Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 20 (18.5.1847)
- Date
- 1847-05-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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ketten abgerechnet, Friede Eintracht und Einigkeit unter ihnen. Ein großer Theil der Papaer Israeliten besteht aus Handwerkern aller Art, der andere ernährt sich von einem soliden Handel. Notorisch ist es, — und w.r legen hier ein besonderes Gewicht darauf — daß kein Papaer, wenigstens von den Orthodoxen, den in der Bibel, von dem Talmud und allen später» Rabbinen so oft und so streng verpönten, als höchste Sünde verbotenen Wucher treibt. Die Abgaben, die die Papaer Gemeinde der Grundherrschaft zu entrichten verpflichtet ist, hat sie stets mit größter Pünktlichkeit bezahlt, und es ist kein Fall bekannt, daß in dieser Beziehung bei irgend einer Behörde Klage vorgekommen wäre. Zu der bekannten, von der Geschichte zur Genüge gelehrten Wahrheit, daß die Israeliten an Loyar lirär, an Liebe und Anhänglichkeit zu der von Gorr gesetzten Obrigkeit von keiner andern Nation überrroffen werden,haben auch die Papaer zu jeder Zeit die schlagendsten Beweise geliefert. — Der Grundherr, .Graf Carl Eszrerhazy, äußerte auch wirklich bei mehren Anlässen seine Zufriedenheit mir dem Betragen und der rechtlichen Aufführung der Papaer Gemeinde. — Unter den Papaern giebt es viele tüchtige S'7vb und nach Presburg dürfte es diejenige in Ungarn sein, wo am meisten rabbinisches Wissen getroffen wird. Die früheren Rabbinen. Papa's waren ralmudische Koryphäen z. D. der durch seine Werke berühmte, nach 45jähriger Amrsverwalrung i. I. 1837 den 26. März verstorbene W. Nappoporr, und der vor 2 Jahren den 21. Febr. als Opfer der herrschenden Kabale gefallene F. Horwih* *), Rufe und einem Kennerblick» ausschreien. S. »Allg. Zeitd. Jud.» 1811 No- 48. *) Bei Erwähnung dieses Mannes können wir uns nicht enthalten, schon von der sublunarischen Well, auszurufen' --n'Si'liu.-'Von diesem wahrhaft frommen, echt religiösen und streng orthovoren Rabbinen. dessen «seelischer Lebenswandel dem der berühmtesten Lehrer in Israel, z. Beines Moses Sopher in nichts nachstand. erzählt der fade Pasquillant --Uri den Zewi-- in No. 33 der «Allg. Z. d. Jud- 1811.« Hurwltz, Rabbiner zu Papa. Renegat des Chasidismus. dem er in früherer Jugend angehangen, ein Umstand, welcher das vor erlichen Monaten weit verbreitete Gerücht, gegründet aus die Aussage eines frommen, sonst glaubwürdigen Mannes, dieses Hochpriester des Nadbinismus habe sich die Pferse am Sadbathtagc wohlschmecken lassen, als nicht so ganz unmöglich erscheinen läßt.» Wenn nun Jemand eine Notitz ähnlichen Inhalts über den gegenwärtigen Rabbinen in Papa, der ja nie dem Ehasivismus angehangen, an das unpartheiische Organ für alles jüdische Interesse, überschicken möchte, die Aufnahme würde ihm verweigert werden. Wir rufen abermals aus: «-rv-i— Oder hat vielleicht aus jenem Mehr als sechs Siebentel der Papaer bekennen sich zur orthodoxen Richtung, finden ihr Glück und ihre Seligkeit in der strengen Befolgung der kleinsten rabbinischen Satzung. Diese sechs Siebentel wollten die vacanre Rabbiner-Stelle mit einem zwar zeitgemäß gebildeten, aber, und das ist die Oonstltio sink ljuu non, zugleich talmudisch tüchtigen Manne, dessen moralischer und rell^ giöser Lebenswandel immer makellos gewesen, besetzen. In Wahrheit, ein gerechtes und nicht genug zu bllli- Siebentel der conrribuirenden Gemeindemitglieder das Recht haben, sich einen Rabbinen nach ihrem Sinne zu wählen; besonders in Papa, wo seit undenkilchett Zeiten, wie fast in allen jüdischen Gemeinden, bei jeder wichtigen Amtsbesetzung jeder Contribuent Sitz und Stimme harte. M. Feitel sah ein, daß, wenn die Rabbinerwahl so wie früher vor sich ginge, und ein Mann von orthodoxer Gesinnung nach Papa käme, er weder das Jnspecrorat der bestehenden Schule, noch ein anderes fettes Amt erhalten und somit in sein früheres Nichts zurücksinken und zu der früheren Brotlosigkeit verdammt sein würde. Er und sein Anhang fielen daher auf einen nagelneuen Plan, der auch wirklich von der Grundherrschafr genehmigt wurde, daß nämlich nur jene v os Stimmen bei der vorzunehmenden Rabbinerwahl hätten, die für 500 fl. C. M. Sitze in der neuerbauren Synagoge kaufen. Ja, noch mehr; je 500 fl. C. M. geben eine Stimme, und wenn also irgend ein unwissender Parvenü zum Trotze alle Sitze aufkaufe, so hänge es blos von seiner Meinung ab, den Mann zu nennen, der würdig sei, das Papaer Rabbinar zu bekleiden. *) Der schreibfertige in wenigen Jahren^di^o-rr? Papa^ einen Rabbinen besitzen werde, der sich am Sabbathrage die Pfeife wohlschmecken lassen wird. Und sollte hier wohl anwendbar Eisenmengeriana senier: ----Um unsre Gemeinde aus die Bahn der Civilisation zu leiten, ist der Censuö. nach welchem unsere Grundobrigkeit das Stimmenrecht der Gemeindemitgliever modisicirr hat, dringend nothwendig»» Bedeckte nicht Schamröthe euer Angesicht — wenn ihr anders noch Schamroth werden könnt — als ihr diese Zellen uierergeschrieben's Doch ich will im Jiucresse des allgemcin.-S Wohls, zur Nachahmung für vic Gemeinden zu Krähwinkel, Schöppenstadt und ähnliche Metropole, den nicht genug zu rühmenden Census mirrhei-