Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 23 (8.6.1847)
- Date
- 1847-06-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Geist und Erquickung schöpfend auS diesem Dorne des Lebens, mit Freuden erfüllend die Pflichten, welche die V. A. —«Oo— Heiligung, als wichtigster Moment der jüdischen Religiorrslehre. jahrigkeic gelangten Jünglings. „Wer will Leben, wer will Leben, so rief einst der werfe Nabbi Alexander durch die Straßen der Stadt. Alle Welt lief zu ihm, sprach: Gteb uns Leben! Wer ist der Mann, der Wohlgefallen hat am Dcwahre deine Zunge vor Bösem, und deine L'ppen, trügerisch zu reden. Weiche vom Dösen, rhue Gutes, suche Frieden, jag' ihm nach. So Jener. Und Leben heißt lener gemeinsame Welrenhanch, der sich in unauflösbarer Ketie durch das ganze Erdengeschlechr hinburchzicher, der löner und wiederkänec in dem Munde aller Welterschaffuen der da erreget, der da beseelet, was nur je aus der Hand des großen Schöpfers hervorgegangen. Leben hcißt jenes Hochgelühl, jenes Selbsibewußlsein. jene Kraft, die den Dingen Allen ihre wahre Bedeutung verleihet. Leben heißt jenes beseligende Gefühl des ThunS und Wirkens jene angenehme Gewohnheit des Daseins, das klein wie groß, schwach wie mächtig, jung wie alt erfüllt. Erhebe deinen Blick zu jenen unermeßlichen Höhen, deren Fernen du kaum noch zu ahnen vermagst, blicke um dich, so weit die Unendlichkeit des Raumes deinem schwachen Memchenauge den Gesichtskreis vergönnt, sende das Auge in der Erde tiefste Tiefen, laß cs weilen in des Meeres unermeßlichen Abgründen, laß eS schweifen auf Höhen, die zum Himmel empor ragen, ln Wüsten, deren Ende nicht Sbzuschen, überall begegnet dir Leben, Alles will Leben, Alles ist Leben. Die gesammte Schöpfung, die Narur, ihre Pulse schlagen Leben, die Geschichte, die Ereignisse, ihr Ärhemzug. ,heißt,Leben von dem unsterblichen Geiste dis ,zur lodren Erdscholle, bis zum -Sonnenstäubchen Herab, Leben durchzucket fle Alle gleich. Und das Wprt, es ist auch Leben! Ja größeres Leben als in Natur, als in Welr, ist im Worte enthalten, jene vergehen, dieses besteht ewig! Der Inbegriff alles Lebens aber, daS ist jenes Wort, hervorgegangen aus dem Munde des Weltenschöpfcrs selbst, das ist jenes göttliche Gesetz, Born des Lebens, Quelle der Glückseligkeit, Schutz und Hort. Mein Goct und Herr, Allmächtiger, unausiprechlicher Schöpfer des Weltalls, Varer des Lebens! Um Leben sicher eine zarce zacke Pflanze Dich an. WaS Siehe, in meiner Hand ist keine Thar, meine Zunge har nicht das Wort! Aber auch mir hast Du jenen Lebensodem eingehauchc auch mich durchzucket jener Sonnenstrahl Deines Alllcbens, auch ich fühle, auch ich genieße jenes wonnige Gefühl des Daseins. Schenke, o schenke mir dieses Dasein. Laß mich Herr anwachsen. laß mich gedeihen, umgürre mich mir Scan ke, rüste mich mir Kraft. Das Wort ist Leben, Dein Wort ist Leben, o! erhalte es, Lebendiger, m mir, jenes Wort, laß es mir nie entweichen, nie meinem Sinne entfallen. Jenes Wort, Bürge zweier Welten, Bürge für dieses, Bürge für jenes Leben, eS sei mein Schutz, sei meine Stütze, gewährst Du Dieses mir. Du gewährst mir Alles. Amen!" So harre ich ihn denn vollbracht, den wichtigsten, bedeutungsvollsten Schritt, den der Jude wenigstens wahrend der ganzen Dauer seines Lebens vollbringen kann, so harre ich ihn erreicht durch des Höchsten Gnade, den Tag, der eigentlich der wahr- Tag meiner Geburt, der erste meiueö wirklichen Lebens hinieden ist. Mein bisheriges Leben war nur ein körperliches, höchstens der Vorbereitung für das jetzt beginnende wahre Leben des Juden geweiher, ich hieß wol Jude, doch war ich es nicht. Deshalb brauche ich es wol kaum zu erwähnen, zu schildern, das Hochgefühl, den .Seelengenuß, der mir ward, als der Tag anbrach, der mich, dieser Prüfungs- und Vorbereitungszeit entwachsen, einfühcre in das Heiligthum der GorreSgemeiuüe, mir meinen Platz anwies an der Seite der Weisen und Frommen im Hause Israel, bereu gottgefälligen Wandel ich jetzt gleichberechtigt und gleichver- .pflichtet mitwandeln dürfte und sollte. Deshalb, als ich mich milzählre, ein Glied der heftigen Zehn, deshalb, als ich -öffentlich Dank adstauete für die unendliche (Ltrade, mich Diener des lebendigen Gottes .neunen