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Der treue Zionswächter · 1847-06-15 · 24 (15.6.1847) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
24 (15.6.1847)
Date
1847-06-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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-M" IS8 Zeit-rvUsAschrichteN. Hannover. Häjt,rvSe2. Did Commission für Errichtung eines jüdischen Lehrör-Seminärs zeigt an, daß das Ministerium des Innern, abermals 800 Thtr. zu dieser Stiftung beigetragen, so wie, daß die hiesigen Juden, oder doch die meisten derselben» den vollen einjährigen Betrag des ihnen von jetzt an erlassenen Schutzgeldes: (cä. 100 Lsdr.) für denselben Zweck bestimmt haben. (H. C ) Emden. Ohne daß ein eigenes Wahl-Ausschreiben erlassen worden war, sind mehreren Rabbineu und Candidaten, die man der besonder» Berücksichtigung werth hielt, von Seiten unseres Vorstandes Einladungs-Schreiben zugegangen, ihre betreffenden religiösen und Universitäts-Zeugnisse anher zu senden, um nach Ausweis derselben einen engen Wahl- Aufsatz von Dreien, aus denen dann die Gesammtgemeinden des Sprengels zu wählen haben, zu formten. Mit Ausnahme eines bekannten Mgern Rabbiner» sind die sämmtlichen Aufgeforderten dem Wunsche des Vorstandes nachgekömmen, und liegt diesem jetzt die schwierige Entscheidung ob, bei der anerkannten Vollkommenheit mehrerer Gleichberechtigten, bei der gleichen Tüchtigkeit Aller, diese engere Wahlliste nach Recht und Billigkeit zu entwerfen. Daß die Aufgeforderten Alle der konservativ orthodoxen Glaubens - Richtung angehören, bedarf wol kaum der Erwähnung, da in ganz Oftfriesland keine Stimme sich zu Gunsten der Neologie erheben würde ^nd dürfte. Preußen. ' Berlin. Die Entscheidungsstunde des weitdesprochenen Gesetzentwurfes nahet heran, wenige Tage «och und das preußische Volk, vertreten durch seine gksinnungstüchtigen, intelligenten Organe, wird ausgesprochen habenwie von seiner Seile das jüdische Emäncipations-Verhältniß aufgefaßt worden^ Angenommen oder abgelehnt, so viel steht entschieden fest, von einer vollkommeüen Gleichstellung kann nicht die Rede-sein» fast SriMMeneinheit herrscht in dieser Beziehung unter den Deputirten. Und der Grund? Wepn von Seiten der Ministerien bei Vorlage des Gesetzentwurfes gesagt worden ist: „Allein dennoch bleibe den Juden eine in gewissem Maaße bewahrte Rationalität eigenthümlich, ivelche auf ihre Stellung im Staate von Bedeutung sei. Zuvörderst bestehe eine Reljgionsverschiedenheit, welche nicht blos auf besondere Glaubensnormen gegründet, sondern auch in mannigfachen äußeren, in die bürgerliche Gemeinschaft eingreifenden Gebots« ausgeprägt sei, außerdem aber eine Stammesverschiedenheit, welche in Verbindung mit ihrer Religion, den Juden unter de« mannigfachen Schicksalen die Eigenthümlichkeit erhalten habe, wodurch sie inmitten der verschiedenen Volkes, unter denen sie sich niedergelassen habenerkennbar seien. Diese Stammgenossenschaft solle nun wesentlich aus der religiösen Grundlage des Judenthums folgen": so ist zwar von nfologer Seite gegen diese Auffassung mannigfach remonstrirt worden, was freilich weder anders zu erwarten, noch überhaupt nach den religiösen Begriffen Jener je anderweitig denkbar wäre. Allein jene neologeu Vertreter werden es sich nicht einfallen lassen können, ihre Stimme für die der Gesammtjudenheit auszugeden, wenigstens waren die Staatsbehörden vorsichtig und gerecht genug auch das Gutachten der streng religiösen Judenheit zu hören, die sich zumal faktisch als übergroße Majorität ausweisen konnte. Und da fand es sich nun bald, daß jene Regierungsansicht allerdings Grund und Boden im wahrhaften Judenthume habe und sich nicht durch lichtfreundlkches Räsonnement oberflächlich hinweg demonstriren lasse. Und diese Ansicht, sie blieb die vorherrschende der Regierung, wird es nicht minder die des Volkes bleiben; die Consequcnzen sie folgen aus sich selbst. Palästina. Jerusalem, den 11. Jjar 5607. Ich mache Ihnen hierdurch die freudige Mirtheilung, daß unsere Besorgniß in Betreff des falschen Blutgerüchts n unsrer Stadt gottlob beseitigt ist; es ist weiter keine Rede mehr davon gewesen. Doch leider! als der hiesige Vorfall auf dem Berge Libanon, hier dbpöb i'7 genannt, woselbst von Juden ausschließlich nur arme Leute wohnen, bekannt wurde — es war nahe vor dem Pessachfeste— erhoben die dortigen Christen alsbald ein Geschrei, es wäre von ihnen ein Kind vermißt worden und beschuldigten die Juden mit dessen Morde, weil sie das Blut zu ihren Mazzoth nöthig hätten. Und leider mußten die meisten jüdischen Einwohner ihr Fest im Gefängniß mit Klagen und Jammern feiern, bis daß die Sache dem Pascha vdn Beirout, worunter Libanon steht, bekannt wurde. Die Juden von Beirout, u. A., auch unser Freund Herr R. I. Alfandari gingen alsbald zum Pascha, ihm die Falschheit der bösartig erfundenen Beschuldigung

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