Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 50 (14.12.1847)
- Date
- 1847-12-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2625941-2626146-2626197--1211-2628821- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Erforschung über die 10 Stamme, deren Eristenz noch stets in ein mystisches Dunkel gehüllt erscheint, fortsetzen will. Ich unterhielt mich eine Weile mit ihm über den Zweck dieses seines Unternehmens so wie über den Weg, den er einschlagen wollte, und war er bereit, in den nächsten Tagen abzureisen. Da gelangte einige Tage vor seiner Abreise das hiebei angefügte Schreiben zu uns, womit wir uns überaus freueten, da dessen Inhalt uns ein wahrer göttlicher Fingerzeig in Bezug auf die Reise des jungen Mannes zu sein schien Deshalb verließ derselbe schon in den folgenden Tagen die heilige Stadt, nnd ging über Suez seinem Ziele entgegen. Es braucht wol kaum erinnert zu werden, daß der Reisezweck des jungen Arztes ein durchaus heiliger, ohne Nebenabsicht sei, was dadurch noch mehr erhärtet wird, daß derselbe durchaus keine pekuniäre Unterstützung in Anspruch nimmt, vielmehr mit hinlänglichen Mitteln zur Reise versehen ist, die ven einer betreffenden Gesellschaft aus Europa, die ihn zur Förderung des Zweckes aus das Uneigennützigste ausgerüstet, erhält. Jenes denkwürdige Schreiben aber, dessen Inhalt wir erwähnt, ist ans Bombay .-Ml üiö 3"' '3 und lautet folgendermaßen: Vor Allem muß ich Ihnen mittbeilen, daß ich in Aden, Provinz Jemen, war. Bor meiner Abreise ging ich mir einem Engl. Dollmctscber, um meinen Paß visircn zu lassen, zum Stadtgouvcrneur- Dieser bot mir einen Sessel und ließ sich mit mir in ein Gespräch über den Zweck meiner Reise ein. Ich sagte ihm, daß ich von abgesandt sei, um die freiwilligen Gaben unserer Bruder in Empfang zu nehmen. Worauf er: Weshalb gehst Du nicht zu Deinen jüd. Brüde-u. deren Wohnsitz seit Kurzem erst entdeckt worden, nnd der von hier durchaus nicht gar so sehr entfernt ist, da nur der arabische Meerbusen zu durchschiffen? Er erzählte mir nun, wie von dort bis Herar eine 30-tägige Landreise, und von Herar bis zu jenem jüdischen Staate nur eine 10-tägige Reise weit entfernt, wie dort eine jüd. Regierung, ein großes, bewaffnetes, jüd.Heer, wie Reichthümer, Handel und Staatsverfassung, aber vor Allem auch Synagogen nnd Gottes Wort dort anzutreffen seien. Ebenso erzählte er mir, daß in pb, China sich ausgedehnte jüd. Staaten befänden, ja sogar daß engl. Reisende dort von dem Strome pvIpv wie von etwas Bekanntem reden gehört. weshalb er auch den Auftrag gegeben, ihm von diesem wunderbaren Strome Wasser in einer Flasche mitzubringen. Freilich werde die Ausführung dieses Auftrages wegen der indeß wieder ansgebrochenen Streitigkeiten zwischen den Chinesen und Engländern fürs Erste wol noch verzögert werden; allein au der endliche» Nealisirnng desselben hege er keinen Zweifel. Noch erwähnte er mir, daß alljährlich auf Kosten der ostindischeu Compagnie große Entdeckungsreisen gemacht würden, und daß man so authentische Nachrichten über jene größer» Staaten erhalten habe. Auf alle diese Mitrheilungcn deS Gouverneurs batte ich nur zu erwiedern, daß zu einer so großen llnternchmnng weder meine Reisecasse hinrcichc, noch ich überhaupt dieselbe fürs Erste ohne Borwissen meiner Vorgesetzten und Absender unternehmen könnte. Zu gleicher Zeit erzählte mir ein Jude in Aden, Mi b"?' mit Namen und seines Gewerbes ein Goldschnndt, daß er alljährlich zur Zeit uusers Winkers, wo dort Sommer, im Monat .">32 nämlich, den arabischen Meerbusen durchschiffe und in der jenseitigen Umgegend, sich bis gegen Geschäfte halber, anfhalte und dann wieder nach Aden zuruckkehre. Da habe nun er, der ein überaus schriftkundiger Mann sei, ein Schreiben von einem Juden aus jenem Reiche (Abeseincs, das ihm je zu Gesiebte gekommen Auch tbeilte er mir mir, wie Karawanen von Herar nach seinem Wohnsitze, 25 Tagereisen entfernt, kommen, woselbst viele Juden wohnten. Darauf bar er mich um ein Schreiben, das er dorthin mit einer Karawane absenden wollte und die Antwort von Herar zurückzuempfangen. worauf ich aber crwiederre, daß in Herar keine Juden wohnen; indeß meinte er daß in Herar Kauften re seien, die mit jenen Juden in steter Verbindung ständen, die von ihnen Leinewand und Eisen kauften, welche Artikel sie nimr besäßen. Alles dies habe ich Ihnen nnr mirtheilen wollen,damit Sie es dem;'3f> 3->, so wie H:'- chn 3^ u. 'vr' mittheilen, damit diese die geeigneten Schritte vornehmen, um sobald als thnnlich einen eigenen Abgesandten über Suez nach Abessynien zu senden, damit über die dortigen jüdischen Staaten Zuverlässiges zu erfahren sei, was ich als den größten L'-i'p betrachte.