Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 28 (13.7.1847)
- Date
- 1847-07-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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<»W 228 HZ» Venn woher anders sind all diese Rcfvrmbestrebungen entstanden, als aus dem Scvamgefühie in den Augen gutgesinnter Christen als Menschen ohne Religion zu erscheinen. Darum möchten sie so gerne ein modernes Phantom schaffen, das einer Religion einigermaßen ähnlich sicht. Gehr nun ihr Schamgefühl einen Schritt weiter, und sie fangen an. auch uns, ihre Stammqenoffen. zu beachten, so sind sie gerettet, dann fehlt ihnen nur noch ein einziger Schritt, der in der Regel nicht ausbleibt. r>vc!> ÜI twc!> ftöc -jnp. Dagegen ist die zuletzt angeführte Tharsache, daß Ihr die Religiosität der Lehrer in Eure» Schulen so streng bcwaxer, allerdings der sicherste Beweis Eurer Anhänglichkeit am vrrhvdoren Zudenthum und des Bestrebens. Eure Kinder in demselben zu erziehen. Erlaubt uns aber die Bemerkung, daß es nicht genug sei, den Lehrern, die durch ihr religiöses Benehmen Aergerniß geben, das Predigen, das Verrichten religiöser Functionen zu untersagen, es müßte ihnen vielmehr daS Lehren in der Schule untersagt werden. Die Predigten dieser Menschen, so wie die Beschlüsse der N.-V. schaden uns sehr wenig, denn sie werden nur von denjenigen beachtet, die schon früher so gedacht haben; aber kein einziger orthodoxer Jude wird sich dadurch irre machen lassen. Eher können sie uns nützlich lein, weil die gedankenlose Masse der Neformsüchligen, die bloö aus Modesuchr eine Reform verlangen, durch solche Predigten und durch solche Beschlüsse zur Besinnung kommen u»d einsehen lernen müssen, wohin all diese Bestrebungen hinaus wollen. Aber die Kinder. Eure theuern Sprößlinge, werden allerdings sehr leichr vom Hauche solcher Lehren vergiftet, und wenn ein solcher Lehrer auch den unschuldigsten Gegenstand, als Gramarik, Arithmetik in der zogen werden, da sie das Beispiel ihres Lehrers, den sie zu achten angewiesen sind, vor Augen haben, der diese heiligen Gesetze mir Füßen tritt. Haltet es also rncht für geringe, lieben Brüder, und bietet all Euern Einfluß auf, um solche Lehrer aus Euern Schulen zu entfernen und der Herr segne Eure Bemühungen und lasse Euern Kindern und KindeSkindern Freude erleben, v'cvvö, rnwV rHvH nm -;vsi .v'5w J...L B...k. Der Unterricht Ln der Religion. Die Wichtigkeit des Religionsunterrichts für Elementarschulen wird einleuchken und seine Stellung in derselben wird erkennbar werden, wenn wir den Gegenstand dieses Unterrichts näher in's Auge fassen. Es ist derselbe kein Anderer, als Gott selbst und das Verhältniß, in welchem der Mensch zu ihm stehen soll; mithin ist dieser Gegenstand der erhabenste, den überhaupt zu denken der menschliche Geist fähig ist. Ausgedacht, durchforscht bis in seine innersten, geheimsten Tiefen, hat ihn noch kein Mensch/ausdenken wird ihn nie ein Mensch, weil es in dem Begriffe des Unendlichen liegt, daß es nie von dem endlichen Geiste ganz erfaßt werden kann. Und doch soll dieses Höchste, dieses Größte, Gegenstand des Elementarunterrichts werden? Za wohl, es soll es. Und zwar darum, „weil, wie Jean Paul sagt, dem Kinde das Höchste näher liegt als das Niedrigste", zumal da lenes in ihm liegt, — wie man früher nach der Sternenzelt und nach der Sonnenuhr rechnete, als nach der Lradkuhr. Allee Heilige ist früher als das Unheilige; Schuld setzt Unschuld voraus, nicht umgekehrt : es werden Engel, aber nicht gefallene, geschaffen. Daher kommt cigenrwerden. So nun erscheint eben darum den Völkern und Einzelwesen"der Unendliche früher, als das Endliche, so wie die Allmacht der jungen Natur früher die festen Sonnen gebar, als dre Erden die um sie laufen. „Lott «st ein unaussprechlicher Seufzer im Grund der Seelen gelegen", sagt ein alter gelehrter und weiser Denker, und eben deshalb, weil dieses Gvttesbewußrsein das Unveräußerlichste unserer Menschennatur, ihr höchster Schatz und ihr höchster Adel ist, eben darum kann keine wahre Menschencrziehung gedacht werden, ohne Erziehung und Bildung zur Religion. Was wir aber bis hierher nur erkannten als Natur des Menschen, das zeigt sich uns auch, wenn wir ihn ferner betrachten, als laut werdende Natur, d. h. als Bedürfniß. Jeder Mensch bedarf des Wissens um Gott und um sein Verhältniß zu ihm. Sobald er überhaupt nur zum Selbsibewußtsein kommt, genügt ihm das Wissen um daS Endliche nicht mehr; er fragt nach dem Unendlichen, und diese Frage muß ihm ge-