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Der treue Zionswächter · 1847-07-20 · 29 (20.7.1847) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
29 (20.7.1847)
Date
1847-07-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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gestatten. Nicht minder sind diejenigen, die sich in ihrem Gewissen beeinträchtigt fühlen, religiöse Entscheidungen und Functionen von derartigen reformatorischen Geistlichen vornehmen zu lassen, berechtigt, sich deshalb an ihren Grundsätzen consorme Rabbineu zu wenden, und sind endlich die Gemeinden oder Gemeindemitglieder, die die Seitens che anzuerkennen vermögen, berechtigt, sich eilends 2-vmc für sich selbst zu halten, die der Bestätigung des Landesrabbinen nicht unterworfen sind. Welche Freude diese Entschließung in den Herzen aller wahren 2-02' hervorgerufen, bedarf wol kaum der Erwähnung; mag nun Landrabbiner sein wer da will, unser Judenthum soll er nicht angreifen, uns nicht hindern, unfern Gott zu verehren, wie cs mit den Gesetzen unserer Religion übereinstimmt, wir es mit unfern Gewissen einzig und allein verantworten können. Hannover. Hxrnrrover, den 11 Juli. Unsere Gemeinde feierte gestern einen Festtag seltner Art, der in seiner Gleichmäßigkeit in vielen Gemeinden in manchen Decenien nicht vorgekommen sein mag. Er finde daher eine Notiz in Ihrem wertben Blatte als Beitrag zu jüdifchcn Tagesbegebenheiten, zumal es in unsrer Gemeinde fast ausschließlich Grundsatz ist: nicht viel Redens von sich zu machen. Dicw außergewöhnliche Begebenheit ist: daß von uns alleu hochverehrten Herrn De. Adler wieder in unsrer Mitte haben. Die Veranlassung dieser Reise ist »die Feier des 80jährig.en Geburtstages seiner Mutter und ein bei seiner d. z. Abreise gegebenes Versprechen, wenn möglich, diesen Tag durch seine Anwesenheit seiner betagten Mutter zu veriüßen. — Mag diese einfache Thatsache zur Charakteristik eines Mannes beitragen, welcher eine so bedeutende und einflußreiche Stelle im Jüdcnthume einnimmt, mag sie ferner reden — was die Lebensnormen eines Rabbinen des orthodoren Judenthums sind! mag sie aber auch als Basis dienen, zu begreifen, warum alle Herzen unserer gebildeten Gemeinde ungetheilt von solcher Verehrung gegen ihren früheren Seelenhirten durchdrungen sind! — Herr Dr. Adler Halle seine Ankunft auf verflossenen Mittwoch gemeldet, und in Folge eines Beschlusses unseres Gemeindevorstandes begab sich Abends zuvor eine Deputation, bestehend aus den Herren Landrabbiner Dr. Meyer, Oberlehrer De. Frensdorf, dem Vorsteher und einigen der respecrabelen Gemeindcmitglieder nach dem benachbarten Badeort Nenndorf, um Herrn Ds. Adler in Gemeinschaft mehrerer seiner hiesigen Verwandten daselbst zu empfangen. — Ein überaus schöner Sommermorgen veranlaßte die versammelten Herren sich in aller Frühe schon im Freien zu versammeln, und des Augenblicks zu harren, wo der gelehrte Gast eintreffcn würde. — Etwa 5 Uhr gelangte die Schnellpost am Posthause zu N. an, und das gegenseitige Bewillkvmmen war so herzlich, daß man jede Ccremonie bei Seite setzte, und sich freute diesen ersehnten Mann, Lehrer und Freund, sehr wohl ausschend, von seiner ältesten Tochter begleitet, im fröhlichen Kreise bei sich zu haben. — Während Herr Di. A. das Morgcngebet verrichtete, ward in der offnen Allee zum Eaffe servirt, und zu nicht geringer Verwunderung der anwesenden Ehurgäste nahm diese nicht kleine Gefellschaft in heiterster Stimmung und festlicher K leidung den Eaffe zu sich. Eine Stunde war bald verplaudert, als man sich zur Ruck- und Weiterreise anschickte. — Seitens der Gemeinde hatte man eine auf's Bequemste eingerichtete Wohnung dem Herrn Dr. A. angeboren, jedoch ward dieses von ihm dankend refüsirt. — Er eilte vielmehr in die Arme seiner Mutter, die ihn (wie sich denken läßt) mit tiefster Rührung empfing, und die, wenn auch nicht einen berühmten englischen Eomfort vorbereiten konnte, doch mit allen Kräften gestrebt hatte, den geliebtesten Sohn in gewöhnter würdiger Weise anständig und liebevoll zu bewirthen. — Herr De. A, der, wie uns Allen bekannt, jedem, ohne Unterschied der Person und des Standes stets zugänglech war, ward, kaum angelangt, von den einzelnen Gemeindcmitgliedern bewillkommnet und mit Freude äußert es Jeder, wie der Anblick des Dr. A. von Gesundheitsfülle zeugt und man fühlt sich geschmeichelt daß es unser Dr. Adler ist, der in fernem Lande sich schon Anerkennung fürseine

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