Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1847-06-08 · 23 (8.6.1847) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
23 (8.6.1847)
Date
1847-06-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2625941-2626146-2626170--0967-2628550
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

ganzen Fülle seiner allbekannten Beredtsamkeit, die letzte väterliche Ermahnung ans Herz zu legen. Und wenn auch anfänglich das kräftigste Wort aus bewegter Seele geschöpft, im Thränenausbruche erstickt, so wußte sich der geistreiche Redner dennoch iber schwierigen Lage, in die er sich in den scheidenden Augenblicken versetzt fühlte, zu entwinden und entfaltete die herzlichsten Worte der Ermahnung, so daß fast kein Auge thränenleer blieb. Durch Vas Scheiden des Landrabbiners Hirsch auS hiesiger Mitte, verliert der gebildete Kreis cinkn ausgezeichneten Gelehrten, die Gesellschaft ein humanes Mitglied, das zu jedem wohlthätigen Zwecke gerne hülfreiche Bruderhand bot; die jüdischen Gemeinden hiesiger und derosnabrückischcn Landdrostei aber erleiden einen der herbsten Verluste, denn selten findet sich wol ein Mann, der mit den ausgezeichnetsten Talenten, religiösen Gesinnungen, solche rastlose Thatkraft und solchen regen Eifer zur Förderung alles Segensreichen und Heilbringenden in sich vereinigt. Als sprechende Beweise, ja alö bür, gende Zeugen, steht das herrliche Denkmal seiner organisirten Synagogen-Ordnung, Schul- und Gemeindewescn, verschiedene ins Leben gerufene Wohlrhätigkeits-Stiftungen, für die spätere Zukunft da. Leider hatten wir kaum volle sechs Jahre das Glück, ihn zu besitzen und nur das Bewußtsein, daß er in seinem edlen Streben, auch in seinem entlegenen Berufskreis (Mähren in Oestreich) seine umsichtspolle Mitwirkung zu einem würdigen Nachfolger nicht entsagen werde, vermag hiesiger Gemeinde ihren Trcunuugsschrnerz zu lindern. Als besonderu Beweis der Ehrfurcht und Liebe, wurde dem Herrn.LandraHbiner bei seiner Abreise cln sehr schön gearbeiteter silbener Pokal, mit einem Gedichte vom Herrn Stadtsyndikns De. Bucrcn von einer Gesellschaft junger Leute als Ehrengeschenk Überreicht. Nicht minder Beweis der ungetheilten Hochachtung und Ehrfurcht bleibr indeß die Anhänglichkeit, die ihm die hiesige Gemeinde einstimmig dadurch an den Tag legte, für alle seine getroffenen Anordnungen die möglichsten Opfer zu deren BewerkstellignnZ zu bringen, welches nur eine Folge rlngeheuchelter Liebe sein kann, sowie die allgemein sich kundgebende Wehuzuth über dessen Austritt aus hiesigem Amte ein wahres Zeugniß der innigsten Ergebenheit zu ihrem Seelen Hirten bleiben muß. Begrüßten.wir daher unfern würdigen.Landesrabbincr bei seinem Antritte mit den Worten unserS Mottos (S. Ostfr. Ztg. 1811, Beil. 129,) die wir in Vermuthnng des ihm vorangcgangencn Rufs aussprachen desto entsprechender mögen sie uns heute zu seinem Nachrufe dienen, da sie sich als untrügliche Wahrheit bewährt haben. (Ostfr. Ztg.) Preußen. -Berlin, Ende Mai. Am 27. d. M. ist hier mit einem Male den Buchhändlern der Debit dreier Schriften verboten, von denen man dies am allerwenigsten erwartete. Zwei sind davon in Leipzig erschienene Broschüren und betreffen die Judenfrage; eine der Broschüren hat den Stadtverordneten Oe. Moritz Veit zum Verfasser und ist, »als Mspt. gedruckt" sämmrlichen Landtagsmitgliedern bereits vor längerer Zeit übersandt worden. Die andere ist namenlos und beleuchtet den Entwurf des neuen Judengcsctzes, welches letztere der Schrift beigcdruckt ist. Die dritte verbotene Schrift war nur ein Abdruck der »Erklärung der Rechte" wie sic schon in der Allg Prcuß Ztg. erschienen ist. (W. Z ) Berlin, den 1. Juni. Die durch unsere Blätter laufende Nachricht, daß der dem vereinigten Landtage vorgelegle Entwurf eines neuen Gesetzes über die Angelegenheiten der Juden von der Negier rung zurückgezogen worden sei, erweist sich als ganz grundlos. Es ist davon nie die Rede gewesen und würde auch an jeder Veranlassung einer Zurücknah: me des Entwurfs gefehlt haben. (H. E.) Freie Städte Frankftrrt <r. M. Nun sage Einer nock^ unser Rabbiner Stein sei entschieden dem ^Fortschritte zugethan, schreite so rasch und rüstig im Judcnthume vorwärts, daß er schon längst ans dem Judeuthume kcrausgcschritten sei! Nichts als Verleumdung! Im Gegentheil. Daß Stein im vollen Rückschritte begriffen ist, davon hatten wir am jüngsten rnp'IL den schlagendsten Beweis. Denken Sie sich, Confirmation und Gesänge, begleitet von sechs obligaten.Posaunen! .Und um diesen Brauch zu rechtfertigen, beruft mau sich nicht auf RaW-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.