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Der treue Zionswächter · 1847-05-18 · 20 (18.5.1847) · page 10

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
20 (18.5.1847)
Date
1847-05-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Vor Allem ist es unerläßlich, den eben genannten Feitel so genau als eS der enge Raum gestattet, zu charakterisiren. Weß Geistes Kind M. Feitel sei und wie groß A V« 3. in der „Allgem. Zeit. d. Judenth." abgebruckren Aufsätzen und Berichten schließen. Er gehört zu den Leuien, die darauf versessen sind, von sich reden zu machen, die ihre werthe Persönlichkeit bei jeder möglichen Gelegenheit in den Vordergrund zu stellen auch in solche, denen sie geistig in keiner Hinsicht gewachsen sind. Wo er als Schriftsteller ausgetreten, z. D. in der „Hauspostilla" und „Ansprache" hat er nie höhere Bildung documentirt und sein Styl — übervoll von Verstößen gegen Grammatik, Syntax und alle Logik — ist in der Regel — und die Regel leidet keine Ausnahme! — voll Schwulst, Bombast und höchst abscheulich. Mangel an Selbstüberschätzung und Eigendünkel, an gewandter Unverschämtheit und maaßloscr Dreistigkeit und Klatschsucht kann ihm Niemand vorwerfen. — Von Profession ist Feitel ein sogenannter Wundarzt, aber leider ohne Praxis. Wir sagen: leider! Denn in dem Sprichwort: „Müssiggang ist aller Laster Anfang" finden wir die Lösung und den Grund zu allen Feirelschen Bestrebungen. Zeitüberfluß, Geschäftslosigkeir und Entblößung aller Hülfsmittcl zu einer Subsistenz mußten Feitel unwillkürlich auf den Gedanken bringen, eine religöse Revolution in der Papaer Gemeinde zu versuchen, um so das Unterste zu oberst zu kehren und sich in irgend einer Art zu beschäftigen und zu versorgen. Man wollte ihm keine siechen Körper anverrrauen, dafür suchte er sich einigen schwachen Seelen unentbehrlich zu machen, um auf «Allg. Zeit. d. Judenth.- No. .41 s. 1844 erläßt Feitel einen Aufruf an die Herren Arzte und Wundärzte der österreichischen Staaten; No 9 a. 1846 trägt Feitel in ergebener Motion chcrbictigst darauf an, daß die wis-^ Einfall ein Monument No. 15 befindet sich von Feitel: ..Einiges über die Aufgabe der ungarischen Israeliten bei Herannahung des ungarischen Landtages.- — Moritz Feitel — das muß man ihm lassen — besitzt eine seltene Rührigkeit: Chirurgus, Theologus. Politicus, kurz ein wahrer Tausendkünstler. Seine diese Weise einer andern, von religiöser Gesinnung durchdrungenen Partei Ehre und Gewissen abzuschneiden. In einem noch nicht ganz civilisirren Lande haben Projektenmacher von jeher für ihre Faseleien einen gewinnreichen Boden, für ihre abentheuerlichen Pläne leichtgläubige Ohren gefunden. Und so gelang es auch dem Feitel wirklich, einige zwar höchst unwissende, aber mit irdischen Gütern gesegnete Papaer, denen er, da sein Name so oft in der „A. Z. d. I«' glanzte, als überaus grundgelehrt und geistreich galt, für seine Reformvorschläge zu gewinnen. Er stachelte immerfort tue Eitelkeit dieser lobsüchtigen Glücksjäger, stellte ihnen vor, welche Berühmtheit sie erlangen, wenn man „draußen in Deutschland" von ihren löblichen Bestrebungen hören werde, und versprach ihnen sogar, ihre Namen in den Annalen der „A. Z. d. I." aufzuzeichnen und zu verewigen. Daß Feitel schon seit lange die schweren religiösen Satzungen des Judenthums, wie Speisegesetze, Sabbathfeier und derlei Kleinigkeiten als eine unnöthige Bürde abgeschüttelt, versteht sich von selbst; wie hätte er auch sonst seinem urtheilslvsen Anhänge als überaus grundgelehrt und weise gelten können! Zn Pamoniens lieblichen Gauen ist der Heiß- Hunger, mit dem Jemand eine Schweinskeule verzehrt, u. die Nonchalance, mit der er am Sabbarh eine Cigarre schmaucht, im Allgemeinen der Maaßstab, mit dem seine Intelligenz, Bildungsstufe, Aufklärung und Gelahrtheit vom rohen Haufen gemessen wird. Kein Wunder also, daß die hochklingenden Phrasen deS M. Feitel, des fleißigen Mitarbeiters im Weinberge des Herrn P., des Verfassers der „Hauspostilla" und der „Ansprache", des Verächters der mosaischen Gesetze und Lehren — den reichen Papaer Anhängern gleich Orakelsprüchen heilig sind und die Norm zu allen in der Gemeinde vorzunehmenden Veränderungen abgeben. Wir haben hier in wenig treuen Zügen M. Feitel gezeichnet und wollen nun eine kurze Schilderung Papa's entwerfen und sofort zu unserer Erzählung übergehen. Papa, beinahe 500 Familien stark, gehört zu den wohlhabendsten Gemeinden im Lande. Die Papaer sind ehrliche, einfache und biedere Leute und bis zum Jahre 1841*) herrschte, einige unwichtige Mißhellig- *) Zn diesem Jahre kam nämlich Feitel nach Papa; er ließ sich gleich nach seiner Ankunft von einem gewissen P. als einen - Mann mit tiefpoetischem Gemüthe, hochreligiösen Gesinnungen, von ausgezeichnetem ärztlichem

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