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Der treue Zionswächter · 1847-05-18 · 20 (18.5.1847) · page 12

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
20 (18.5.1847)
Date
1847-05-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Heikel har von all Dem in seinen faselhafren Berichten geschwiegen, um sich und seinen Anhang nicht;,schmählich zu blamiren." — Ein trauriges Geschäft wäre es, in die Einzelheiten der erbärmlichen Kabalen und niedrigen Znrriguen, die der Rabbinerwahl vorangingen, einzugehen — wie man z. B. die Alten zurückwies, als sie Synagogenstellen kaufen wollten; durch welche Klatschereien und boshafte Ohrenblä'ercien man den Präfecren, das Faktotum der Grundhcrrschafr bearbeitete, hinrerS Licht führte, in Harnisch brachten u. s. w. — und wir wolle» daher blos das Factum aussprechen, daß eine unbedeutende Mmorirär, trotz deS eingelegten Protestes der sechsmal stärkeren Majorität, den Jugendfreund Feirel's, Herrn Leopold Löw, Rabbiner zu Groß-Kanischa, mir Zustim, mung der Ortsvbrigkeit zum Nabbinen wählte. Die Orthodoxen blieben nicht müssig, sie ließen an Herrn Löw ein Schreiben ergehen, in welchem sie ihm klar genug sagten, daß sie ihn nie als ihren Rabbinen anzurückgegcben und ein 8tstii8 yuo anbefohlen wurde; Herr Löw wurde von allem in Kennrniß gesetzt. — Das Comirat, welches vermöge seiner legislativen Autonomie sich nicht verpflichtet hielt, diesem Befehle der Statthafterer nachzukommen, bestätigte Löw's Aufnahme und so hielt er auch wirklich den 6. August v. Z. mir Sack und Pack, unter Sang und Klang seinen Einzug.*) Dieser Schritt des Herrn Löw ist unbegreiflich; konnte er auch nur einen Augenblick wähnen, daß er durch seine robuste Persönlichkeit und durch das Ableiern einer ungarischen und einiger deutschen — wenn auch Zuständigen — Predigten die aufgeregten Ger mürher beschwichtigen, die in ihren heiligsten Rechten Verletzten versöhnen, die starren „pilpulistischen Seelen" für sich gewinnen werde, so ist er, gelinde gesprochen, ein alberner Thor, voll maaßloser Eingebildetheit; oder lebte er vielleicht in der Hoffnung, mittelst des, weder Gesetz und Recht noch Menschlichkeit achtenden Willenschnurrbärtiger Despoten und mit der Hilfe der nervigen Arme und rohen Fäuste betrunkener Heiducken die Gegner zu besiegen, die „pilpulistischen Seelen" zu vernichten; dann ist er, glimpflich gesagt, ein herzloser Egoist. Oder aber hoffte er weder jenes noch dieses, sondern es avar ihm blos um den Titel zu thun, der n einer großen und frommen Gemeinde zu heißen; welch' lächerliche Eitelkeit! Was ist ein Titel? ein leerer Schall, ein hohler Laut, der nur so viel Werth und Bedeutung har, als ihm Anerkennung und Ehrfurcht gezollt wird— in Papa aber wird sich Löw nie Respekt und Achtung erringen**). Ein 21, den mehr als fünf Sechstel der *) Die --Deutsche Allgemeine No. 245.« v. I äußert bei dieser Gelegenheit: «Die Juden, welche in ihren kleinen zng brachten und ihre Fenster illuminirten.«— Feitel erzählt auch wirklich in No. 35 der --A- Z. d-J.» von --ungarischen und deutschen Anreden und geziemenden Er. endlich Abends --Viele Häuser und die Wohnung des Nabbi illuminirt, Fackelzug und Musik.« — Nein, possierlichere Dinge sind nie geschrieben worden! Wir bc- Weihung der Papaer Synagoge läßt Feitelwie männiglich in No. 41 der --A- Z. d. I.« v. I. Nachlesen ^nn, --aus fernen Orten und Comitaten viele hundert auch --das Nöllen zahlloser Equipagen (also noch mehr als 1500!) des hohen und höchsten Adels.« — Man speiß wirklich nicht, soll man.sich üb^r solch^Prahlerei^n von der lcidi^en^ Fallstaff-Schwäche bald geheilt werden. **) WaS die Papaer von Löw's Religiosität halten, kann

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