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Der treue Zionswächter · 1847-05-25 · 21 (25.5.1847) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
21 (25.5.1847)
Date
1847-05-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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»W 171 keinen Unterschied des Alters und der Stände kennt. Auch die Zugend soll dem Herrn dienen und ihre Opfer bringen, ohne dabei ihre freudige Seelenstimmung aufzugeben, denn gerade dem Herrn freudig gestimmt seinen Dienst zu weihen, ist eine der ersten Bedingungen seines daran zu findenden Wohlgefallens. Und endlich noch sollte durch das Besprengen des Volkes mir der Hälfte des Opferbluts, während die andere Hälfte auf den Altar gesprengt worden, Israel belehrt werden, daß des Israeliten Leben, im Zeichen des Bluts veranschaulicht, sich theilen müsse, zwischen äußerem Dienst, und zwischen Entfaltung des innern Lebens, welches an der Person Hafter. Aeußerer Dienst allein wäre Werkheiligkeit, wäre todt; nur die innere Heiligung durch Forschen im Gesetze, durch Erkennen der Neligionswahrheiten, giebt ihm Leben und erhaltende Kraft. Alles, was der Herr befohlen, wollen wir thun und erkennen — dies sei stets der Wahlspruch der göttlichen Streiter im Kampfe des Daseins, wie er dies der göttlichen Heerschaaren am Sinai war. » * * „Wäre mein Bund nicht des Tags und der Nacht, ich Härte die Gesetze von Himmel und Erde nicht gegilder." Mit diesem Ausspruche des Herrn durch seinen Propheten Zeremia sollte, nach Erklärung unserer Weisen, uns von ihm die Verkündung werden, daß seines Bundes willen, den er mit Israel geschlossen, sein Gesetz zu halten, der Allgürige Himmel und Erde gegründet, daß somit seine heilige Religion den Grundpfeiler von Himmel und Erde bilde. „Weißt du," — sprach der Herr zu Hiob, — „auf was der Erde Grundpfeiler ruhen, wer ihren Eckstein senkte? Auf den Lobgesang der Morgensterne, unter'm Freudenruf der Gotteskinder." Erkennen wir somit den ersten Nutzen des Glaubens darin, daß die Schöpfung ihm ihr Dasein verdankt, und ihre Regeln durch ihn begründet sind, so besteht nicht minder sein Nutzen, insbesondere für das Menschengeschlecht darin auch, daß demselben dadurch die Mittel geboten werden, sich über das thierische Leben zu erheben und sich geistig zu veredeln. Endlich aber ist eL der Nutzen größter, den er schafft, daß er uns durch seine Vergeistigung zur Unsterblichkeit befähigt, und uns die Mittel reicht, Verdienste für die Ewigkeit zu sammeln, unS den Samen verleihet, dessen Saat im Reiche ewiger Seligkeit für uns sproßt. Und dieser dreifache Nutzen war es, welcher Israel noch in den drei Handlungen des Dnnbesschlusses angedeuret ward. Die Säulen sollten ihm in Erinnerung bringen, daß mit seinem Empfangen des Glaubens, es die Grundpfeiler der Schöpfung befestige. Die Darbringung der thierischen Opfer zum Dienste des Herrn sollte ihm den Nutzen zeigen, den der Glaube ihm bereiter, vermittelst desselben sein thierisches zu errödren und dem Herrn zu heiligen. So wie endlich die Desprengung des Volks mir der Hälfte des OpferblurS ihm veranschaulichen sollte, daß, so wie es Leben dem Herrn auf dem Altäre des Daseins opfert, es durch seinen Dienst auch neues Leben von ihm empfängt. Es sollte ihm verkünd n, daß der Schöpfer der Welten durch Blur mir ihm den Bund treuer Freundschaft schließe; daß, während es berufen sei, mit seinem Blute die Treue seines Glaubens zu besiegeln, wo somit für dieses Leben jede Vergeltung der Freundschaft von Seiten des Allgürigen geendet, er seine Varerliebe und Freundschaftstreue bewähren werde, in einem Leben, welches nach dem irdischen zur unverwelklichen Freude beginnt. Dieser Bund am Sinai, vor Jahrtausenden geschlossen, hat in seinen Erscheinungen sim bewährt, durch alle Epochen des Lebens Israels. Nie hat sein Glaube in seiner Gesammtheit gewankt; nie har eS dauernd dem Herrn seinen Dienst versagt; Erkennrniß seiner Lehren war stets das Lebenselemenc von Israels Nachkommen. Und so wie die Welt nicht zerstört, und die Heiligung Israels nie dauernd unterbrochen ward, so wird auch der höchste Nutzen des Gesetzes sich bewähren, die Gläubigen zum Genüsse ewiger Seligkeit im Varerhause der himmlischen Heimalh einst zu sammeln. * * * So möge denn in den nächstkommenden Tagen, die dem Offenbarungs-Feste vorangehen, der einst an einem derselben am Sinai gefeierte Dundesschluß, Verehrte! in frischer Erinnerung lebhaft vor ihre Seele treten, zu wärmen mit des Glaubens Hauch Ihr Herz, thatkräflig Ihren Willen zu stählen, höhere Erkennrniß in Ihrem Geiste zu wecken. Denn wahrlich! in der Wüste dieses Erdenlebens, wo Gewalt und Habsucht mit der Heißgier reißender Thiere alles zu verschlingen drohen, wo Tiegerrücke im Verborgenen lauert, die Unschuld zu würgen, wo der Verläumdung Schlangenbiß so oft tödtlich verwundet, und das Nattergife der Verführung schleichend und verpestend in die Lebensadern der Menschheit dringt; in der Wüste dieses Erden-

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