Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 26 (29.6.1847)
- Date
- 1847-06-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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von Fach, sondern auch Statistiker^ Physiologen, Mer diciner und der Himmel lveiß was noch! Sir wissen nach eurlvorfenen MarralirarstabeAen richtig herauszu bringen, daß die KrankheitSftvff^ deS JudenthumS im Munde der oHtw sitzen, nota bene, wenn diese Gevaffen solcher Rabdinen, wie die in der Breelauer Versammlung zu Rathe gesessenen, gewesen. Unser Leser möge nur nicht, über diese von unsern hochgelahkten Geistlichen und uns gemachte Entdeckung gleichgültig hirreilen. denn eS ist hier in der Thar was Großes gefunden, die Quadratur des Zirkels aller heutigen Tagesreformen, nämlich — wir haben kein reformsüchtiges Publikum, sondern gelbaddress- und reformsüchrige Geistliche! Bvn der Deschneidung gelangen wir nach unserer obigen Ordnung zweitens zuL Deform am Grabe. (Siehe vor. Nr. Vi Dl.) Da stehen unsere Nabbinen, als gefällige Galanchomme, einen nach' neuester Mode zugeschtttttenen Frack haltend, um die alte jüdische Trauer darin hmeinzustecken. Ich könnte den Leuten zurufen : Menschen, Zhr seid ohne Herz, wenn Ihr des Israeliten gottgläubiges Wegwenden im Augenblicke seines bittersten Schmerzes von Erde, Form und Mode zu seinem ewigen Gott« hinauf, sein Aufblicken vom Leichnam seines Heißgeliebten zum frischfunkelnden Ster» der GvtteSgerechligkeit droben,, verkennet, bespöttelt — Ihr seid Narren, wenn Zhr Euch in den Kopf gesetzt, die Lebensaxe des JudenthumS, die so fest von der GorreSkand selbst in die beiden Pole: Freud und Leid, Beschneidung und Trauer eingefügt ist, mit Eurer verkrüppelten Hand aus den Angeln zu heben; aber ich lasse alle diese Borwürfe fallen. Einen hebe ich nur auf: Zhr seid ohne Moral! Vor das oberste Tribunal meiner Volksehre fordere ich Euch, Ihr Pastoren und frage Euch, wie konntet Ihr, mit Verleugnung alles jüdischen Gefühles in Euch, zugeben, daß in Eurer Mitte ein Verleumder eS aussprach,- den schwarzen Fleck dem Iudenrhum aufheftere, eS habe dasselbe Glauben an Unsterblichkeit frühep kaum dunkel geahndet, bis eS ihn erst entwickelt von der Neuzeit empfangen (Protokolle Seite 28)? Also man fällt hämisch Euren Glauben, Euer Volksthum mit Blasphemien vor Euren Augen an, und Ihr seid taub den Schimpf zu verstehen, man reißt Eurer Religion die Strahlenkrone vom Haupte, ja, was sag' ich Krone, man nimmt ihr die innerste Seele heraus uud cvxi.mtw und Ihr seid stumm, dem Lügner den Mund zu stopfen, da, wo die Widerlegung doch so handgreiflich ist, wo der größte Theil der in ein Jenseits hinüberwinkende» Gebote , wo die auf der Erde todr hingestreckttn und im Himmel im selben Augenblicke schauenden und fvrtlebenden Propheten, wo die ganze geschichtliche Grundlage ein über Natur, Sraub- und Körpenvelt aufgeschlossenes Geisterreich das Wort „Unsterblichkeit^ im tausendfachen Echo hervorhallen lassen, da, da sag' ich, schweiget Zhr, anstatt bei Gelegenheit einer bald darauf (Seite 287) ausgestvßenen, wahren Beleidigung gegen die Neuzeit, sich sofort ein Dutzend Stimmen zu Protokoll nehmen lassen? Eueres Volkes Glaube und Ehre aber ist Euch keines WörrchenS werrh? Vermuthlich, weil sie Euch kein Festessen, keine Reisegelder giebr! Gehet! tch verachte Euch zu sehr, um mit Euch hierüber noch zu rechten. (Beschluß folgt). Israels Wünsche und Hoffnungen. Von Philipp Spitzer, des löbl- Presburger Comitats Bezirks-Arzt. Israel hat Wünsche, Israel hat Hoffnungen- Die Wünsche kreisen in der Sphäre der Gegenwart, die Hoffnungen überschreiten diesen Kreis und strecken ihre Arme der Zukunft entgegen. Die Wünsche für die Gegenwart, sind jedoch zweierlei. Erstens solche, die man gewöhnlich Lebensbedürfnisse nennt, die man aber wieder verschieden anrriffr, je nachdem die Natnr dem Einen einen schwacher» , dem Andern einen starker» Flügelschlag der Phantasie oder ein minderes oder größeres Maaß von Ehrgeiz verliehen hat; zweitens solche, die zwar auch für die Gegenwart, Lebensbedürfnisse sind, nicht aber dem vegetativen, dem organischen. Leben, sondern dem höheren physischen, dynamischenLeben des Israeliten angehören. Sind aber diese Wünsche in allen Herzen gleich-? Schlagen alle Herzen Israels gleich, warm für das Bestehen, für die Erhaltung und Fortpflanzung des Zudenthums, so wie es geoffenbarr wurde? Ein dumpfes, murmelndes Nein! ertönt von vielen Seiten. Von dort hört man zurufen: das Erhalten, das Bestehen und Fortpfianzen des JudenthumS, wie eS uns geossenbart und überliefert wurde, sei dem Zeitgeiste nicht angemessen. ein junges, frisches, lebenskräftiges, schön geschmücktes muß das abgetragene, alternde verdrängen. Ha! — etwas Unerwartetes — unser Blick sieht was