Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1847-05-18 · 20 (18.5.1847) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
20 (18.5.1847)
Date
1847-05-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2625941-2626146-2626167--0940-2628520
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

»M 166 Gk» nigen Modificalionen das Befahren der Eisenbahn am Sabbath.^ Auch diese föip hat Herrn Löw's völlige Zustimmung, »weil hier — bei den der Industrie und dem Commerz entgegenstehenden kirchlichen Hindernissen — ein hingeworfenes Wort eines müssigen, skrupulösen Rabbi nicht den Ausschlag geben dürfe." Löw schließt diese Tirade mit den Fragen „was würde wol aus Israel werden, wenn Hirsch's (S. R.) Betrachtungsweise allgemein würde, und Partikularismus, Dünkel und Anmaaßung einkehrten in Israels Häuser? Sind dessen Begriffe von Jißroelthum und Zißroelwürde mit der Humanität, mir einem thätigen Lebensberufe wo! vereinbar? Aus einem von Löw im Jahre 1844 in dem „?6Sti Kirlap" (Pester Zeitungsblatt) veröffentlichten, die Emancipation der Juden betreffenden Aufsatze, her den wir folgende zwei Stellen heraus: »Die Juden — sagt Löw — haben kein polir risches Leben und keine politische Selbständigkeit, auch haben sie nickt die Absicht diese je zu erreichen."*) „Was endlich — meint Herr Löw — die gemischt te Ehe betrifft, kann nach meiner Meinung vor der erfolgten Emancipation, aus leicht durchzusehenden Urfachen eine solche Ehe nicht bestehen; nach erfolgter Emancipation, hingegen werden die jüdischen Geistlichen die gemischten Ehen auf keinen Fall verhindern." Es ist nicht unsre Sache und gehört nicht zu uns rer hier zu lösenden Aufgabe, Herrn Löw zu widerlegen und zu bekämpfen, aber das wird jeder Unbefangene eingestehen müssen, daß eine orthodoxe Gemeinde, welcher die „mü<sigcn und scrupulösen Rabbincn „Jo, sepb Karo, Mosche Jserles und selbst der Abraham aus dem Stamme der Leviten des 17ten Jahrhunderts größere Autoritäten sind, als der Abraham aus dem Stamme der Kohaniten des 19ren Jahrhunderts, mit Fug und Recht „Skrupel" haben kann, Herrn Löw als ihren Rabbinen auzuerkennen. Wenn die in Herrn Löw's früherem Sprengel befindliche, nicht kleine Zahl, von Orthodoxen, einer Majorität, die sich mir Löw's rel. Grundsätzen einverstanden erklärte, nachgeben mußte, so folgt ja daraus mir richtiger Conscquenz, daß in Papa eine sechsmal kleinere Mmorilät der orthodoxen Majorität nachgeben müssen. — Haben wir in Obigem mit klaren Worten und durch die einfache Darlegung der Facta bewiesen, daß Löw's Partei bei seiner Aufnahme mit der größten Willkür ») »Orient« No. 8. 1812.' gehandelt und daß er, der so unangefochten, und um ä 1a keitel zu sprechen, so abgöttisch verehrt*) in Groß-Kanischa sein Amt bekleidete, ein schreiendes Unrecht begangen, daß er das Papaer Rabbinat übernommen; so werden die Leser dieser Zeilen nicht wenig staunen, wenn sie den weiteren Hergang dieser bedauerlichen Sffaire vernehmen werden. Das humane Deutschland wird es unglaublich halten, daß in unserm erleuchteten Zeitalter, wo von allen Kanzeln Humanität, Toleranz, Gewissensfreiheit, religiöse Duldung gepredigt wird, Barbareien, wie sie in Papa verübt worden, möglich seien — und durch ein Individuum, in dessen Beruf es doch liegt. Stütze der Bedrängten und Elenden zu sein'; überall versöhnend und vermittelnd, hülfreich und liebevoll die auseinandergehenden Richtungen zu vereinigen. Es thür uns wahrlich leid, Folgendes erzählen zu müssen, denn welche Begriffe wird das Ausland von hiesigen Zuständen bekommen; allein wenn Herr Löw, der jetzt zum Denuncianten an seinen Glaubensbrüdern geworden,**) bei jeder lügenhaften Blasphemie und falschen Anklage, die er gegen daS alte Judenrhum und die alten Juden schleudert, salbungsvoll, mit gefalteten Händen und gen Himmel gewandtem Blick, ausruft: „Erschrecket vor dieser Beschreibung nichr, Ihr Geliebten. Wer seine Fehler verheimlicht, sagt Salomo, hat kein Gedeihen; aber wer sie bekennt und läßt, der findet Erbarmen, ***) so dürfen ja auch wir, die wir nur Wahres und Wirkliches berichten, hoffen, in eben diesem Salomonischen Vers unsere Rechtfertigung zu finden. *) S. «A^Z.^d c. No.^7. im Finstern, in schwarzer Verborgmheit schleichende Bösewichtcr. Mehreren Comitatsbeisitzern, die an Löw die Frage richteten, warum denn eigentlich die gläubigen Juden gegen ihn seien, gab er zur Antwort: «weil ich reine Moral lehre; weil ich gegen Schacher, Wucher und Betrug predige; vorzüglich aber, weil ich die Juden dem machen will.« Solchen lügnerischen Insinuationen können wir freilich nur das Schweigen der tiefsten Verachtung entgegensetzen und mit Abscheu zurückwcisen. Daß aber entwickelnden politischen Reform in Ungarn den Todesstoß versetzt, ist gewiß. Die Orthodoxen haben bisher in ihrer Befangenhett die zeitgemäß gebiketen^ Rabbinen ob sie das vacante Rabbinat mi^ einem Alten oder Gemäßigten besetzen sollten, für einen Alten gestimmt. ***) Sdessen Predigt: »Alle Hülfe kommt von Gott.« Papa. 18-16. S. 21.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.