Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 45 (9.11.1847)
- Date
- 1847-11-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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365 'W> Gegenstand den Mund nicht sperren — sondern den Spruch: M§'»s smiva veritss, muß sein Gesetz sein. Mag es sein, daß so manche Halbgelehrte, von dem Wahne berückt, sie seiest Schulmänner, weil sie diese und jene Schülschrifk kennen, und vielleicht auch in Anwendung brachten und bringen, von einer solchen Behauptung aufgereizt werben; mag eS sein, daß daS Gemürh so mancher anderer von dieser Dehänprung gar nicht einmal in Bewegung gesetzt wird, weil sie Nickt einmal sie fassen — sie soll doch laut und nachdrücklich gepredigt werden, weil man sich mir der Hoffnung trösten muß, daß es doch der Dessergesinnken (außer den Schulleuren) schon sehr viele gebe, welche diese und noch andere folgende Winke und Belehrungen auffassen, und von ihrer Wahrheit durchdrungen dann aus die Schulleute selbst mir Ansehen «inw«rken werden: Was oben von dem für Schulen nörhigen Unterrichtsstoffe gilt, gilt noch mehr von der — Unlerrichreweise. Denn diese »st im Allgemeinen ganz dazu gemacht. den. kindlichen Gelsi zu unterdrücken, in Fesseln zu schmieden, und ihn darin gleichsam zusammenschruwpfen zu lassen; dabei aber dein kindlichen Gemürye eine Abneigung gegen den Schulunterricht einzuflößen. Diese Behauptung klingt noch Harrer, als die obige, allein laßt uns einmal die Augen der Unparteiischen, der Kinderfreunde und der Eltern auf das Getriebe des Schulunterrichtes lenken und fesseln, dar m»r das Mitleid sie ergreife, und sie für eine wohlrhäiige Aenderung — gegen d»e Wünsche der Schullrute, stimme. (Fortsetzung folgt.) - - Zeitungsnachrichten. Preußen. Berlin. Die sogenannten jüdischen Reformfreunde hielten in diesen Tagen eine Besprechung wegen Feststellung ihrer kindlichen Normen. Die Offenbarung ist, wenn auch mit mehreren Unter-Amendements, bei der Abstimmung, jedoch nur mit einer Stimmeglücklich gerettet worden, so daß die Freunde fortan auch die Offenbarung als Grundlage nehmen. Kann ma)r sich wol etwas Komischeres denken, als eine Abstimmung über die Offenbarung? Überdies haben die Freunde beschlossen, die Bibel als Zeugnifi (t68tuin6ntllm) und als Crzeügniß gleichzeitig anzusehen' und r'ir -M 'künftigÄMbetbuch von der Bibel zwar° mir Achtung zu sprecht ihr aber weiter keine Autorität beizukegen. Nach solchen Beschlüssen sieht man gar nicht ein, warum jene Freunde nicht lieber zur Wislicenus'schen freie» Gemeinde übertreten. (H. C.) Berlin. Von welchem Gesichtspunkte aus Sr. Majestät der König die lichtfreundliche Bewegung *im Allgemeinen ansieht, mag aus folgendem Artikel zur Genüge hervorgehen, welcher, wenn auch sich natürlich nur auf die christliche Kirche beziehend, dennoch Anknüpfungs- und Berührungspuncte genug für die jüdischen Lichtfreunde, resp. Reformer, darbietet, als daß wir ihn nicht im Interesse des orthodoxen Zudenthums den Lesern d. Bl. mitthe»- len sollten. Der Artikel lautet: «Nack der «Allgemeinen Kirckenzeitung" hätte der König bei seiner letzten Anwesenheit in Magdeburg der Deputation des Magistrats erklärt, daß es ein unbesonnener und unüberlegter Schritt sei, den die Magdeburger mit ihrer Petition an ihn gethan hätten; daß er zwar der Stadt Magdeburg eben so wie sein königlicher Vater von Herzen gewogen und zugethan sei, er aber in dem Erbetenen nur finde, was nothwendig verweigert werden müsse. Es begehrten die Magdeburger, daß er mir ihrer Stadt eine Ausnahme von den Bestimmungen seines Patents vom 30. März d. 2machen sollte, und dies sei durchaus unzulässig. Es begehrten die Magdeburger nichts Geringeres, als daß das apostolische Symbolttm abgestellt werden solle, und dies könne und werde er nicht gestatten, er werde es nicht zugeben, daß das gemeinsame Band, das eben im Apostolikum um die ganzs Christenheit sich schlinge, zerrissen werde. Uebrigens solle diese Erklärung noch nicht für seine definitive Bescheidung betrachtet werden. Er habe die Petition wieder mitgebracht. Er überlasse es den Bittstellern, die Sache nochmals zu überlegen. Sie möchten die Schrift wieder an sich nehmen. Wie man wol denken könne, daß er eine Bitte gewähren möge.