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Der treue Zionswächter · 1847-05-18 · 20 (18.5.1847) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
20 (18.5.1847)
Date
1847-05-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Jehuda, der große Sänger, war bereits im Alter vorgerückt, da er ins Morgenland reisen wollte. Seine Frau drang in ihn, möglichst bald seine bereits herangewachsene Tochter zu verheirathen. Sie that dies so oft und so quälend, daß R. Jehuda eines Abends schwur, sie dem ersten Inden, der sich ihm am folgenden Tage darbieten werde, hinzugeben. Am andern Tage kam unser Aben-Esra in Reisekleidern zu R. Jehuda, der ihn nicht kannte, aber schon von ihm gehört hatte. Die Frau des R. Jehuda erschrack bei dem Anblicke des ärmlich gekleideten Jünglings, der nun ihr Schwiegersohn werden sollte. R. Jehuda, der ungewöhnliche Talente an ihm verspürte, meinte, daß dieser noch ein Gelehrter werden könne, und nahm ihn unter die Zahl seiner Schüler auf. Aben-Esra sah, daß seine Anwesenheit eine Verlegenheit verursachte und verleugnete vorläufig seinen Namen. Die Frau des N- Jehuda weinte indeß und bat ihren Mann von seinem Vorhaben abzustehen. Dieser tröstete sie, und versprach ihr ans die Ausbildung des jungen Mannes allen Fleiß zu verwenden Aben-Esra lernte jetzt zum Scheine die Anfangsgründe der Wissenschaften und befriedigte seinen Lehrer anfdie überraschendste Weise. Eines Abends blieb N. Jehuda ungewöhnlich lange auf seinem Studirzimmer und mit Mühe wurde er bewogen, zum Abendessen nach Hause zu kommen. AlS ihn Aben-Esra um die Ursache seines Ausbleibens fragte, erhielt er nur scherzende Antworten, bis die Frau fortging, und aus dem Studirzimmer ihres Mannes das Bruchstück eines hebräischen Gesanges holte, mit welchem er beschäftigt gewesen war, und dessen Beendigung ihm nicht gelingen wollte. Aben-Esra nahm hierauf die Feder durchlief damit das Gedicht, machte einzelne Verbesserungen, und vollendete das Ganze zur allgenreinen Freude des R. Jehuda, der es kaum gelesen hatte, als er den Aben-Esra umarmte, und ausrief; «Ganz sicher bist Du der gerühmte Aben-Esra, und nun ein willkommerrer Schwiegersohn." Aben-Esra starb im75sten Jahre seines Lebens, im Jahre 11.68 auf der Insel Nhodus (nicht in Toledo). Sein letzter Witz war der, daß er die Worte der h. Sch. 1. M. 12, 1, «Abraham war 75 Jahr alt, als er aus Eharan zog," auf sich mit der kleinen Abänderurg verwendete, das er statt Charon nämlich «Charon," der zornbrausenden unruhigen Welt setzte. Unter den vielen vermischten Gedichten. die nebst seinen wissenschaftlichen Werken (36 an der Zahl) auf uns gekommen sind, zeichnen sich besonders viele religiöse Lieder und ein Gedicht auf das Schachspiel aus. Biographien Aben-Esras schrieben viele christliche und jüdische Gelehrte, ein gedrängtes übersichtliches, aber vollständiges Verzeichniß seiner Werke von Hartmann ist in Ersch und Grubers Encyclopädie" Art. Aden Esra, und.in liioarst 8imons „OataloZus «eriptor stuck " zu finden. ZritSM^sNachrichLeN. Preußen. Berlin. Als untrügliches Zeichen, wie es mit dem R.-D. beschaffen, wie man ihn beurtheilt, verfehle ich nicht, aus einem dieser Tage erschienenen Schriftchen „Zweites offenes Sendschreiben an Herrn l)r. Stern in Berlin und an die dortige Reformgemeinde", das einen bekannten Mann des Fortschrittes zum Verfasser hat, einiges den Lesern dieser Blätter mitzutheilen. Nachdem nämlich zuvor Stern s Auftreten, seine Neformideen gehörig beleuchtet und zurückgewiesen werden, nachdem das ganze Streben als ein durchaus mißglücktes dargestellt wird, kommt der Verf. auf Stern's jüngstes Schriftchen zu reden, und äußert sich folgendermaßen: „Alles ist unbeachtet geblieben, denn De. Stern will nur seiner Einsicht folgen, und weiß sich selbst durchaus nicht zn beurtheilen. Ganz kurstich erschien von ihm ein kleines Buch, daß den hochtrabenden Titel führt: Was ist geschehen nnd was ist zu thun? Mit großer Erwartung nahmen wir es zur Hand, und als wir es gelesen chatten, mußtest wir uns gestehen, daß ein größerer Unsinn wol snt langer Zeit den Preßbengel nicht in Bewegung gesetzt hat. Wir wollen nur aufEiniges aufmerksam machen. Im Bewußtsein, eigentlich nichts gethan zu haben, sagt ve.Stern : „Was ist für uns geschehen? rufen uns diese zn, und warum sind die Hoffnungen noch bis heute unerfüllt geblieben, deren Verwirklichung man uns schon beim Beginn dieses Jahres als so nahe bevorstehend darstellte?" Und die Antwort auf diese Frage giebt sich I)r. S. selbst und zwar auf folgende Weise: „Was ist geschehn?

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