Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 19 (11.5.1847)
- Date
- 1847-05-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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oZO 119 GH» die Ideale des Wahren und Guten für immer und ewig die Ziele des Strebens genannt seien, die er mir freier Selbstbcstimmuna, in reiner Liebe zu ihnen, als den höchsten Gütern der Menschheit, mir Anstrengung und Aufbietung aller seiner Kräfte zu erringen habe. Dieses ist und bleibr das eine, erhabene, ewige Ideal aller einzelnen Menschen und deS ganzen Geschlechts, welches dadurch Gott, der das Wahre und Gute an sich ist, ähnlich wird. Von zwei verschiedenen Seiten läßt sich, wie eben angedeuret, die Idee der Bildung fassen; nämlich entweder als ein. außer dem Menschen Befindliches, an sich Vollendetes das er sich als Vorbild und Zielpunkt seines SrrebenS Vorhalt, oder als ein durch seine Entwickelung allmälig Werdendes. Jenes stellt die religiöse, dieses die philosophische Idee der menschlichen Bildung dar. Beide sind nicht in ihrem Wesen, nicht in ihrem Ziele, sondern in den Anfangspunkten und Richtungen verschieden. Im ersten Falle >uchr man die Idee der Bildung dem einzelnen Men-chen als das Vollendete vorzuführen, ihn für dasselbe zu gewinnen und ihm zu zeigen, daß er durch vernünftigen Geistes bis zu der Vollkommenheit, wo sie mit dem Sein des vollkommensten Wesens übereinsiimmr. Dort wird das Göttliche zuerst gesetzt, der Mensch durch dasselbe verklärt; hier beginnt man mir dem Sittlichen und erhebt eS bis zur Uebereinstimmung mit dem Göttlichen. Jenes ist der religiöse Humanismus, dieses der philosophische. Der erste beginnt mit der Frömmigkeit und führt zur Sittlichkeit; der zweite verklärt die Sittlichkeit zur Frömmigkeit. Zn chrer Vollendung sind sie eins (identisch), die Uebereinstimmung deS Glaubens und Wissens. Unsere Religion enthält die religiöse Idee der Bildung. Sie ist vollendet in sich. Aber die Auffassung ist verschieden, je nach dem Standpunkte der einzelnen Völker und Individuen. Mit der Bildung entwickelt sich die Vorstellung von seiner Vollendung immer deutlicher und erhabener; es bleibt aber das ewige Ziel aller lebendig strebenden Menschengeister. (Fortsetzung folgt) Excerpte aus einer Rede de- Hrn. Oberrabb. S. W. Schreiber zu PreSburg. (Beschluß.) „Und so wie sich die Fast- und Bettage bei ihnen und ihren Nachkommen bestätigen" heißt, jenen Gedanken auch ferner verfolgend, der Schluß unseres Textes. Denn auch die Trauer um das gelobte Land, wovon nach bemeldeten Eben Esra hier die Rede ist, entspringt einer geistreichen Quelle, worüber sich schon Rambam (Ende '4t>) deutlich aussprichk. „Nie sehnten sich" sagte MaimonideS „die Weisen und Propheten nach den Zeiten des Erlösers, um den WelrenkreiS zu beherrschen, etwa Völker zu bezwingen oder über Staaten sich mächtig zu erheben; auch nicht darum, tum in Ueppigkeit und schwelgender Wollust dem sinnlichen Triebe fröhnen zu dürfen — nur lediglich, um mir der Thora und ihrer tiefen Weisheit sich befassen zu können. Daß kein Bedrücker und ReligtonSstärer sie abhalke, daS ewige Leben zu erreichen, wie wir uns bereits in Hilchoe Teschuba darüber erklärten." Mägen uns daher von unserer milden Negierung alle Rechte eines eingebürgerten Volkes zugestanden werden: wir müsse,r deshalb nie aufhören, nach den Messiasragen unS glühend zu sehnen. Denn wir buhlen nicht nach dem Besitz des gelobten Landes; nicht der süßen Gemächlichkeit, oder deS stolzen Ruhmes und Glanzes wegen, hoffen wir auf Erlösung. Nein, unsere Seele schmachtet nach dem himmlischen Gute, daS in dem Besitz des gelobten Landes besteht pk Viele Pflichten, sagen unsere Weisen, hangen an jenes Land. „In jenen Tagen" fährt dort Maim. fort „wücher kein Hunaer, kein verhrerender Kriegsarm mehr im Lande. Neid und Haß verrinnen, denn der Dorn deS Segens ergießt sich mächtig über die ganze Welt Liebliche Leckers speisen sind wie Staub in der Fülle dann; abgescknikrcn wird dem Erdensohne jeder Faden des geschäftigen wird die Erkennrniß Gorres werden. Darum wires in Israel hohe Weisen geben, die in die Mysterien der Dinge eindringen und den Willen des Schöpfers erfahren. Denn es heißt: „Die Erde wird überströmr von der Einsicht des Herrn, wie Wasser das Meer bedecket". Darob trauert unser Herz um die Zerstörung Jerusalems, weil wir von unserem jetzigen Standpunkts auS zu jeder Himmelsstnfe nicht hinanzuklimmen vermögen, und so lautet in der festtäglichen Andacht unser Gebet: „O, lass' doch mit eigenen Augen uns sehen, wie Du nach Zion einkehrst! auf daß wir Dir wieder dienen können mit heiliger Furcht, wie in den Tag-n der Vorzeit." Und darum trauerte auch Israel zu