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Der treue Zionswächter · 1847-05-25 · 21 (25.5.1847) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
21 (25.5.1847)
Date
1847-05-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Die Bestimmung und Aufgabe des Menschen- und Lehrerlebens. (Fortsetzung) Durch diese festen, mit seinem Dasein verwachsenen, sein geistiges Ich selbst ausmachenden Ueberzeugungen, die also nicht als angenommene Meinungen sich in seinem Gedächtniß vorfinden, sondern als Gesinnungen in ihm leben, verschwinden allerhand Nebel und Wahnsatze, die das Menschenleben verwirren und vernichten: die Meinung, daß der Mensch durch Worte, Redensarten, Formeln, fremde Ansichten und Aeußeres aller Art bilden und erziehen könne; — die schiefe und oberflächliche, das Wesen der Menschenbildung ganz verkehrt auffasscnde Ansicht, daß man durch einseitige Ausbildung, etwa der bloßen Erkenntniß oder der praktischen Fertigkeiten vielseitig und rief belebend auf Andere zu wirken vermöge; — der Wahn, daß das BildungSgeschäfc an sich selbst mit den Zugendjahren oder mit irgend einem Lebensabschnitt seine Endschafc und seine Vollendung erreiche. Der wahrhafte Erzieher weiß eS aus eigener innerster Erfahrung an sich selbst und an Andern, daß man mehr leistet durch das. was man ist, als das, was man weiß, auch eigentlich allein durch dasjenige Wissen etwas er wirkt, was zu unserm Selbst geworden ist, unser geistiges, freies Eigenthum, von dem man eben so gut sagen nicht gesprochen werden kann, weil wir nie ohne dasselbe sind, uns desselben gar nicht entäußern, dasselbe auch gar niemals verläugnen können, darum immer und überall durch dasselbe wirken weil wir in dsmsel» den sind. Wo möglich in noch höherem Grade gilt dies von der Ausbildung des Herzens und deS Willens. Gefühle erregen und entwickeln, lieb und rheuer zu geistigem Eigemhum machen, den Entschluß zu Bestrebungen und Thaten erwecken und den Charakter bilden, kann nur der, welcher diese geistigen Güter in sich zum Leben und zur Herrschaft gebracht oder realisirc har. kein Anderer. Der Geist rheilt sich dem Geiste mir; die lebendige religiöse Gesinnung in dem Einen weckt sie in dem Andern; das Streben des Erziehers ruft ein Aehnliches in dem Zögling hervor; das Wort ist nur gut und kräftig, wenn es von dem Sein Zeugniß giebt. Darum gelten die Vorschriften für den Erzieher : sei selbst erzogen im umfassenden Sinne des Wortes, und dann bist du nochwendig ein Erzieher im wahren Sinne des Wortes; strebe nach Bildung, auch dann, wenn du an der Bildung Anderer arbeitest, außerhalb und innerhalb dieses Wirkens; die Schule sei für dich selbst eine Schule; das ganze Leben, jedes Verhälrniß, jede Lage sei eine Veranlassung zu deiner eigenen Erziehung und Bildung. Und wenn du mit Engelszungen redetest und alle Weisheit und alle Erkennrniß dir zu Theil geworden wäre, und du strebtest nicht nach der Vollendung, also nicht, zufolge unserer Feststellung, nach immer freierer Thätigkeir im Dienste des Wahren und Euren: du wärest ein tönendes Erz und eine klingende Schelle, aber nimmermehr würdest du zu denen gehören, durch weiche „die Menschheit sich forrpflanzr." (Fortsetzung folgt.) Praktische Philosophie des Buches Hiob für alle Stände, oder klare Darstellung aller im Buche Hiob sich vorfindenden Wahrheiten als Nahrung für Geist und 2erz; nebst einer rhythmisch gegliederten, wortgetreuen Übersetzung unmittelbar aus der h. S-, als der ursprünglichen und ungekrqbtenQtttlle aller Neligiösitär, nachzuweisen und allen Ständen des Volkes leicht zugänglich zu machen, als sowol im Allgemeinen als ganz ^besonders auf dein Gebiete des Zudenkhums. Da aber jene höheren Wahrheiten über Gort, Tugend und Menschenbestimmung, in keinem Pucheder.h. .S., auf derungen aus der NaruV- und Vebenskunde, so rein und lebendig-deutlich dargestellt, werden als in dem Buche Hiob; ferner nirgends in der h. S. so reicher Trost gegen die Widerwärtigkeiten des Lebens, so heitiamer Balsam gegen die Wunden des Geschickes gespendet wirdals eben in dem genannten Bucke, welches die für alle Menschen so unentbehrliche Kunst, im äußern Unglücke sich nicht unglücklich zu fühlen, durchs hervorragende, beredete Beispiel lehrt und veranschaulicht; endlich bei all dem reichen gemeinnützigen Inhalte dennoch kein

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