Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 25 (22.6.1847)
- Date
- 1847-06-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»ZH MS EH. unbedingten AnstellungSfähigkeit der Juden im Staatsdienste erwachsen können, sicher zustellen bemüht waren, sind neben mehreren anderen, vorzüglich der rheinische Abgeordnete v. Beckerath, der SradksyndicuS Müwes, Abgeordneter der Residenzstadt Berlin, welcher unter anderen auch eine ausführliche Petition in Bezug auf die Judenangelegenheit an die Srändeversammlung har gelangen lassen, so wie ein pommerscher Abgeordneter zu nennen. Mit gewohnter Scharfe, wenn auch heute nichr mit gewohnter Spannkraft, ging der Abgeordnete v. Vinke th-ilweise von einer polemischen Erörterung der von den Kabinersmmistern v. Bodelschwing und v. Thile geäußerten Ansichten, auf den Gegenstand ein, und stimmte verschiedentlich durch einzelne Bemerkungen und Anspielungen die Versammlung zur Heiterkeit, erntete auch mehrfach unzweideutigen Beifall- Erster« trat auch dann hervor, wenn der Redner seine Privaransichren in Bezug auf seine jüdischen Mikbrüder cicllen persönlichen Wohlwollens, oder sehr warmer Sympathien für die jüdische Nation nicht abzur nehmen sein dürfte; eS muß aber trotzdem hervor, gehoben werden, daß Herr v. Vinke eine unbedingte und völlige Gleichstellung der Juden befürwortete und in Anspruch nahm. Es war auch hier wieder „der Acker deS Rechts" den er zu bebauen unternahm, von welchem, als dem höchsten und rationellsten Standpunkt herab, alle die kleinen Bedenken als durchaus nichtig erscheinen, welche die Erwägung einzelner Jnconvenienzen an die Hand giebr. In der morgigen Sitzung (Dienstags) werden, nach, dem heute die Verrheidiger und die Fürsprecher der unbedingten Emanciparion sich haben vernehmen lassen, wahrscheinlich wol noch einige Gegner der Gleichstellung das Wort erhalten, ehe die Specialdebarre beginnt- Ob die letztere sich unmittelbar an die Paragraphen deS von der Negierung vorgelegten Judengesetzes, oder an die einzelnen Satze des AbrheilungsgurachrenS anschließen werde, läßt sich noch nicht im Voraus bestimmen, eS ist das eine, wie das andere möglich, da der LandragScommissär in der von ihm Eingangs der Debatte gehaltenen Rede die Zustimmung der Regierung im Voraus erklärte in Bezug auf die eine oder andere erwähnte Form. — Wenn das ganze Judengeseh morgen nicht bei der Debatte über die ausgestellten Grundprincipien kurzweg beseitigt werden sollte, was wir nicht vermurhen, so dürfte leicht die Erörterung der einzelnen Paragraphen den großen Theil der Woche hinwegnehmen, so daß kaum noch Zeit übrig bliebe zur Besprechung der vielen wichtigen Petitionen, die noch bis jetzt rückständig sind. (H. C.) Berlin, vom 15. Juni. In der gestrigen Sitzung der Herren-Curie beschäftigte man sich — wie gleichzeitig auch in der Curie der Dreistände — mit dem Gesetzentwurf über die Juden. Das Gouvernement repräsentiere der Minister Eichhorn, der sich in der Stände-Curie durch den Geheimrarh Brüggemann vertreten ließ. Der Minister setzte in einem außerordentlich ausgedehnten und eingehenden Vorträge die Ansichten des Gouvernements auseinander, ohne iedocb, so weit sich aus der äußeren Haltung der Curie sä ließen ließ, unbedingte Zustimmung zu finden. Ueber den Gesetzentwurf in seinen Grundzügen ist schon berichtet. Er gehr wesentlich darauf hinaus, das Judenrhum als solches zu entwickeln und zu fördern, aber es auch gleichzeitig aus aller Vermischung mir den christlichen Unterrhanen abzusondern und religiös. wie politisch und privarrechtlich in sogenannten „Judenschafren" kirchlichen Verhältnisse der Juden annehmen, oder nnc anderen Worten, wie ein religiöses Gesetz rrdigiren, dagegen in Bezug auf die politischen Zustande euren besondern Antrag formiren, der sich vielleicht auf daS Edier vom Jahre 1812 stützt Es hänak hiermit zusammen, daß die Herren . Curie das Wort ,,Judenschafr" ganz gestrichen und an dessen Stelle die Bezeichnung „Synagogen - Verband" gesetzt har. DaS Genauere ist indessen abzuwarren, auch wünschen w»r unsere Ansicht nicht als Gewißheit zu geben. (H. C.) Berlin, den 16. Juni. In der gestrigen Sitzung der Herren-Eurie verfolgte dieselbe, in Betreff des Judengesetz-Entwurfs, die Richtung, der politischen Absonderung deS Judenthums entgegenzutreten, und in dieser Beziehung nur die kirchli-