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Der treue Zionswächter · 1847-10-19 · 42 (19.10.1847) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
42 (19.10.1847)
Date
1847-10-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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dem Andern sind Erscheinunzen, die selbst von streng» gläubigster Seite häufig zur Beschönigung dieser Er» schlaffung und Schwache vorgeschühr werden, die am Ende nichtsdestoweniger geeignet sind, die festen Stützest des orthodoxen Zudenthums zu untergraben. Deshalb Murh und Entschiedenheit, keine Rncksichtsnahme, selbst das theuerste Gut, den Frieden geopfertwo es sich um Erhaltung des göttlichen Gesetzes handelt, keine Lauheit, keine Schwache, kein Nachgeben da, wo der Preis, der Sieg unserer bestehenden Religion ist. Nicht wanken, nicht weichen wollen wir von der einmal an genommenen Stellung, nicht aufgeben den Widerstand, nicht erkalten in der Anregung, damit, wo wir begon» nen, wir fortführen und ausharren, damit, wozu wir die Keime gelegt, unfern Kindern und Nachkommen die Erndte bleibe, der Sieg der Gotresherrschafc über Menschen nichtiges Werk, die Anerkennung des wahren Gottes, der wahren Religion. Gottahrrlichkeit. Betrachtung v. B. (Beschluß.) Einer unbedeutenden Handlung von ihm geübt; einem nicht beachtungswürdigen Werke, von ihm ins Leben gerufen, zollt er mehr Lob und Beifall, als er der würdigsten Handlung eines Anderen, dem trefflich« sten Werke eines Anderen je zollen würde. Wenn hingegen geradelt, gespottet, erniedrigt werden soll; da schauer der Sterbliche zuvor auf Andere, und denkt nicht, oder nur sehr selten, an sich selbst. Ueber den kleinsten Fehler, den der Nächste begeht; über den unbedeutendsten Mißgriff, den der Bruder macht; über das geringste Vergehen, welches der Nebenmensch sich zu Schulden kommen läßt, weiß er mehr zu spotten und zu radeln, als er über den größten Fehler, den größtrn Mißgriff, das größte Vergehen gerhan haben würde, wenn diese von ihm ausgegangeu waren. — Sich halt der Mensch immer für rein, und nur Andere erklärt er für unrein; sich hält er für fleckenlos, und nur bei seinem Nächsten bemerkt er Fehler in Menge. Und dadurch geschieht es sehr oftdaß der Mensch abweicht und irrt, ohne es zu wissen. So haftet oft die Sünde an ihm. von welcher er sich unmöglich trennen kann, ohne daß er sie sieht, weil er sich aus Einbildung nicht vorzustellen vermag, daß er sündigen könne, so trage fein HauSwesen oft Zeichen der Unachtsamkeitdes MüssiggangeS, dev Ünordnüng-' der Nachlässigkeit^ der Berfchivendung- 'ohne' daß A-diese Mängel"steht- - weil er' sich aus Etnbilduüg 'krittln Degkiff'zu Machen im Stande ist, dass solche Fehlgriffe itt seinem Hauswesen staktsinden könnten; so sind seine Unternehmungen und Geschäfte sehr oft nicht frei von solchen Zrrrhümern, welche die übelsten Folgen haben können, ohne daß er sie sieht, weil er aus Einbildung sich es nicht begreiflich machen kann, daß auch seine Handlung ein Irrthum begleite. Und so wandeln sie in Finsterniß, ohne Licht; haben Vernunft und verstehen es nicht; haben Verstand und bemerken es nicht; haben Augen und lehen es nicht. Und da sie es nicht sehen, können sie auch unmöglich etwas ändern oder verbessern, so fahren sie fort auf der einmal betretenen Bahn: und kann wol da daS Ende erwaS anderes sein, als Unglück. Dürftigkeit und Verderben?! Und wenn du so deinen Bruder triffst und bemerkst, daß er seinen Zrrrhum nicht kennt; entdeckst du eS ihm wol, daß er irrt? — Zeigst du ihm, daß er vom rechten Pfade abgewichen ist? — Oder findest du nicht oft Vergnügen daran, wenn dein Bruder in seiner Unwissenheit keine Aenderung zum Besseren in seinen Thun und Lassen vornimmr, damit er stürzt; weil mancher Mensch sich gehoben fühl:, wenn der Nächste an seiner Seite daniedersinkt; weil mancher glaubt, würdiger zu sein, wenn der Bruder entwürdigt ist?! Und wo du Anfangs noch helfen kannst, wenn du die Augen deines BruberS öffnen würdest, verlangst du es nicht zu thun! Und spater — ist es zu spät! — Aber Erdensohn! willst du die Lehre nicht beherzigen : WaS du von deinem Gorre im Himmel siehst, das übe nach Kräften auf Erden?! Dein Vater im Himmel macht die Blinden sehend, und du trachtest nicht einmal deinem Bruder die Augen zu öffnen, d.- mit er erfahre, wo er sich befinde und wo er stehe. Bedenke was Hiob ,o begeistert sprach: „Zog an Gerechtigkeit, sie zierte mich; wie Kleid und Turban legt ich an das Recht. Zch war deS Blinden Auge, de« Lahmen Fuß war ich." Bedenke daß es deine Pflicht sei. deinen Bruder aus der Gefahr zu ziehen. Entdecke eS ihm, daß er mir dieser oder jener Handlung sündige; entdecke es ihm, daß in seinem Hauswesen der rechte Gang fehle; daß Sparsamkeit nicht zu finden sei; daß Unordnung obwaltet, und Mängel

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