Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 48 (30.11.1847)
- Date
- 1847-11-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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jener traulich verlebten'Stünden laut in meinem Herzen wicderyallt! -- Wohl denke ich der zeitweiligen Spaziergänge, die ich an Deiner Seite machte. mir lebhaften Farben stehen die Bilder vor meinem Geiste, wie w«r die grünen, lachenden Felder durchstreifte»', »md Dü mich auf die allmählige Entwickelung bceVegetariöu aufmrrks'M machtest. Ebenso — sägtest Du — ebenso entwickelt stch beö Menschen Geist und mit dem Geiste die Kinder des Geistes und des Herzens, die Dinge, zu welcher Gott sagt: gehe hier hin und dorr hin, schaffe hier und dorr und wirke heilsam überall in meinem Namen und nach meinem Befehle! Zch lauschte entzückt Deinen Worten! Sieh', es liegt zwischen jener Zeit und dem Jetzt ein Raum zehn langer Zahre, die Träume der Kinderzeir sind ausgelränmr und verflogen, die kahle, kalte Wi.kiichkeir ist da und mahnt mich ernst und dringend, Theil zu nehmen am Kampfe der Gegenwart. „Zu einer Partei mußt du schwören, willst du nicht als mussigcr Gaffer dastehen!" so heißt es jetzt im Judenthume. Es gilt einen Feind zu besiegen, und dieser Feind der deine Religion, diese ftste Burg. unternunr und in d>e Lust zu sprengen gedenkt, es ist — dein jüdischer Bruder. — Das, mein Lieber, das ist der brückende Gedanke, der mir Eemnerlast mein Herz beengt und belastet, so lange sie mir Anfechtungen und Anfeindungen von Außen zu kämpfen harre, konnte sie glorreich siegen, nun aber ihre Söhne selbst die Fackel des Aufruhrs und der Zwiespalt schwingen, nun da wird sie wol auch siegen, denn er, der Vater ist mir ihr im Bunde; aber welch ein trauriger Sieg ist der, den eine Mutter über das entartete Kind, so seine Gebärerin schlagen will, erficht! Traurig, mein Freund, sehr traurig stehen jetzt die Dinge »m Zudenrhume Die Wahrheit muß kämpfen gegen die Lüge, die sich den Schein der Hei iigkeic erborgt, und der Wahrheit, ach, der will sie voriügcn sic trage das altmodische Kleid längst vergangener Jahrhunderte, sie gehöre in die Rüstkammer der Vorzeit, und paffe mchr in das neunzehnte Zahrhundert! Nur die Lüge habe das Recht, in der Neuzeit Jünger im Zudenrhume zu weiden! — Doch die Wahrheit, die goiterfüllte, sie gicdk ihre Räche nicht auf, Lüge und Wahrheit, beide haben ihre Streiter, der Kampf wird hartnäckig und allgemein; auf der eiuen Seite eifert verhärtete Selbstsucht, und der Ehrgeiz, Reformatorsdes Zudenrhumgenannt zu werden, die Verfechter einer schlechten Sache an. daS ganze Terrain der religiösen Angelegenheiten für sich zu gewinnen, während auf der andern dje ^qunrnlß pnd Erkenntniß'der Äahr- und Ae.ckth^ir d^es KAstzs- U'sd soMir der he^ der. Murterrrligion in ihrer angestammten, gotlgeschaffenrn Fyrm die. Äotteskämpfer bestimmt, keinen Schritt zu» rück zu weichen. Der Streit >st. wie ich sagte, hark und allgemein. Wer doch den Ausgang sehen könnte! Sieh' nur, mein Theurer, wie ich vom Gange meiner Zdeen forrgezogen, mich so ganz vom Ausgangspunkte meines Briefes ablciten ließ. Der Freund wollte dem Freunde einen Frenndschafrsbrief schreiben, und es ist ein Referat der religiösen Angelegenheiten der Juden daraus geworden; aber so ist es bei min. Nur ein Gedanke an Jude und Iud-'Mhum, und ich bin hingerissen von seiner Stellung? — Nimm. Lieber, meinen innigsten Gruß mit der Versicherung meiner Freundschaft! Görr segne Dich und erhalte in meinem, in Del« nem und im Busen jedes Juden, der es dem Herzen und der Thar so wie dem Namen nach ist, rege und warm das Gefühl für dre heilige unverfälschte Religion und «hre angestammte Form!.'! Dein Freund Awraham Hübsch. ««--«ge aus den Rabbinifcheu Gutachten für die Beschueiduug rc. rc. (Als Mauufeript gedruckt.) Frankfurt, 1811. (Fortsetzung.) Zn dem Gutachten de- Herrn Rabbiner- L. Horwitz in Wien heißt es unter Andern» folgendermaßen : Kann derjenige, der die Defchneidung setn-S Sohnegänzlich außer Acht läßt, dennoch als gläubiger Z-raeljt betrachtet werden? Die Lösung dieser Frage findet sich zunächst in der Mischna (Abor. Abschnitt 3). Es heißt nämlich dorr: Rabbi Eleasar, der Mod-,», sagte: Wer geheiligte Dingt enrheiltger, wer die Festtage geringschätzr, wer