Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 24 (15.6.1847)
- Date
- 1847-06-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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<»IH 19? -Z. KindeSunschuld darstellen. Zu dieser Classe gehört auch ihr Sohn. Ich bin nicht geschickt, bin nicht geistreich, aber gut bin ich, wahrhaft und treu. Lassen Sie diese Eigenschaften Ihnen genügen, statt vieler anderer mit denen Eltern und Kinder sonst wol prunken. Mögen sie Ihnen Bürgschaft fein, daß da- Herz Zhre- Kinde- Ihnen stetin gleicher Liebe zugethan, daß eL Alleaufbieten, um die auf ihn verwandten Mühen und Sorgen zu rechtfertigen durch den schönsten Erfolg, den Sie gewiß nicht so sehr wünschen, als ich bereit bin, alle- Meinige zu thun, um ihn herbeizuführen. Du aber, der Dü schauest in die tiefsten Tiefen menschlicher Herzen, Du, der Du erforschest deren Gedanken und Rathschlüsse, ehe fie noch entstanden. Dich bitte ich innigst und kindlichst, laß die Stunde, die ich so eben verlebt, mir stets unvergeßlich, mich dem, was in ihr ich versprochen, getreu bleiben. Dir sind Gedanken so viel als Worte, als Tharen; meine Gedanken sind rein, heilig, laß eS stets so bleiben. Schenke mir Leben. Leden in Deinem Gesetze, Leben in Deinem Willen, Leben zu meiner Selbstveredlung zur Freude, zur Ehre und. zum Ruhme derer, denen ick hier angehöre, die hier den nächsten Anthetl an meinem Wohlergehen nehmen. Und es sei die Freundlichkeit des Herrn über uns, unserer Hände Werk, möge es uns gelingen, unser Handwerk, möge er es befestigen. Amen. Die Bestimmung und Aufgabe des Menschen- und Lehrerl^bens. (Beschluß.) Nun frage ich dich, mein junger Freund! wie wünschest ^du, daß eS dir in der Welt ergehe? —- — Doch ich bedarf deiner Antwort nicht, ich kenne sie. Deswegen und weil ich deine Wünsche billige, mache ich dich aufmerksam auf die Mittel, die allein dir die Erreichung deiner Wünsche sichern. Denke an das, wodurch dir alles Andere, also auch Speise und Trank, Kleidung und Obdach, und Bücher und Freunde und Anderes, waS den Leib erhält und stärkt und die Seele ermuthigt, zufällt. Nicht wahr, du willst doch ein solches Einkommen dir erwerben, welches dir eine selbstständige Stellung sichert! Denn ohne Selbstständigkeit wird Keiner ein tüchtiger, gebildeter und glücklicher Mann. Und du kennst doch die Verhältnisse und Umstande, in welchen sich die Lehrerverhältnisse befinden. Siehe, schon darum, aubloßer Selbstliebe, wenn keine höhere Antriebe vorhanden wären, mußt du dir deine Bildung angelegen fein lassen. Den» keine Gemeinde versagt dem gebildeten edlen Mann die Achtung» und wer einmal die Achtung und damit da- Vertrau«» seiner Umgebung gewonnen har, dem wird ean dem Nötigsten nimmer fehlen. Ein jeder Mensch wünscht mit dem Zähren Erweiterung seiner Verhältnisse, der junge Mann schon darum Beförderung und Versetzung von einer geringeren Stelle zu einer höheren. Deshalb versäume eS Keiner, sich der Beförderung wenigstenwürdig zu bezeigen. Und wenn du, mein Freund ' etwas auf deinen Stand, auf den Lehrevstand hältst, wodurch kannst du dies an den Tag legen, und dazu beitragen, daß er mehr und mehr die Achtung und daS Vertrauen der Zeitgenossen verdiene und gewinne? Sicher doch nur durch wahre Bildung der dem Stande Angehörigen; also ein Zeder durch seine eigne Bildung, und durch Leistungen in dem Berufe des Lehrer- und Erziehers. Freuen will ich mich, wenn du der zuletzt genannten Antriebe zur Erhöhung deines Eifers und deiner Liebe zur wahren Bildung nicht bedarfst, wenn die Sache selbst in ihrer Reinheit und Schöne, dich bleibend im Streben erhält. Aber das ist und bleibt die Aufgabe de- Lebens, daß wir die erhabene und große Aufgabe der Selbsterziehung nimmer aus den Augen verlieren und kein höhere- Ziel kennen, als daS Ziel der Bildung und Vollendung als Menschen und als Lehrer. Begreiflicher Weise kann und soll diese Schrift nicht die Anleitung zur allgemeinen Menschenkildung liefern; sie verfolgt einen engeren^ , näher liegenden Zweck, indem sie sich darauf heschrgn kt» Anweisang zn ertheilen, wie der Lehrer» yder He^.sy Werden will, seine Kenntnisse und Lehrgeschicklichfeiren zu. erhöhen iy» Stande ist, welchen Weg , er. i» dem Unterrichte der einzelnen Lehrfächer einzuschiagen und welche Mittet er dabei zu benutzen hat. Aber die eben gegebenen allgemeinen Ansichten waren norhwendig, um dem Einzelnen und Speciellen seine Stellung im Großen und Ganzen anzuweisen, und die, die eS gebrauchen wollen, auf den höchsten Endzweck alles Srrebens, um deßwillen alles Andere vorhanden ist und dem eS dienen soll, aufmerksam zu machen. D—g.