Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 24 (15.6.1847)
- Date
- 1847-06-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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»M 196 OZ. Heiligung, als wichtigster Moment der jüdischen Religionslehre. Aus dem Bekenntnisse eines zur religiösen Voll, zahrigkeit gelangten ZünglingS. (Beschluß.) Ob ich sie kenne, die Religion, der ich von jetzt an angehöre? Worin ihr Wesen bestehe? Wessen sie ihre Verehrer besonders würdige? Za, ich kenne, ja, ich liebe sie, wie die Sonne ihren Schein, wie die Erde ihren Ertrag. Ich kenne ihr Wesen, das da ist die höchste Heiligung, die sich so weit erstreckt, daß Vermögen, daß Kraft, beziehungsweise sogar Leben geopfert werden muß, falls die Aufgabe unserer Selbstheiligung, solches Opfer von uns fordert, mv' »2 v7Ü ip-v ri'ppe '^7;'f> Die Worte der rnm haben nur bei dem Bestand, der für sie sogar daS Opfer deS Lebens zu bringen vermag. Habt ihr ihn verstanden, den Sinn jener Worte? O, er ist so klar und deutlich, aber andrerseits mir dem ganzen Wesen deS Judenthums so innig verwebt, daß über seine Deutung so leicht kein Zweifel obwalten kann. 'süin p'2'2 tv v»s)'Mp!> ''2 v'D sv;vpö. Baum des Lebens denen, der sie sesthält, sie verlängere Las Leben, sie ist daS Leben, Länge der Tage. Aber mehr noch. Nicht nur sie ist, sie allein ist Leben, mehr noch saae ick, ohne sie kein Leben. Willst du leben, leben für'S Gesetz, leben im Gesetze, dann mußt du dem Gesetze ganz angehören, mußt zeigen, daß ohne eS dir kein Leben, mußt eS verachten, mußt eS opfern daS Leben, um daS wahre Leben dir zu erwerben. W«e sie erzittern und erbeben, die gewöhnlichen AütagSmenfchen, wenn man auszusprechen es watzt^ daß, um Leben zu erlangen, man Kräfte und Much in sich fühlen müsse, um mit kaltem Blute die Selbsttödtung^ an sich vorzunehmen. " Stlbsttödtung' an' Allem, was bei den meisten Menschen so große'Bedeutung hat/ Vermögen. Ehre, Ruhm. Vergnügungen, Körperkraft und Stärke. Und doch fühle ich es lebhaft in Mir, nur so ist daS wahre Wesen des Judenthums, die Selbstheitigung zu erlangen, nur so ist cnm und somit wahres Leben eine Möglichkeit, eine Wahrheit. Nur so würdigt uns unser Zudenthum des Höchsten, das es fähig seinen warmen Verehrern zu spenden, nämlich der mnTp, denn vocTpw', Lohn des Strebennach Heiligung tst eben diese Heiligung selbst und 6!'v"vp -nv!> sin wer zu reinigen sich bestrebt, ihm ist man dazu behülflich. — So hatte ich eS denn ausgesprochen, wie ich mir daS Zudenthum gedacht, wie ich eS aufgefaßt, wie eS durch die That zu vollführea ich fest entschlossen bin. Weiß ich wol, daß die Gegenwart dem Jünglinge, der fromm und treu seiner uralten Väterreligion anzuhängen entschlossen ist, Mühen und Sorgen mancher Art bereiter, wie eS hier Hindernisse zu besiegen, Kämpfe au-zufechten, dort Genüssen zu entsagen, Vortheile aufzugeben gilt; doch das soll mich nicht entmuthigen und zaghaft machen; waS ich thue, waS ich ertrage, was mich trifft, was mir auferlegt, vor Allem bin ich Jude, kenne, liebe meine Religion und r,cv» 'ru nvz, vertrau auf den Herrn, Er wird schon mache v7si 6 wv« rw st-r'ü tö »ö *7, der Herr Mit mir, ich fürchte nicht, waS kann der Mensch mir thun. Deshalb will ich nicht zagen, bange oder muthloS einem mir zu schwierigen, meine Kräfte übersteigenden Vorhaben entgegensetzen. Nur der, der sich selbst aufgiebt, ist unwiderruflich verloren, dem Murhigen ist der Sieg gewiß, ehe noch der Kampf begonnen. Kämpfe murhig, kämpfe rüstig, wacker im Streike, zuversichtlich im Vertrauen. Beginne ihn bald, den Kampf gegen Verführung, gegen sündhaftes Leben, gottlose Zeitverderbtheir. Wer früh den Krieg erlernrder wanket nicht zur Zeit der Gefahr. Ich will jederzeit gewappnet sein mit dem Schilde des Gesetzes, gerüstet gegen jegliche Gefahr, so eigener Sinneskitzel, so fremder Eigennutz und Verführung mich ausseht, will bewahren daS höchste Ideal meines Lebens, Heiligung, Heiligung im Gesetze, Heiligung durch Reinheit und Unschuld, will durch sie gelangen zum Leben. Eingedenk will ich endlich auch sein derer, durch deren Hülfe, durch deren Vermittelung eS zunächst nach Gottes gütiger Vorsehung mir möglich geworden, dies AüeS zu wollen, zu können, derer die daö Körperleben mir gäben, die einzige Bedingung zur Erreichung des wahren, einzigen u. vollkommnen Lebens. Angenehm muß es Eltern sein, wenn daS Kind, ausgerüstet an Gtist und Verstand, die Mühen lohnt, die sie für seine Erziehung angewandt; glücklich müssen sie sich schätzen, wenn das Kind so auSgebildet und vollendet darsteht, dass es im Stande, Ehre und Glanz auf das geliebte Haupt der theuern Erzeuger zu verbreiten; d'och wahrhaft beneidenSwerth scheinen mir nur die Eltern, deren Kind gur und fromm, nächst GeisteSvvrzüglich Herzensbildung besitzetdie nicht prunken, die nicht glänzen, sich aber in wahrer Reinheit und