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Der treue Zionswächter · 1847-05-18 · 20 (18.5.1847) · page 9

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
20 (18.5.1847)
Date
1847-05-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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zu Ms. LG Dissonanzen ans -er Gegenwart, Papa, Löw, Feitel. 28ir sehen uns genökhigt, einen Gegenstand zur Sprache zu bringen, den wir zwar aus leicht begreiflichen Grün« den lieber noch langer mit Stillschweigen übergangen hätten, der aber doch endlich aller Rücksichten und aller Bedenklichkeiten ungeachtet, vor das Forum der europäischen , zunächst der deutschen Judenheit gebracht werden muß. Es ist dies die absolut willkürliche, und in keiner Hinsicht zu entschuldigende, bis jetzt unerhörte Art und Weise, wie in der Gemeinde zu Papa eine unbedeutende, aus reformsüchtigen Männern bestehende Minorität die Rechte und die Gewissensfreiheit einer sechsmal siärkern orthodoxen Majorität beeinträchr tigt und mit Füßen tritt. Die folgende Darstellung, die wir nicht in der Absicht niedergeschrieben, um noch mehr Holz zur Flamme liaen Artikeln in der „Allgemeinen Zeitung des Juden, thums" und andern Blattern besprochene Angelegenheit in ihr wahres Licht zu stellen und auf ihre richtige Grundlage zurückzuführen — ist auS mehreren, sorgfältig unter sich verglichenen Berichten solcher Personen geschöpft, welche Augenzeugen der zu erzählenden Begebenheiten waren, und die sich in der Lage befinden, mit unbefangenem Blick die Wahrheit zu erkennen und sie auch ohne absichtliche Entstellung vor Jedermann auszusprechen. Und wir fordern hiermit die sämmtli, chen Gesetzlehrer Israels auf, sowol jene, die sich zu den Principien des „treuen Zions-Wächters" bekennen, als selbst diejenigen, denen „der Israelit" zum Organ ihrer ausgesprochenen Grundsätze dienen möchte, ihr Votum in dieser Angelegenheit abzugeben Ist unsere Darstellung der bis jetzt noch in keiner israelitischen Gemeinde erlebten Papaer Wirren und Zerwürfnisse eine falsche oder auch nur eine nicht völlig wahrheitsgetreue, nun so mögen die Betreffenden uns zurechtweisen und den Sachverlauf, von seinen bedauerlichen Anfängen bis zu seiner traurigen Entwickelung in den Journalen des JudenrhumS unpareiisch u wahrhaft der Oeffenrlichkeit übergeben. Mir der, nur die eigene Schwäche verrachenden Phrase: „wir halten cs unter unserer Würde"*), überhaupt mit leeren Deklamationen und durch eine sonore Rhetorik lassen wir uns durchaus nicht niederreben. Möge es sich M. Feitel ein für allemal gesagt sein lassen, daß Thacen lauter sprechen, als seine durch einen hohlen Pathos sich auszeichnenden Zeitungsartikelchen. und baß selbst eine geübtere Feder nicht im Stande ist, ein an mehr als 300 Familienvätern verübtes, himmelschreiendes Unrecht zu beschönigen oder gar zu rechtfertigen. ») Ein Anonymus, der in der »Pesther und Presburger Zeitung» in ewigen gut geschriebenen Aussätzen rie ganze Sachlage der Papaer Nabbinerwahl mit lobenswerlher Unparteilichkeit aufznklären suchte, wurde mit leeren Phrasen abgefertigt. Zn No UN der -Pesther Zeitungspricht der Anonymus unter Andern» die beherzigenswerthen Worte aus: "die Neologen die Fortschrittshelden schwatzen in Einem fort^ von Toleranz, Intoleranz, die verletzendste Despotie, der unerlaubteste Gewissenszwang- Setzen wir einmal den Fall umgekehrt. Eine Gemeinde zählt -100 Männer der modernen Mchruft einen orchodoxen Rabbinen znm Seelenhirken und dieser hätte die freche Stirne, ungeachret die 100 beharrlich protestiren, das Amt zu übernehmen- Welch' ein Zeter würde die tolerante Partei erheben, kein Schimpf-, Schmäh- und Scheltwort wäre ihr geeignet genug, um damit die Niederträchtigkeit des autokracischeu Vorstandes und des gewissenlosen Rabbinen zu bezeichnen Was man also bei Andern verdammt, findet man jetzt lobenswerth; was sonst ein Verbrechen, wird auf einmal zur Tugend- Hierauf wurde in derselben Zeitung No. 31K erwiedert: -Wir halten es unter unserer Würde, auf den Inhalt dieses Artikels zu entgegnen, find aber bereit, so sich der Verfasser nennen wird, seine Lügenhaftigkeiten (!) zu veranschaulichen.» (!) Eine bogenstarke Beilage zur »PreSburger Zeitunga. c. No. 11. welche unter dem Titel »Anti-Eisenmengcriana« in einer zwar etwas derben Sprache, aber mit Geist und Gelehrsamkeit das orthodoxe Judenthum gegen die ihm von der Löw-Feitel'schen Clique in einem Flugblatt aufgeburdeten Mängel zu vertheidigen suchte» wurde mit der Floskel abgefertigt: »der Leader (hört!) der Orthodoxen hat sich und seine Partei unlängst schmählich blamirt.» — Die Herren Löw-Feitelianer verstehen nicht übel die Kunst, sich leichten Kaufs auS der Klemme zu ziehen.

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