Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 33 (17.8.1847)
- Date
- 1847-08-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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orthodor ist, an die Brust drückt, wenn er sich ihm nur ergeben. Er thut für die Gesammtheit gar Nichts, und für sich Alles, er beschimpft die Juden in feinen Predigten, zu denen er Nichtjuden häufig ein ladet, läßt diese Predigten drucken und drängt sich damit kriechend den hohen und höchsten Personen auf. Auf den Einfluß eines solchen Mannes hinsichtlich unserer politischen Stellung ist nicht zu rechnen, um so weniger, da mit dem deutschen Eonservatismus in unserm Lande, dem Judenhaß die Federn gewaltig wachsen, und er in der Gesetzgebung sicher Berücksichtigung finden würde. Die Zeitungen haben vollauf zu thun , um die Kleinigkeiten alle zu erzählen? in Venen er sich abnützt, und alles, was er thut, spricht und will, oder ihm nur «Unfällen könnte, zu thun,. zu sprechen und zu wolle», wird dem Publikum in allen Sprachen und Blättern aufgetischt. Wie er sich räuspert, schneuzt u. s. w. sehen ihm seine Kreaturen ab und publiciren es in allen Journalen, und woran er gar nicht gedacht, das vindiciren sie ihm. Ein einziger von den Papaern, deren Geschäfte in Wien mir bekannt, hätte 4000 fl. zu einer Schule hergeben können, ohne mehr Lob dafür in Anspruch zu nehmen, als der Rabbiner für sich thur, weil diese Summe beiläufig, von allen Neichen zusammen gesteuert, unter seiner Leitung oder Amtsführung aufgebracht wurde. Jndeß kümmert uns dies nicht; möge Rabbiner L. berühmt, gefeiert und gepriesen werden so viel als möglich, wenn er nur nicht Rabbiner einer großen. Gemeinde sein wollte, die er vom Grupde auS demeralisirtc Wie uns mehr als ein Dutzend brave, einfache und rechtliche Leute, die z» seineu Anhängern zählen, versichert haben, so besuchen sie ihn und seine Predigten blos darum , damit sie nicht verfolgt werden, an Leib und Vermögen unbeschädigt bleiben, während sie mit innereut Grimme hören müfsen> wie er das Judenthum anschwärzt und die Predigt nur eine fortlaufende Anklage derjenigen Religion bildet, in der wir erzogen, die die Mutter aller anderen Religionen bildet. Seine nichrjüdischen Zuhörer wie die hiesige» Burger freuen sich innigst, daß ein Rabbiner sein Volk schmäht und ihren alten Judenhaß aufregt. Mehr als 300 Familienväter gehen aber seit Jahr und Tag in keine Synagoge mehr, beten nicht mitwas streug verboten ist, und nähren Haß und Verachtung bei ihren Kindern gegen alle, welche die Leitung der Gemeinde usurpiren und das Schicksal derselben, so wie ihre religiöse Ueberzeugung von den Launen eines herrschaftlichen Wirthschaftsbeamten abhängig machen. Besonders übel wird es von den klügern Reformern genommen, daß jener Meister in Heuchelei und Verstellung nicht über sich vermochte, die um seinetwillen Eingekerkerten — nicht etwa zu befreien, wer wird dies einem rach- und schmähsüchtigcn Egoisten znmuthcn? — aber wenigstens für die Feier- und Festtage auf einige Stunden zum Gebete auSzubitten. Läßt er auch den Leib seiner Gegner im Gefängnisse verschmachten, so sollte er sich doch den Schein geben, als trage ihm um deren Seelenheil Sorge, was sogar die Inquisitoren Spaniens gethan haben; statt dessen ist es bekannt, daß er dem flehenden Weibe eines Gefangenen mit Hohn sagte, daß er noch in Jahren nicht wiederkehren solle, wenn es auf ihn ankomme, was von einem Seelenhirten ebensoviel Thorheit als Bosheit verräth. — Am allermeisten halten sich aber die Reformisten durch L.'s Nabbinatsverwaltung darum comprounmrr, weit er in Papa den alten Unfug, wie sie sagen, in voller Kraft bestehen lasse, und nicht einmal Trauung und Chorgesang in die Synagoge einfubre und darauf hinarbeite, für einen vrrhodoren Nabbinen gehalten zn werden, während er die Lehre und die Lebensweise der Orrhodoren mir giftigen Bissen anfällr. Wir prophezeien diesem Menschen ein schlechtes Gedeihen, und möge er einkerkern und schlagen lassen so viel Inden er nur kann, — bösen Willen hat er dazu genug, — moralisch bat er nur sich todt geschlagen und die Verachtung aller Welt ist ihm auf die Dauer .gesichert Hier wagt cs sich kein Mensch, ihm dies zu sagen, derut. man furchtet allgemein den großen Güterpräfectender das Ansehen und den Einfluß seines Herrn, mißbraucht, die Gewissen verletz? und eine große jüdische Gemeinde moralisch'auflöst, weil L. vor ihm kriecht und sagt, man wolle ihn kreuzigen und nur der Präfect könne ihn schützen und retten, während er doch weiß, daß er von den Inden nichts zu furchten habe, da diese überzeugt sind, daß seine endige Gesinnungslosigkeit ihn als Rabbiner vernichten müsse. UebrigcnS wundert sich Nrcmarid in Ungarn hierüber, alS etwa die Papaer, welche riwn zn wissen scheinen, wie in allen Gemeinden Zerer ubcr