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Der treue Zionswächter · 1847-10-12 · 41 (12.10.1847) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
41 (12.10.1847)
Date
1847-10-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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<»W 331 Lurch vermag er fonzuschreiren auf der einmal ergriffenen Dahn, sie mag sein, von welcher Beschaffenheit sie wolle; nur durch das <S°edachrniß lebt br auch jetzt eu der Vergangenheit, ruft sich die Begebenheiten der« selben ganz deutlich zurück, und ist im Stands dieselbe mir der Gegenwart zu vergleichenum -aus beiden Schlüsse für die Folge zu ziehen. Seine Sprache, als Charakreczcichen sowohl bes einzelnen Mannes, als auch eines ganzen Volkes, ist eine himmlische Gabe der Gottheit, die erst den Menschen adelt und chn in die Reihe hoher Wesen stellt. Der Gedanke w»rd durch sie lebendig, die rodte Betrachtung lebendige- Worr, das Innerste entfaltet sich, und der Gedanke, der nun durch die Sprache objektiv hervonritt, wird rerncr entwickelt, geprüft und als richtig angenommen, oder als unrichtig verworfen. Durch die Sprache allein werden die Milcheilungen erst möglich; sie ist daher die Mutter der Geselligkeit, die das eigentliche Wohl des Menschengeschlechtes zur Welt fördert. ' Solche Vorzüge sind dem Sterblichen eigen: Vernunft, Ge- Läcktniß und Sprache. Har die Gottheit aber dem Menschen diese Vorzüge verliehen, so lag es keineswegs in ihrer Absicht, daß er nur immer für sich Nutzen von diesen Gaben zieheu solle, sondern ihr Wille ist es, daß er zu fließen lasse von dem Gute, das er empfanbeugren aulrichte mit einem Trostworte, das oft besser wirkt, als die Thar. Ist der Irdische endlich überzeugt, daß ihm das Gute zu diesem Gebrauche verliehen worden ist, so wird er an sich selbst die Frage stellen: Wen soll ich zum Muster, zum Vorbild« für meine Verrichtungen und Ausübungen nehmen? — Wohin soll ich schauen, um nachzuahmen; wohin mich wenden, um wahrzunehmen, wie ich wirken soll? — Und fragt er sich so, so finde er in seinem eigenen Wesen die Lösung dieser Frage. — Zu dem Ewigen, der ihm diese Vorzüge gegeben har, blicke er hinauf; zu seinem Barer im Himmel, der so hoch thront und so tief schauer; seine Tharen beobachte er; sein Wohlrhun für Menschenkinder bemerke er; von seinem Gölte lerne er; so wie d«e göttliche Macht bas Wohl der Menschen schafft, befördert, erhalt und vergrößert; so strebe auch der Sterbliche für den Sterblichen, und finde hierin seine größte Freude und Wonne. — Und unsere Aufgabe möge es sein, nur einige Züge zu beschreiben' und zu erkläre«, durch welche der Mensch seinem Schöpfer ähnlichwsrSen ftztk Wir habe« als Menschen, den in Feffeln der Leivettsschaft schmachtenden Bruderzu befreien; den «ins einem Irrwege wandelnden Nächstenohnebaß eb eselbst weiß, hinzuleiren auf den rechten 'Pfad;'rmd endlich den Gei beugten aufzurichren. Eine Lehre führe uns in dieser Betrachtung; sie heißt : Was du von deinem Gotte im Himmel siehst, das übe »ach Kräften auf Erden. Ein Vers aus den Psalmen leite uns: «Der Ewige löset die Gefesselten; Der Ewige macht die Blinden sehend; der Ewige richtet auf die Gebeugten " Nicht auf einmal umstrickt die Sünde den Menschen, nicht auf einmal wird er von ihr festgehalren und nach Gefallen gelenkt, sondern nach und nach giebt er sich ihr gänzlich hin: zuerst berührt er die kleinste Seite davon, mit jedem Tage gelüstet eS ihn mehr nach ihr. und endlich umfaßt er sie ganz durch die Gewohnheit. Daher soll er nicht wagen, in ihre Nähe zu kommen, denn auch nur einmal von ihr angezogen, steigt er stündlich weiter und weiter und kommt vom kleinsten Vergehen hinaus zum größten Verbrechen. Eine Sünde bringt die andere Sünde; wie der Wesse sagt; eile selbst zum geringen Gebote, und fliehe die Sünde; denn das Gebot führt ein andere- Gebot nach sich, die Sünde aber eine andere Sünde. Har sich nun der Mensch nicht schon beim ersten Schritte genau beobachtet und gehütet, und mit der Zeit beherrschen Begierde und Leidenschaft ihn mit ihrer ganzen Stärke; so sieht er dennoch einmal ein. baß er sich selbst ein Verderben bereiter habe: wenn er auch dieses nicht immer erkennt, weil die Begierde ihm manches Angenehme darbierec und manches Liebliche ihm darreicht; so giebt eS dennoch Augenblicke in seinem Leben, wo er erwacht und zu sich selbst und zur Einsicht kämme; wo er sich selbst einmal als denkendes Wesen außerhalb seiner Leidenschaften betrachtet — und da wird er gewahr, daß eine andere Lebensweile besser mit seiner Würde übereinstimmen, daß eine andere Denkweise ihn emporheben und verherrlichen würde, da wird er gewahr, daß eS eine himmlische Freiheit für den Sterblichen gebe, daß eine Freiheit für den Menschen ba sei, welche Tugend genannt wird — und muh da erst wird er gewahr, baß er in den Fesseln -er Begierde schmachtet. — Und in diesem Alrgenbtuke, wo er zu sich selbst zurückkehrr,

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