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Der treue Zionswächter · 1847-05-18 · 20 (18.5.1847) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
20 (18.5.1847)
Date
1847-05-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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fragt Ihr. Und von wem verlangt Ihr Antwort, wenn Ihr nicht selbst antworten könnt, sobald die Frage an Euch gerichtet wird? Was ist für uns geschehen? fragt Ihr. Und hübt Ihr irgend Jemanden ermächtigt,Mr Euch zu handeln, habt Ihr ihm Eure Zustimmung zugesagt, wenn er in Euren Namen handelt u. s w.?" Das ist mindestens sehr naiv! Weil die Reform des vr. Stern sich selbst eingestehen muß, nichts gethan zu haben, soll die Masse die Schuld tragen; es ist dies ein Undank gegen die, welche leichtgläubig der Reform beigetreten sind und bis jetzt in Geduld ausharrten. Fragen, wie sie dort von vr. Stern ausgestellt werden, klingen lächerlich und sonderbar; es ist als ob nicht er, sondern die Masse die Reform ins Leben gerufen hätte, und als ob es nicht durch seine Schuld sei, daß bis jetzt nichts geschehen ist. Bei solchem Unsinn darf man sich denn auch nicht wundern, wenn nach jenen Vorwürfen vr. Stern die Sache »bieder umdrehet und nun sagt: „Und doch ist Viel, ist Bedeutsames und Anerkennenswerthes geschehen, für Euch und für die Befriedigung Eures Bedürfnisses!" Diese Sprache klingt doch in der That wunderbar und drollig, und noch drolliger klingt es etwas weiter: „Wenn es sich jedoch zeigen sollte, daß Ihr Nichts von allem dem gethan habt, so ist es nicht die Absicht dieser Blätter, mit Euch zu rechten über Euer Thun, und die Schuld auf Euch zu wälzen, wenn nicht Genügendes oder nicht das Rechte bisher geschehen ist u. s. w." Wer findet nun in diesen Fragen und Antworten, in diesen Anklagen und Vertheidigungen ein Fünkchen Menschenverstand. Nun soll in einer Brochüre von 40 Seiten nach jenem unsinnigen Eingänge bewiesen werden, daß dennoch nicht Etwas, sondern Viel geschehen sei, und zwar von Seilen des Staats, von Seiten der geistlichen Führer und von Seiten Einzelner. Aber vr. Stern hat hier die Anmaßung seiner Person und seiner Thätigkeit das zuschreiben zu wollen, was ohne ihn und ohne sein Thun, )a vor seinem Auftreten längst geschehen oder in der Entwickelung begriffen war; weil vr. Stern jetzt einsieht, daß or eigentlich nichts gethan hat, will er sich das Verdienst Anderer aneignen: das ist nicht recht und nicht billig rc. rc. Und in diesem Tone und Sinne geht es weiter. Königsberg. Die von mehreren Blärtern mitgetheilte Nachricht, als seien in Archangel kürzlich 67 jüd. Soldaten auf ein Mal zur griechischen Kirche übergetreten, und in Gegenwart einer ungeheuren Menschenmaffe öffentlich getauft worden, kann, glaubwürdigen Privatnachrichten -zufolge, auf das Entschiedenste in Abrede gestellt werden. Was in Rußland der Übertritt von 5—6 jüdischen Soldaten — und größer war die Zahl überhaupt nicht, bedeuten will, weiß jeder Unbefangene leicht zu beurtheilen; von einer öffentlichen außergewöhnlichen Sensation, bei diesen und ähnlichen Fällen weiß man dort zu Lande ohnedies nichts, und die ganze Nachricht läuft am Ende auf eine gewöhnliche Zeitungslüge hinaus deren Berichtigung im Interesse der Iudenheit höchst wünfchenswerth. Palästina. Jerusalem, 24. Adar 5607 (den 12. März 1817 > Wir haben den größten Kummer über eine Begebenheit, welche sich hier ereignet, und uns leider in böse Verwickelung gebracht hat. Der Himmel, welcher Israel immer Hüter, stehe der gerechten Sache vei und wende sie zum Guten! Folgendes ist der Hergang der Sache. Verwichenen Sonntag, den 19. Adar gerierh beim in die Schule Gehen ein 6 bis 7jähriges Waisenkind von der Gemeinde Peruschim*) (es war auch in der Straße dieser Gemeinde) mit einem christlichen Bauerjungen gleichen Alters in Streit. Das jüdische Kind nahm alsbald die Flucht und verbarg sich im Hofe eines Juden. Des andern Tages erschien dle Schwester des christl. Kindes vor Gericht, um Recht zu fordern, weil ihr Bruder auesagr, daß das jüdische Kind ihn mit einem Messer an der Hüfte, dicht beim Fuße, verwundet habe, so daß Blut geflossen sei, und auch sie habe dies gesehen. Da das jüd. Kind unter östereichischem Stutze steht, so schickte der Vekil Rabbi Zesatas Vourdacki dasselbe mit seinem Dollmetscher zum Pascha. Man confrontirre die Kinder. Der Christenjunge gab an, der Jude»,junge habe ihn mir einem Messer an der Hüfte verwundet und zeigte auch wirklich einen Schnitt. Der jüd. Knabe leugnete hingegen und sagte aus, der Christenjunge habe ihn lange verfolgt, bis er sich endlich in den Hof geflüchtet. Der Pascha verwies sie beide ans Gericht von Mach- *) Diese Gemeinde besteht aus polnisch-deutschen Juden.

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