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Der treue Zionswächter · 1847-12-21 · 51 (21.12.1847) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
51 (21.12.1847)
Date
1847-12-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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,-^W 413 Feldherr der Delagerer schob eS aber auch auf, sich dort festzusetzen, und sie anzuzünden, bis er erst den Tempel zum Fall gebracht habe. Mehrere Mitglieder des Adels des Landes, welche in diesem StadttheileAcra wohnten, benutzten die Einnahme der Wälle, um sich den Römern zu ergeben Die Leute, denen daran gelegen war, in der VcrtheidigungauSzuharren. verbreiteten das Gerücht, Titus habe selber diese Abtrünnigen getödtet. Als der Fürst dieses gehört, befahl er dem Joseph, sie um die Stadt herum zu führen, um sie dem Volke zu zeigen. Die Juden waren noch Herren der Zugänge zum Berge Moria. Sw hielten dort Wachposten, welche durch die Truppen und die Maschinen aufder nördlichen Mauer deS großen Plateaus gedeckt wurden. Simon Zoras. dessen Abiheilung specirll den Stadrrheil des Berges Zion einnahm, behielt vollständige Freiheit mit Johannes von GiScala zu verkehren. Diese Volksführer In dem Augenblicke, wo die neue Belagerung beginnen sollte, stieg, auf Befehl, des T'tus, Zosephus auf die Trümmer in der Nähe liegender Wälle und wandte sich direct anJoyannes von Eft« kala, indem rr Gespräch mir Zeichen der Entrüstung und der Verachtung von sich. T«rus selbst lies sich herab, den Belagerten seine Ermahnungen zukommen zu lassen; er drohte Wie die Sachen nun einmal standen, konnte Jerusalem .sein Schwert nicht dem Feinde überliefern, so lange noch ein Stein seiner Mauern auf dem andern blieb. Zn jedem großen Geschick giebc es unvermeidliche Verhältnisse welche von den Gesetzen der Klugheit und von den gewöhnlichen Znreressen gar sich entfernen. Eine höhere Offenbarung verkündete der jüdischen Stadt, daß cs für sie nur ein einziges Mittel zur Rettung gäbe, um das unumstößliche Recht zu bewahren, gegen den Mißbrauch der Gewalt prvtestircn zu können; dieses Mittel bestand darin, daß man unterlag, ohne bezwungen zu werden und muchig auf dem Felde der Ehre starb. Die neuen zu erbauenden Terrassen waren für die Römer eine so unangenehme Arbeit, daß man, bevor man sich dazu entschloß, noch eine Ueberrumpelung versuchte, welche aber nicht gelang. Unter dem Befehl des Cerealis, ehemaligen Legaten des BcSpasian in den Feldzügen von Judäa und eines der erfahrensten Legionscheft, griff eine gewählte Mannschaft die Wache der Zuden in der Dunkelheit der Nacht an. Aberdie Belagerten waren aufmerksam, so groß auch" ihre Ermüdung und der Mangel an Nayrnngsmirreln sein mochte. Die auf dem Plateau vereinigten Milizen eilten herbei, um den Handstreich abzuwehren und ZokanneS von Giscala, wie Simon Zoras. waren überall tbäcig. TiruS beobachtete das Gefecht von dem Thurme der Festung Anronia. welchen man hatte stehen lassen. Man schlug sich Mann gegen Mann, acht volle Stunden hindurch bis zur Milre des Tages, da zogen sich die Römer zurück und gaben zvm vierten Mal der Nothwcndigkeir nach, wieder Terrassen zu bauen und neue Srurmböcke zu verfertigen. ' Während sie sich damit beschäftigten, erneuerten die Zuden ihre Ausfälle. Von der oberen Stadt kamen sie in die breiteste Stelle des Thales Josaphat, wo die feindliche Reiterei ihr Lager harte. Sie nahmen so viele Pferde fort, daß TttuS die Tcdeestrafe über jeden verhängte, welcher in Zukunft sich sein Pferd würde nehmen lasten. Es war das ein guter Fang für die Zuden, bei dem immer stärker gerren schon zwang, mit Begierde auch die ekelhafteste-, Substanzen zu verzehren. Johannes und Simon faßten einen noch kühneren Plan, und ihre Verzweiflung handelte bis zuletzt mir eben so viel Klugheit als Tapferkeit. Gegen die Nacht hin, als die Römer glaubten, sie könnten sich nun von den Anstrengungen des Tages erholen, fielen die Milizen des Tempekplateaus und der oberen Stadt durch die Thore und unterirdischen Gänge aus, welche nach dem Oelberge hin ausmündeten. Sie griffen heftig die Mauern und Verschanzungen an, mir welchen der Feind Jerusalem umgeben hatte. Das Gefecht wurde lange und hartnäckig und die Belagerten zogen sich nicht zurück, bevor sie nicht alle Kraft und allen Much erschöpft hakten, der in ihrer Seele wohnte. Bei dieser Gelegenheit erzählte man ein seltenes Beispiel von Kraft und Muskelgewandtheit eines römischen Reiters, Namens Pedanius; von seinem Pferde herab, soll dieser Mann während schnellen Reitens einen kräftigen und ganz bewaffneten jüdischen Milizsoldaten am Fuße gepackt und fortgetragen haben; er stellte den Gefan-

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