Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 47 (23.11.1847)
- Date
- 1847-11-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»ZH S81 Hz» : Deutschland ewig denkwürdigen Tagen iw den Ebenen Leipzigs, ein blutiger Kampf nach gekämpft wurde, der letzte auf deutschem Baden. Von der Fremdherrschaft ward Deutschland befreit. Juden kämpften mit den begeisterten Kampf und groß waren nach dem. .Siege die Versprechungen, die Hoffnungen auf Eisweiterung der Rechte und Aufhebung mancher drückenden Beschränkungen. Viel ist zwar auch seitdem geschehen, noch gar Vieles bleibt uns zu wünschen übrig. Oft noch ist der Bolksgeist gegen Israel gestimmt. So fiel mir denn auf meiner Wanderung ein, daß einer unserer größten Koryphäen des vergangenen Jahrhundert-, in seiner philosophischen Ruhe und in seiner Sprache der Sanftmnlh tröstend und beruhigend uus zurufr: „Schicket Euch, Ihr vom Hause Israels, in die Sitten und in die Verfassung des Landes in welches Ihr versetzt seid, aber haltet auch standhaft bei der Religion eurer Väter. —Steher unerschütterr aus dem Sra dorr, den Euch die Vorsehung angewiesen, und lasser alles über Euch ergehen, wie Euch Euer Gesetzgeber lange vorher verkündigt har." *) Haltet standhaft bei der Religion Eurer Väter Körper und Geist sind in uns vereint, so mögen wir bei den körperlichen Religivnsübungen des geistigen nicht vergessen. Mögen wir nicht in bloß leeren, äußeren, leblosen Andachrs- Empfindunqen sie durchdringen. Mägen wir aber auch nicht bloß in einseilige bloße Gedankenmenschen, und Verehrer im Geiste ausarten; denn solche Ltchlfreunds schasr blendet, daß man überall anstößr, sie will mit Gewalt sich der Erdenfessel entheben, und stürzt densein: v'pöfi. Herren seien wir in der tnw, zu ckrst.hen das Gesetz, den Allmächtigen zu verehren, unseren Nebenmenschen und ihr wahres Wohl sollen wir befördern, nicht den spitzen Pfeil deS Haffes senden wir gegen denselben aus. Nicht das giftige Geschoß der Verleumdung lassen wir gegen denselben los. Ader auch die rniv des äußeren Dienstelaßt uns vollziehen. Der Gedankendienst bringt uns zur Schwärmerei, oder zum Quietismus, und der bloße, starre Formendienst, ohne geistiges Durchdrungensein, lehrt uns Obskurantismus und Haß. — Solche Gedanken erhoben sich in mir, doch wanderke ich getrost weiter. *) Mendelssohn, im -Jerusalem.« Ein warmer Wind kam vom Westen, der feuchtende . Wolken, herbeijagre, hid jedoch allmählig uns das Mondlicht entzogen^ in dem wir so munter dahergintzen. Immer stärker aber schnob der Wind, mächtig sauste er durch die Dirken- und Buchenwälder, die wsx durchziehen mußten, da sie an beih^n Seiten der Hochstraße weithin bas fruchtbare Thal nnü die unabsehbare Ebene bedeckten. Herbstlich gefärbt war schon das Gebüsch, die falben Blätter rauschten herab von der hochstrebenden Pappel. Berstummr schon waren die Sänger des Waldes, keine zirpende Grille ließ sich mehr vernehmen. Die Leuchte des Mondes erlosch vor den düster heranziehenden Wolken und-von der ewig neuen Natur, die mich erhebt und hinaufstimmr, harre ich keinen Ge, nuß. Auf der Höhe angelangr, wo ich nochmals mein Auge schweifen ließ über die Ebene in welcher sich der Ort meiner Heimath befindet, harre ich Gelegenheit, nach einer kleinen Erholung, und nachdem ich die kur« zen erhabenem Worte deü jüdischen ReisegebereS gesprochen, noch einige gehaltvolle Rcfierionen über diesen Wohnplatz zu machen, ehe ich mich aus dessen Weichbilds ganz entfernt harre: „In frühern Zeiten leuchtete kräftig in Dir des göttlichen Wortes lautere Sonne, gensborn der heiligen Aussprüche Gottes — aber jetzt ist das alles anders!!! — — — Nicht lange dauerte es, so kamen wir in rin anderes deutsches Staarengebier. Hier können wir so manche Demerkunaen anknüpsen, die wir für das nächste Mal, so Gott will, uns voszubehalcen gedenken. -«--SQL»- Worin nnd wie soll unterrichtet werden? (Beschluß.) Was wir bisher an der Elementar chule insbesondere gerügt haben, war die durchaus im Verfahren -sichtbare Unbestimmtheit im Erkennen ihrer Zwecke. Wenn der Menschenunrerrichr einen allgemeinen Zweck der Menschen haben soll, wie vorauSzuseheU ist, so ist er ein Geschäft von höchster Wichtigkeit, das gegen alle Unbestimmtheit gesichert werden muß, damit der Lehrer nie Gefahr laufe, das Ziel zu verlieren. Aus diesem Grunde ist ihm also eine sichere Anweisung zur Führung seines Geschäftes nökhig. Diese Anweisung ist denn die Unterrichtslehre.