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Der treue Zionswächter · 1847-05-18 · 20 (18.5.1847) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
20 (18.5.1847)
Date
1847-05-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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»W ISS HL» kameh, um allda die Sache naher zu untersuchen; auch da konnte man dieselbe nicht inö Klare bringen, indem die Kinder bei ihren Aussagen verharrten , entließ die Knaben aber, weil man das Ganze für Kinderei hielt, und ließ dem Pascha wissen, daß das jüd. Kind keiner Schuld zu überweisen sei. Darauf empfing ich Mittwoch um 1 Uhr einen Brief vom Pascha, in welchem er mir schrieb, daß ich den folgenden Tag in eigener Person nebst den Pekidim und Stadrältesten im Dlvan Maschwera (d. i. der Versammlungssaal wo täglich die Abgeordneten der Stadt zusammen kommen, von jeder Nation Einer, worunter denn auch ein Israelit, dessen Stelle unser Dollmetscher gewöhnlich einnimmr, was die Landeegesetze so mit fich bringen) zu erscheinen habe, um über eine Sache abzühandeln, die dringend erheische, daß zum wenigsten ich in Person komme. Dies war der Inhalt des Briefes vom Pascha, der mich sehr in Schrecken setzte, da ich nicht wußte, wel- Ursache ich es zuschreiben sollte, daß man Mich zum Divan lud. Nock nie wurde ich in Peson dorr oder ander,vohsn gerufen; der Dollmetscher ging immer statt meiner dahin. Ich schickte diesen daher Abends zum Pascha, um zu erfahren, weshalb der,elbe mich bestellt. Er offenbarte ihm denn, daß der oberste griechische Geistliche, welcher Barraf genannt wird, ihm einen Brief geschickt habe, worin er gegen die Juden als Kläger aufrrete; er schreibe darin, daß das christliche Kind erzählt, die Juden hätten es in ein Haus gelockt, angegriffen und mir einem Messer in die Hüfte gefangen, um solches zur Bereitung der Mazoth auf Ostern zu gebrauchen. (Lauter nach Verlauf von zwei Tagen erdichtete Sachen, die dem Kinde wahrscheinlich von einem griech. Fanatiker, der die süd. Religion hgßr, dere, sie möchten die Sache klar darlegen, ob sie zu den Mazoth Christenblut brauchten oder nicht; denn er befürchte sonst einen Aufstand der Griechen, um so mehr, da zur Feier des Festes jetzt viel Volk aus der ganzen Gegend Herkommen würde. Der Pascha fügte noch hinzu, daß er sich, da der Geistliche Aufklärung von den Juden verlange, genäthigt sähe, letztere in den Versammlungssaal laden zu lassen. Der Dollmetscher setzte ihm hierauf die Sache auseinander, wie es klar daraus hervorgehe, daß es eine falsche, erdachte Beschuldigung sei, da weder das Kind noch die Schwester Monrag so etwas vorgegeben und auch der Pascha das Judenkind auf Erklärung der Richter der Machkameh für unschuldig erklärt habe; ferner sagte er ihm, daß wir ein Firman von Sr. Maj. dem Sultan Abdul Medschid besitze, worin Sr. Maj befiehlt, daß einer derartigen Beschuldigung nicht mehr erwähnt werden dürfe, und sie nicht mehr in Anmerkung kommen solle, weil Sr. Majestät sich selbst überzeugt, daß alle solche Beschuldigungen Lügen sind, wie dies der Firman ausführlich besagt. Der Pascha erwiederre ihm indessen, daß wir demungeachtet morgen zur Versammlung kommen müssen, um daselbst Rede zu stehen. Möchte es indessen dem Chacham Baschi zu schwer ankommen sich da einzufinden, weil er nach der Aussage des Dolmetschers zu schwach wäre, so mache dies nichts aus, und möge er denn nur die Pekidim und Aeltesien schicken. Als uns der Dollmetscher solches berichtete, schmerzte und betrübte es uns sehr. Schrecken überfiel uns, als wir sahen, daß noch jetzt einer Sache erwähnt wurde, die zufolge des ausgestellten Firmans nicht mehr beim Gerichte anhängig gemacht werden durfte, und zwar eine Sache, die Jedem gleich als erdichtet und erlogen erscheinen mußte! Dank sei dem Allmächtigen, Kind zu verbergen und die Juden zu beschuldigen, sie hätten das Kind umgebrachr. In großer Angst befinden wir uns aber dennoch, weil wir leider sehen, daß man sich immer noch unterstehen darf, mir einer solchen Anklage vor Gericht zu erscheinen, und weck wir nun immer solche Anklagen zu befürchten haben. Es «st möglich, daß die Griechen die ganze Sacke schon früher abgekartet hatten und ihre Angaben nun durch solche Zeugnisse und Bestechung zu bewahrheiten suchen. An anberaumren Versammlung, wo drei griech. Geistliche nebst dem schon von früher als Judenhasser bekannten Schibli, vielleicht Chevalier :c. gegen sie auftraten» Letzterer, der jetzt Secrerair beim Pascha ist, führte immer das Wort. Bei der falschen Deickuldigung in Damaskus spielte dieser Schibli auch eine große Rolle und man sagt, daß er auch damals der Wortführer der Ankläger gewesen. Die erste Frage, die er an die Pekidim richtete, war, ob die Gemeinde Peruschim sich zur selben mosaischen Religion wie wir bekennen und ob ich auch über sie Rftdrer wäre. Wir antworteten folacndermaßen: „Du bist Secrerair, nicht Ankläger. Bist Du aber ja Ankläger, dann ziemt es Dir nicht bei dem Divan als Secrerair zu agrren." Derselbe war jedoch unverschämt

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