Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 28 (13.7.1847)
- Date
- 1847-07-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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-W SA» Eltern können sich nicht genug aussprechen über Neigungen, Charaktere, Fähigkeiten ihrer Lieben, über deren künftigen Beruf. — - Zeitungsnachrichten. Preußen. Berlin. (Beschloß.) Die folgenden Paragraphen (§§. 4L—43) die jüdischen Ehen und deren Förmlichkeiten und weitere Bedingungen, die Niederlassung und den Aufenthalt fremder Juden, endlich die Schulverhältmsse jüdischer Corporationen und besondere Abgaben der Juden betreffend, gaben zu keinen Bemerkungen und Einwendungen von Seiten der Abtheilung und von Seiten der Plenarversammlung Anlaß. Am folgenden Tage, beschäftigte sich die Ständeeurie mir dem zweiten und letzten Abschnitte deS Entwurfs einer Verordnung, die Verhältnisse der Juden im Großhcrzogthum Posen betreffend, und beendete die Verhandlung unter einigen Modifikationen. Damit wäre denn die Debatte über den Entwurf nach dem Schlüsse der Erörterung der einzelnen Paragraphen wurde noch einmal ein Versuch von den cnrschlcdenen Emanciparionisien gemacht, ähnlich, wie es nach der Abstimmung über die Juden nicht zuzugestehenden ständischen Rechte von dem Abgeordneten Hansemann geschehen war, durch ein auS dem Schooße der Versammlung hervorzurufendes Generalconclusuw, das, was' im Einzelgefechre verloren gegangen war, durch einen großen Coup wo möglich vor dem gänzlichen Verlassen des Schlachtfeldes wieder zu gewinnen. Wir müssen gestehen, daß wir. so sehr wir auch die Absicht,, die dem Versuche zum Grunde lag, ehren, und so sehr wir unS auch zu den Grundsätzen der Emanciparion ohne alle Beschränkung bekennen, wir das von den Freunden der Juden bei dieser Gelegenheit, wie bei bei mehrere» früheren, beobachtete Verfahren nicht ganz parlamentarisch finden können. Die Debatte im Ganzen und im Einzelnen war geschloffen; daS, ^rvas die Versammlung beschlossen war eine in gehöriger Form ausgesprochene parlamentarische Willen-meinung. WaS aber auf solche Weise durch die Majorität festgestellt ist, darf nachträglich nicht von einem Theile der Versammlung angefochren, oder, als existire eS gar nicht. in Frage gestellt «erden. Wenn «in solches Verfahren Ueberhand nehme, so würde damit der Anfang zu einer verderblichen Pariheitaktik gegeben, es würde der Todeskeim in unsere frisch und jugendkräftig sich entwickelnde ständische Institution gelangt sein. Wir bedauern um so mehr, daß dieses Mal ein Name von so achtunggebietendem Klange dies,n Weg eingeschlagen. Der rheinische Abgeordnete v. Beckerarh proponirre nämlich, in Form eines, bereits früher eingebrachren. Amendements, der Plenarversammlung, dieselbe möge gegen die Krone die allerunterthänigste Dirke aussprechen, daß die jüdischen Einwohner des Staats in allen Punkten den Christen gleichgestellt werden möchten, mit Ausnahme der Bedienungen der Kirche und Schule. Dieser Antrag wurde nach kurzer Verhandlung von dem Plenum mir 220 gegen 186 Stimmen zurückgewiesen. Ohne Namensaufruf wurde dagegen ein von dem schlesischen Abgeordneten Milde vorgeschlagenes Amendement mit überwiegender Majorität vom Plenum angenommen, dahin lautend, daß die Regierung gebeten werden möge, bei der bevorstehenden Judengesetzgebung auf die von der Srändecurie beschlossenen Amendirungen des vorgelegten Gesetzentwurfes huldreichst Rücksicht nehmen zu wollen, und damit die Verhandlung und die Sitzung geschlossen. (H. C.) Berlin, den 1. Juli. Unter den unbefangenen und urtheilsfähigen Juden erregt die Taktlosigkeit, wonach eine Anzahl hies. Juden in einem schwülstig abgefaßten Protest gegen die in der Ständecurie gemachten Aeußerungen der Staatsminister v. Thile und v. Bodelschwingh auftreten wollen, große Unzufriedenheit. Bemerkt muß werden, daß unter der Schrift die Unterschriften keiner solchen Männer, die sonst die Sache der Juden nach außen durch Wort und That kräftig zu fördern pflegen, wie überhaupt die keiner Notablität zu entdecken war. Nachdem die Vertreter des Landes eine den Ansichten der Minister entgegengesetzte Meinung kundgegeben, scheint dieses Protestgepränge ganz zwecklos. (H. C.) Königsberg den 3. Juli. Die hiesige Zeitung enthält Folgendes: „Nachstehende Anzeige sollte den 12. Juni e. in die hiesige Hartungsche Zeitung und in das Jntelligenzblatt eingerückt werden, es wurde indeß von der hiesigen Censur die Erlaubniß für die mit gesperrten Lettern gedruckte Stelle verweigert. Dieselbe ist mm mittelst Erkenntniß des