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Der treue Zionswächter · 1847-06-15 · 24 (15.6.1847) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
24 (15.6.1847)
Date
1847-06-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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»M M Gz» nicht ohne unser HgeneS Dazvthpn zü ihrem jetzigen Umfange gedeihe« konnten, daß wir wenigstens von der Schuld nicht freizusprechen sind, ihrem Entstehen, ihrer Ausbreitung Nicht durch geeignete Mittel begegnet. Alles, was ihnen aus unserem eigenen Bereiche Vorschub leisten konnte, nicht alsbald und unbetzingk Mrfernc zu haben. Zwar theilen wir die Furcht derer durchaus nicht, die das Judenthum solchergestalt gefährdet «ahnen; rein und^eher strahlend im Lichtglanze deS heiligen Schöpfers steht eS da, wie einst an dem Tage, als der ewige Bund geschlossen zwischen Gott und Nation besiegelt wurde, durch die Weihe der grossen darren Religion. Aber die Judenheir, die Trägerin jenes göttlichen Wortes, sie, die vor Allem berufene, auserwählte Priesterschaar im Dienste der reinsten Wahrheit, Verkünderin der beseligendsten Göttlichkeit an Volk und Welt; diese Judenheir, sie könnte allerdings gefährdet erscheinen im Kampfe mit dem Leben der Gegenwart, mit Eigendünkel, mit Habsucht. Deshalb ist es an der Zeit, soll er anders durchgekämpft werben, jener Kampf um die heiligsten Interessen, um Wahrheit, um religiöse Ueberzeugung, daß wir in unsrrm eigenen Kreise zuvörderst prüfen, erwägen und sichren, daß wir den Feind in uns bekämpfen und vernichten, damit wir desto ungeschwüchter und sicherer uns gegen den äußeren wenden können. Wer dieser in, nere Feind sei? wo er zu suchen? wie er sich äußere? Ach, daß wir ihn nicht kennen, das schon ist des Uebels genug; dem Kranken ist am Schwersten zn rachen der den Sitz seiner tödtlichen Krankheit nicht einmal anzugeben iveiß. Und er liegt uns doch so nahe, zu nahe vielleicht, als daß wir ihn um so leichter übersehen. Es sind aber drei wesentliche Elemente, die das Bestehen einer jüdischen Corporation in ihrem heutigen Zustande bedingen, dir allein den Inbegriff jener Corporation bilden, in deren Mangelhaftigkeit und Unzulässigkeit indeß wir den wichtigsten Moment zur Förderung jener unheilbringenden Zustände erkennen müssen, deren wir gleich Anfangs gedacht. Zuerst also die Gemeinde selbst. Was soll eine jüdische Gemeinde sein? Was ist sie? Vor Allem — und dieses beurkundet nicht nur das Wort, sondern bei Weitem mehr noch der Begriff ist eine jüdische Gemeinde eine religiöse Genossenschaft. Gleicher Zweck, gleiche Mittel, wenn auch in verschiedenem Maaße angewandt, ist das Wesentliche einer jener Gemeinschaft, äußere und innere Uebereinstimmung, wrnigstens in den hauptsächlichsten Beziehungen oonäiüo sine yas non. Im Leben cheS Einzelnen, so in dem der Gemeinschaft ist klares Erschauen,. ernstes Wollen wichtiges Förderungsmittel zur Erreichung eines Vorgesetzten Zweckes, wo sie fehlen, kann segensreiches Gedeihen wol schwerlich erwartet werben. . Demnach sollte eine jüdische Gemeinde eine Genossenschaft sein, die ihren Endzweck — Förderung gleicher, religiöser Interessen — klar erschauer, vom ernsten Willen beseelt ist, durch gleiche Mittel die Förderung dieser Zwecke, nach möglichen Kräften zu bewerkstelligen. DaS sollte eine jüdische Gemeinde sein! Und was ist sie? Mit Einem Worte, nichts von Allem, was sie sein sollte? Eine Genossenschaft? Eine religiöse Genossenschaft? Eine religiöse Genossenschaft, ihres Zweckes sich klar bewußt? Eine religiöse Genossenschaft, ihres Zweckes klar sich bewußt, mit ernstem Willen ausgerüstet, durch gleiche Mittel den gleichen Zweck zu erreichen? Schweigen wir für jetzt ganz u. gar von den durchaus fremdartigen Interessen, die die jüdische Genossenschaft aiS solche so häufig zu erstreben bemühet ist, schweigen wir von dem ungeheuren, durch unauSfüllbare Klüfte getrennten Zwiespalte, der in Zweck und Mittel der vereinten Genossen sich überall kundgiebt und der bereits zu einem solchen Umfange gediehen, daß, wo Einigung starken, daS letzte Heil für das beiderseitige Bestehen, die gänzliche, unwiderrufliche Trennung als einzig WünschenSwercheö, ja absolut NothwendigeS um jeden Preis herbeigeführt werden muß; schweigen wir von dem Allem und denken wir uns etwa eine Gemeinde, die noch jüdisch-religiöse Genossenschaft ist, in der größtmöglichste Uebereinstimmung herrscht, sowol hinsichtlich der Mittel als deS zu errei, chenden Zweckes, die sich klar bewußt-doch halt! Da stünden wir. Und um eS mit einem Male unum, wunden auszusprechen : unseren Gemeinden -- wir sprechen hier selbst von den strengstens orthodoxen — fehlt es ganz und gar an klarem Selbstbewußrsein. wie an ernstem Willen. Daß die Mische Gemeinde als solche nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte habe, daß eS die erste aller Pflichten sei , solche Rechte zu wahren und zu handhaben, daS sind Momente, zu deren Bewußtsein unsere Gemeinden sich bisher noch nicht haben erheben können. Schweigendes, stummes Dahinbrüten, affectirte. vornehmthuenbe Gleichgültigkeit, höchstens widerstrebendes Murren, ein schnell umerdrückter Um willensschrei, wenn man sich zu hart getroffen fühlt, daS sind die einzigen Lebenszeichen unserer Gemeinden. Selbst-

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