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Der treue Zionswächter · 1847-05-25 · 21 (25.5.1847) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
21 (25.5.1847)
Date
1847-05-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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lastes prangt, und ihn gegen die kalten Regenschauer des Unglaubens und der Vernünftelei beschützt. Ohne Glauben, wäre die Handlung, wäre die Erfüllung religiöser Handlungen, Heuchelei, und müßte sinken, wie ein Gebäude ohne Fundament. Ohne religiöse Handlung wäre Vernunftcrkenntniß ein Luftgebäude, ein Dach ohne Haue. Nur in Vereinigung von Glaube, Handlung und Erkennrniß sicht der Religionspallasi zur geistigen Wohnung vollendet da. Dieses sollte vielleicht Israel veranschaulicht werden durch die drei Handlunt gen bei Abschließung des göttlichen Bundes mit ihm. 12 Säulen wurden errichtet nach der Anzahl der Stämme Israels. Israel, dazu bestimmt, Träger der beseligenden Religionswahrheiten durch die Weltgeschichte zu sein, und solche durch lebendiges Beispiel nach allen Welt gegenden zu verbreiten, es bildere vom Anfänge an schon ein gegliedertes Ganzes, nach Stämmen eingetheilt, wie später nach Zeiten und Geschlechtern. Aber seine Glieder hatten alle eine und dieselbe Gestaltung, weil das Band der Religion sie vereinigte, weil die religiösen Verpflichtungen für Alle gleich galten. Ein Zeichen dafür, dass auch Israel zu allen Zeiten, in allen Weltgegenden sich in seiner religiösen Gestaltung nach Inhalt und Form gleich bleiben muß. Diese Gleichmäßigkeit in der Form seiner Glieder, diese Unveräuderlichkeit seines Glaubens im Sturme der Zeiten und Geschicke, ward bei jener Bundeshandlung dargestellt durch die zwölf Säulen, welche Mosche errichtet; das Bild von Israels Glauben, wie er bei allen Zergliederungen seiner Bekenner sich gleich bleibt, wie er dem Religionsgebäude zur Grundlage dient, wie die Säulenreihe dem darauf ruhenden Pallaste. Neben diesen Säulen ward der Altar zum Opferdienste deS Herrn errichtet; ein Zeichen, daß nicht Glaube ohne religiösen Dienst genügt, daß der religiösen Ueberzeugung Opfer gebracht werden müssen. Und endlich war es die Erkennrniß, die sich bei jener Bundeshandlung kundgab, und zwar durch das Sprengen des Bundesblurs zur Hälfte auf das Volk und zur Hälfte auf den Altar; ein Zeichen, daß der äußere Dienst nur ein Halbes sei, und durch den innern Menschen, durch die Erkenntniß ergänzt werden müsse. Darum sprach jetzt auch das Volk, welches zuerst nur durch „7>cro" die That gelobt hatte, „vvni ticrn -n? -rcft öp" alles, was Gott befohlen, wollen wir thun und beherzigen es uns durch Begreifen zum innern Bewußtsein bringen. AuS dem Inhalte des Neligionsganzen und seiner Abtheilung folgt nun von selbst die Eintheilung der Verpflichtungen, welche dem Israeliten seine Reli gion auferlegt; sie sind, zu glauben, zu dienen zu erkennen Zu glauben, daß die Vorschriften der Religion göttlichen Ursprungs sind, daß sie dem Urquell der göttlichen Allweisheit entflossen, und darum Menscheneinsicht überragen, die Zeiten und ihre Verhält, nisse überdauern und allen Stürmen trotzen. Sie legt uns die Verpflichtung auf, dem Herrn zu dienen, mit allem, was wir hienieden unser nennen, mir allem, was uns von seiner allgnadigen Vaterhand verliehen worden, mit Eigenthum und Leben, und kein Opfer zu groß zu achten, welches wir seiner Verehrung darzubringen nicht bereit wären. Sie legt endlich Israel die Verpflichtung auf, vermittelst der ihm gewordenen Geistesgabcn auch geistig sich mit dem Gesetze zu beschäftigen, sich durch dasselbe zu veredlen, und innerhalb des Glaubensbereiches auf der Gedankenleitcr so weit als möglich zur höhern Erkennrniß hinaufzusteigen — sich mit dem Studium der Thora zu beschäftigen. Bei jenem Bundesschlusse war die Verpflichtung des Glaubens für Israel dargestellr in den Säulen nach der Anzahl seiner Stämme. Es sollte damit ermahnt werden, wie sein Glaube den Säulen gleich sein müsse, welche der Sturm nicht zersplittert, der Zahn der Zeit nicht zerfrißt; wie er den Säulen gleich sein müsse, welche die Feuerglut der Sinnlichkeit nicht verzehrt, die Faust und Art der rohen Gewalt nicht zertrümmern. Es sollte damit ermahnt werden, wie selbst in seiner Zersplitterung unter Völkern und Zeiten sein Glaube diese unzerstörbare Festigkeit bewahren soll. Die Verpflichtung des Dienstes war bei jener Bundeshandlung veranschaulicht, durch die Ganz» und Freudenopfer, welche auf Mosche's Befehl zur Ehre des Herrn dargebracht wurden. Es sollte dies Israel ermahnen, wie sein ganzes Dasein dem Dienste des Herrn geheiligt und geweiht sein müsse; wie nicht mit Verdruß und Wehmurh. sondern in freudiger Stimmung es dem Allgütigen zu dienen, und die Opfer des Lebensgenusses seiner Ehre darzubringen har. Und die Jünglinge der Kinder Israels sandte Sr, Freudenüpfer zu schlachten, die Jugend war vom großen Lehrer erkoren, diese Opfer darzubringen; eine wichtige Lehre, daß auch sie, die leichtimnigere, lebensfrohe, der Kindheit entwachsene Jugend, mit dem Manne gleiche Verpflichtungen habe, da die Religion

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