Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 45 (9.11.1847)
- Date
- 1847-11-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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icrncy. . Alleiy, die nähere Erwägung des durch obige Meinung hegründtten Herkommens, die Kinder in die Schale zu. schichen, Äbrr übrigens, die-Schute selbst so ganz ihrem Schicksale., zu ^überlassen. wie dasselbe nämli^> ^urlh„di^sich, hcfnoMangendfn Lehrer, oder durch hatzi Mtd/risHn^ber Llreru eher Kor stehtzr, geleitet Wir-. Md die AiMrkuna,, -Aß «.m-y nirgends daran denket, was eigentlich .die Schule sein, oder — matz der Mensch, und — wie er es lernen soll — muß eben so niederschlagend, oder Unwillen erregend, als die erste Beobachtung, welche uns einen edlen menschlichen Trieb verräth, erfreulich sein. Denn, wenn bei der ersten Erscheinung die menschliche Natur gleichsam einer ihrer Hauptforderungen andeuret. so muß «6 uns betrüben, wenn nicht auch über diesen wichtigen Gegenstand bestimmte Aussprüche zum Vorschein kommen, um sicher zu sein, daß jene Hauptforderung der — Menschheit, kann man sagen, richtig erfüllt werde. Angenommen, daß die Menschen durch ihr in Bezug auf Menschenunterricht beobachtetes Herkommen die Nvlhwendigkeit deS KindeSunrerrichtes ausgesprochen haben, so bemerkt man doch nirgends einen bestimmten Zweck des Unterrichtes angedeurer, noch weniger findet man etwas Allgemeines darüber ausgesprochen. Das Einzige, worin aller Kindcrunterricht sich vereinigt, ist das Lesen und Schreiben. Was sonst immer für UnterrichtSgegenstände in der Erfahrung gefunden werden, scheinen mehr von der willkürlichen Bestimmung der Aeltern. oder der Lehrer abzuhängen, wenn sie nicht irgendwo durch ein Gesetz bestimmt sind. Ware der Zweck des Kinderunterrichrs ausgesprochen; so müßten zwei Hauptfragen gelöst sein, ohne deren Lösung keine Schule eröffnet werden sollte, weil zu besorgen steht, daß sie die Schüler vielleicht vom Ziele eher entferne, als sie ihm näher bringe. Diesö zwei Hauptfragen find folgende: 1) Worin soll unterrichtet werden, und — 2) Auf welche Weise soll eS als Mensch und Kind unterrichtet werden? Die Erfahrung beweist uns aber, daß man um die Lösung dieser Fragen ganz unbekümmert sei. wie wir uns bei der näheren Prüfung des ersten Kinderunterrichts sagen müssen. Denn, sowol in Bezug auf den Unterrichtsstoff, als in Bezug auf die UnterrichtSweise herrscht — blindes Herkommen oder regellose. Willkühr. Um uns davon zu überzeugen« dürfen wir nur einmal eine der bestehenden Elementarschulen durchwandern. Denn der größte Tyeil der Menschen erhält seinen Unterricht in diesen Schulen und der Privatunterricht ist nur ein Surrogat der öffentlichen Schule. - Unsere Aufmerksamkeit soll nun auf die erste Frage gerichtet sein: Worin besteht der erste Kinderunrerrichk? Der größte Theil dieser Schulen in Deutschland .hat kein höheres Ziel sich vorgesteckt, als — Lesen, Schreiben und Rechnen zu lehren. Ein Theil aber, auch in Ländern, wo eS erweiterte Schulpläne giebr, thuc zwar desgleichen, als lehre er noch andere Gegenstände; allein man darf Hunderte der Schulen dieser Art durchwandern, und ihr Gerrieb beim wah« ren Lichte besehen, so findet man, daß ihr Vergeben, fie lehrten auch ihre Kinder die Narur, den Menschen, die Erde re. kennen, ein blendender Ruhm sei; denn Alles, was sie von diesen Gegenständen lehren, besteht in einigen Definalionen und Klassificationen. Endlich giebt eS Schulen, insbesondere — Plivarinsiimte, worin auch alle Lehrgegenstände, die unter der Benennung Realien zusamwengcfaßt werden, Gegenstände des Unterrichtes sind, allein in einer Ausdehnung, daß man bei dem Examen der Schulen glauben sollte, sich in einer Schule von jungen Philosophen und Physikern zu befinden, wenn der Anblick der Kleinen dem Zuhörer nicht überzeugte, daß die Antwortenden — Kinder seien. Dies ist unleugbar der allgemeine Zustand der Schulen' in Hinsicht auf bas Quantum der Belehrung in Deutschland, und auch in andern Ländern, wie man von Sachkundigen vielseitig erfährt. Es heißt hier absichtlich: im Allgemeinen; denn, daß sich schon manche Schulen der Stufe ihrer hohen Bestimmung nähern, kann auch nicht gcläugnet werden. Allein solche gehören immer noch unter die Ausnahmen. Kurz, man kann ohne alles Unrecht behaupten, der größte Theil der Schulen, oder vielmehr ihre Lehrer und Leiter, wissen nicht mit Bestimmtheit, worin dem aufkeimenden Menschen Unterricht zu errheilen sei; und hiermit ist ihr Unterricht in Bezug auf die Bestimmung der Unterrichksgegenstände wahre Willkühr und folglich Geistesdeepotismus. So hark diese Behauptung klingt, so ärgerlich sie ist, sie muß ausgesprochen werden, denn der bekannte Spruch : ventus 06mm zmrit, darf dem Freunde der Jugenderziehung in Hinsicht ans einen so wichtigen