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Der treue Zionswächter · 1847-10-12 · 41 (12.10.1847) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
41 (12.10.1847)
Date
1847-10-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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«Scid gesegnet, die da kommen Laßt dem Herrn des Weltalls «Zn 'das Gdtteshaus, ' ' ' reichen »Wir begrüßen Euch. Ihr From- Unstre Gaben bar, ' c>-!r, s! '- Men. : ' tLaßt .des Opfers Düfte steigen »Bpzr-dem Tempel,aus!) . , , - Lodernd, vom Altar. . «Möge Gottsein Antlitz wenden Volt, das du in steter Blütbe «Gnädig stets Euch zu, Auserkoren bist. «Seines Segens Fülle spenden Dank'dcm Schöpfer,dessen Güte «Euch in Friedensrnh'!« Ewig dauernd ist! — - --- Zeitungsrirrchrichtrn. Preusten. Berliir. Am 25. d. feiern also die Reformer ihren großen Sabbath, d. h. jene Versammlung, zu der die 2x auswärtigen Filiale Abgeordnete hieher senden, um zu vernehmen, wie man sich bisher in seinen Erwartungen höchstens getäuscht, wie man keine Aussicht habe, einer Verbesserung entgegenzusehcn, wie man aber jedenfalls Geld brauche, und dieses daher von den Versammelten in vollem Maaße erwarte. Des ganzen Spektakels müde und überdrüssig, hört man die bezahlten Redner an, die ex olKiüo sprechen müssen, bewilligt schnell und stillschweigend die Paar geforderten Thalcr und denkt nur daran, je eher, je lieber dem Eongrcsse ein vslet zu sagen. Zu Hause hütet man sich wol, der vollbrachten Mission zu gedenken, lebt, wie man von jeher gelebt hat. nach eigenem Gescbmacke, um die Reform des Iudenthnms sieht es eben so kläglich aus, als um den religiösen Glauben derer, die sich die Leiter und Führer der gedachten Bewegung so stolz und vermessen genannt haben. Berlin. In verschiedenen Regierungsbezirken sind bereits die Commissarien zur Bildung der durch das Gesetz vom 22. Juli d. I. vorgeschriebenen Synagogengcmeindeu ernannt. Das Geschäft ist ein sehr schwieriges und umfassendes, und man glaubt, daß vor Ostern künftigen Jahres die Bildung der Gemeinden im Staate nicht beendet sein dürfte, zumal, da die Betheitigten zuvor gehört werden sollen. Man erwartet nun auch eine Miuistcrialverfügung, welche die erste Wahl der Repräsentanten jener Gemeinden gleichförmig regeln und anordnen, indem sich die Regierung in dem vorgcdachten Gesetze die Anordnung der ersten Wahl Vorbehalten hat. (H. E.) Grötcherzogthüm Hessen. Michelfkadt, den 29. Sept. Eine Trauerfeier seltener Art bewegte am 16 d. unsere Stadt. Der berühmte und würdige Rabbi Isaac Löb Wormser — unter dem Namen: der Michelstädter rc derIudcnheit bekannt — ist heimgegangen zu seinen Vätern. Schon längere Zeit mit den Beschwerden des Alters kämpfend ist er am 13. d. nt gegen Abend gottergeben und noch mit sterbender Stimme seinen Herrn preisend zur Ewigkeit eingegangen im 76. Jahre seines Lebens. Tiefe und aufrichtige Trauer erregt sein Tod nicht nur bei seinen Hintcr-!assenen,die nun durch diesen harten Schicksalsschlag, aller Stütze und Versorgung beraubt, der bittersten Armuth und dem größten Elend preisgegcben sind, sondern auch bei seinen zahllosen Gönnern, Verehrern und Freunden in dem ganzen Radbinatsbezirke, und weithin über die Grenzen Deutschlands, Europas, ja selbst über den Ocean wird sein Hingang von gläubigen Herzen beklagt und betrauert werden. So einfach und geräuschlos sein Leben in unserer Mitte war, so berühmt und allgemein bekannt und hochgeschätzt war er durch seine Frömmigkeit, feine tiefe Lchrweisheit, feine felsenfeste Treue an dem Gott Israels, und durch seine unbegrenzte Wohltkätigkeit bei Israeliten und Nicht- Israeliten. Sein ganzes Leben, das in Entbehrungen, Entsagungen und Aufopferungen bestand, war nur der Beglückung seiner Mitmenschen, ohne Unterschied des Glaubens, gewidmet. Viele Thränen der Armuth nnd des Unglücks trocknete er, manches wunde Herz hat er geheilt und manchen Kummer als Freund und Tröster brüderlich getheilt und gelindert. In welch' allgemeiner Verehrung und Liebe er hier und in der Umgegend gestanden war, bewies fein Leichenbegängniß, bei welchem gewiß eine sehr seltene Theilnahme bethätigt wurde, denn über achthundertverschiedenen Confessionen Angehörige schlossen sich dem Leichenzuge an. Schon Abends vorher und mit kommendem Tagesanbruch sah man von allen Seiten zum Theil aus beträchtlicher Ferne Freunde und Verehrer des Verstorbenen in Menge herbeiströmcn. Gegen 16 Ahr bewegte sich der Zug

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