liest, wie gering das Rcscripr die Ueberrrerung der alttestamentltcken Gesetze anschlägr, sofern man sie für nicht mehr verbindlich halt, so wird man ohne Zweifel folgern, daß er das Landcsrabbinat auf seiner Seite, oder dock nickr gegen sich hat. So wird das Rescript ein Freibrief für Alle, welchen das Gebot lästig ist. Und wäre das ein Unglück? wird Dr. E. fragen. Auf diese Frage schweige ich, nachdem er die vom is- Rescripr mir bitteren Sarkasmen über bas, was mir als Christen heilig ist, erwiedert hat. Mit gehässigem Seitenblick auf die christliche Taufe nennt er meine Beweise „wässerig," und das Wort der Schrift: Wir haben auch ein Osterlamm rc. (1. Cor. 5 7), vermissen, vamir sie der Bethciligung am Opferlamm fähig werden möchten." Mußte denn für den Zweck dieser Anschuldigung, die ich mir Abjcheu zurückweise, die christliche Versöbnungslehre verspottet werden, während ich jenes Nescript von israelitischem Standpunkte aus angegriffnn hatte? Von diesem Standpunkte ans behaupte ich gegen das Landrsrabbinat nach wie vor auf daS Entschiedenste, daß nickt die fleischliche Geburt, sondern die Deschneidnng den Juden zum vollberechtigten Mitglieds der israelitischen Gemeinde macht, daß wer die Veschneibunq grundsätzlich verwirft, zu allen Rechten und Fähigkeiten der Gemeinde die Stellung eines Nichtjuden har, und daß die willkürliche Selbstenrbmdung vom mosaischen Gesetz. welche daS Landrsrabbinat anpreist, Abfall vom Judenthume zu jenem Deismus ist, der zwischen Gottesgeist und Mcnschcngeist, Offenbarung und Zeirmeinungen. Entwickelung und Abfall nicht mehr unterscheiden kann. (Rostocker Zkq.) Rostock, den 28. Decbr. 1817. Delitzsch. Girre Reife in das würtembergische Unterland. Von Ulm. (Fortsetzung.) Um jene Ruine herum haben sich, in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts allerlei heimarhlose Leute, (deren Leben und Treiben Ritter von Langen in seinen Memoiren so naturgetreu beschreibt) angesie» delt. Zimmermann sagt in seiner Geschickte von Würtemberg so schön als wahr: ES ist eine Satyre der Geschichte, daß an der Stelle, wo ein so fürstliches Wohlleben und kaiserlicher Lu?us geherrscht, jetzt eine heimathslose Bertler-Colonie ihr Wesen treibt.*) Wir haben Flochberg nicht darum beschrieben, weit sels seines Geschickes merkwürdig ist, sondern darum, weil wir im Besitze eines Schuldbriefes sind, den Graf Anton von Hohen Baldern i. I. 1736 von Wien aus auf weitere 16 Jahre den Juden zu Oberdorf ausfertigte. und in welchem eS unter Anderm heißt: das Schuhgeld ist je auf Srmon Judäa an unser Rentamt zu Flochberg zu bezahlen. Unweit Flochbcrgs liegt die kleine ehemals freie Stadt Dopfingen, in welcher, wie aus der Zeitschrift „das Ries" zu entnehmen ist, und wie ein Schutzbrief v. I. 1432, der einem Juden Namens Moses Säckel ausgestellt wurde, beweist, einst auch Israeliten gewohnt haben. Doch scheinen sie nie so zahlreich gewesen zu sein, daß sie eine Gemeinde qebildet hätten; denn die Volkötradirion weiß von ihrem dortigen Aufenthalte nicht mehr, geschweige, daß man eine Stelle angcben könnte, wo Synagoge oder andere gemeindlichen Gebäude gestanden wären. Von Dopfingen aus führt die Straße nordwestlich nach Aufhausen, welches eine Viertclmeile von ersterem Orte entfernt ist. Etwa 300 Schlitte rechts der Straße zwischen Dopfingen und Aufhauscn, von den beiden Flüßchen Sechtach und Egar eingefaßt, am westlichen Fuße des 2200 Fuß über Meeresfläcke kegelförmig sich erhebenden verloschenen Vulkans Jpf, der wie eine gigantische Schildwache am Eingang deS Rieses, das er ganz überschauet, steht, liegt der große Marktflecken Oberdorf, in welchem, wie mir ein IS» Einfluß auch hier geltmd gemacht, und die beschriebt«^ Berg - Colonie fängt eben an, ein nützlicher Theil Ler Gesellschaft zu werden.

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