Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 49 (7.12.1847)
- Date
- 1847-12-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»W 887 -Zo fasser bisher leiteten, eben dieselben finden wir in obigem Werke wieder, oder richtiger, diese Geschichte ist nichts anders als der pragmatische Theil jenes genannten Buchs. Salvador spricht sich selbst darüber in der Einleitung dieses Geschichtswerkes aus, wo er sagt, daß die Juden sich durch einen unverwischbaren Charakter von Originalität vor allen Völkern ausze«chneten, die im Kampfe mit der mächtig über die Erde schreitende Roma unterlagen. „Die Söhne Abrahams, fahrt er fort, waren zu gleicher Zeit ein Volk, daS durch eine Idee, eine Schule zusammengehalten wurde, und ein Volk cle Lseto oder eine Nation. Ihr Widerstand harre im Allgemeinen seine Wurzel im Gebiete deö Geistes und sie vertrauten der Energie ihres Willens noch mehr, als der Macht des Schwertes. Sobald wir daher die Universaleroberer beflissen sehen, ihren politischen Staat zu brechen und die Mauern Jerusalems nüdcrzureißen, bietet die jüdische Schul-, einem freiwilligen Impulse folgend, der Welt das seltsame Schauspiel dar, daß sie sich selbst scheidet, um dem Feinde besser die Stirn Vieren zu können. Der größere Theil dieser Schule bleibt im Interesse der Zukunft dem Grundprinzipe des Hebraismus ausschließlich treu und denkt nur auf Verlheidigung; dies sind die eigentlichen Juden. Ein andrer Theil macht sich dagegen von allen zur Abwehr nörhigen Formen frei, läßt vom Principe nack, indenk»fic«rr sich mir fremden Glaubenefvrmen und organisirr sich so, daß er ein Werkzeug des Angriffs der Invasion w»rd. Sein (des jüdischen Volks) Elend muß aber nicht ausschließlich als ein Zeugniß, eine Buße seiner Unge» rechtigkeiten, der Demoralisirung und speeieller Unwissenheit genommen werden, sondern auch als Buße der Ungerechtigkeiten, der Unmoral und der Unwissenheit Anderer, bemerkt Salvador, und erwähnt als den Beweis, daß die Hauptquelle für diese Geschichten Josephus, die Erhaltung nur dem Umstande verdankte, daß das Mittelalter derselben eine ergiebige Nahrung seines Judenhasses fand. Aber die neue Zeit hat endlich auf ihre äußere Uebermacht Verzichter und sich wieder dem alten Prinzip vergleichend gegenüber gestellt. Der allgemeine Standpunkt des JudenthumS in unserer Zeit, sowok die strengen Anhänger der alten Lehre als die Bestrebungen der fortschreitenden Partei sprechen zu entschieden über diese seine Ansicht, als daß es einer Entgegnung bedürfte, die überdies bei dem vsrliegtnben Wirke nicht am rechten Orte wäre. Dasselbe trägt zwar die angegebenen Ideen Salvädors, allein er enthielt sich einer ausführlichen Verfolgung derselben und beschrankt sich in den meisten Thrilen auf das angenommene geschichtliche Gebiet. Hier har Salvador vortrefflich geakberret. Alkes benutzend, was in Geschichtsschreibern, Geographen und Dichtern jener Periode zerstreut war, har er die Menge einzelner Andeutungen und Nachrichten zu einer Ergänzung und Berichtigung des Josephns angewendet und ein klares, lebenswarmes Bild der politischen Verhältnisse in Jur däa und des Falls der Stadt gegeben, welche der letzte und zugleich als Gegensatz entschiedenste Punkt in dem Kampfe war, den der Occidenr gegen den Orient erhoben hakte, und dessen Schlußpunkt die Zerstörung Jerusalems wurde. Diese Bedeutsamkeit Jerusalems schildert Salvador in dem ersten Thcrle, wo er übcr den Tempel spricht. doppelten Ursprung, einen rechtlichen, aus dem sie die Kraf. ihres moralischen Widerstandes schöpfte, und einen facttschen, dem ihre physische und kriegerische Kiair entsprang. Jerusalem eristirre im jüdischen Gesetze vier Jahrhunderte schon bevor die Umstände erlaubt harren, den Plan dazu zur Ausführung zu bringen, bevor man den Platz zu seinen Mauern ausgesucht, es a'.s Cenkralstadt aufgebaur und dafür anerkannt harre. Moses war der moralische Gründer der Stadt und des Tempels von Jerusalem, David der ausführende milirairische Begründer dieser Stadt, wie Salomon der ausführende Baumeister seines Tempels. Die ersten Schritte der hebräischen Gesetzgebung die Natur der Stämme zu andern und umzubilden suchten. Mit Hülfe von Traditionen, welche Geist und Gemükh zugleich ergriffen, welche Vergangenheit und Zukunft berücksichtigten und mir Hülfe eines speciellen Gesetzes zur GebietSeintheiluna, verwandelte sie jene Stämme in das, was man heur zu Tage Provinzen oder Cantone nennt. Dann bemühte sich die Gesetzgebung, und daS ist die Grundidee zur Sradr Jerusalem, den Stammen ein gemeinschafrlicves Eentrum zu geben. Sie sicherte diesem Centrum eine so starke Kraft der Wirksamkeit und Anziehung zu, daß aus allen Familien, Cantvnen und Provinzen der Hebräer ein Rarionaittrper, ein compacter Staat, eine einzige Einheit, ein einziges Volk werden konnten.