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Der treue Zionswächter · 1847-05-11 · 19 (11.5.1847) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
19 (11.5.1847)
Date
1847-05-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Die Bestimmung und Aufgabe des Menschen- und Lehrerlebens. Gott, der Herr, sctzre den Menschen auf die Erde, damit er seine Bestimmung erreiche. Wie nichts in der ganzen unendlichen Schöpfung ohne Zweck. Ziel oder Bestimmung dastehr; so har auch der Schöpfer des Menschen ihm selbst ein höchstes Ziel gestellt, damit er durch Erfüllung seiner irdischen Bestimmung dasselbe erreiche. Wie die bewußt und willenlosen Werke und Geschöpfe der Hand Gocree, Sonne, Mond und Sterne, die Elemente mir Steinen und Pflanzen :c-, ihre De- Wlllcn dcS Schöpfers gemäß leben, weil sie auch unter dem Gesetze der Narurnochwendigkeit stehen: so kann dagegen der seiner selbst bewußte, sich mit Willkühr bestimmende Mensch seine Bestimmung zum Theil oder auch gänzlich verfehlen. Ec steht nicht unter dem blinden, keine Wahl und Freiheit zulassenden Gesetze der Nsrhwendigkcit, sondern unter dem Gesetze der chen. Gesetzt, bleibend gesetzt ist es ihm von dem Schöpfer selbst; aber der blinde Jnstmct nennr es ihm nicht mit zweifelloser Gewißheit und zeigt ihm nicht den Weg und die Richtung zu demselben. Ohne klares fung kennt er weder das Ziel noch die Bahn, die zu demselben hinführr, noch die Mittel, die er zu wählen har, um dasselbe mir Sicherheit zu erreichen. verfehlen wir die Aufgabe unsers Lebens, und wir werden nicht, waS wir werden sollen. Es ist ein grauenhafter, schrecklicher Gedanke, umsonst oder vergebens gelebt zu grossen, unendlichen Bestimmnng, begabt mit Anlagen und Kräften, die über alles Glänzende und Herrliche der irdischen Welt chinausgehen — vergebens und umsonst. Begierig fragen wir daher nach der Bestimmung des Menschenlebens und nach der Anfgabe, die daraus Menschen irdisches Leben liegt in stetigem Ablaufe der Dinge, in der Zeit. Was er erstreben will, gelingt nur allmälig, nicht auf einmal und plötzlich. Aber das Ziel muß von Anfang an ihm fest vor Augen schweben, und das Streben nach demselben darf ihn nimmer verlassen. Verklärt es st k ihm im Ablaufe des Zeitlebens auch immer mehr und mehr: dunkel erkennen und ahnen muß er eS doch von der Zeit an, wo das klare Selbstbewußtsein in ihm erwacht. Das Ziel des Lebens läßt sich nicht in einem nach Jahren zum voraus abzugrenzenden Zeiträume erreichen: nur im Gange der Entwickelung des Lebens selbst. Wir fragen daher nach dem Begriff und dem ihm entsprechenden Ausdruck, welche uns die Aufgabe des Lebens nennen. Es giebc zwei Ouellsn. aus welchen der Mensch die Erkennrniß schöpft: die Mitlheilung der Erfahrung und des Nachdenkens anderer Menschen, die vor uns gelebt haben, und der eigene Geist, oder Ueberlieserung und Selbstbewußtsein. Nicht ausschließlich schöpft der einzelne Mensch die Wahrheit aus einer dieser O.nel!en; er muß sie beide benutzen. Er muß sich umsehen nach dem Ergcbniß der Geschichte im Abläufe der Jahrtausende, und dieses Gegebene er mrc Sinn und Geist den Inhalt unserer heiligen Bücher, laujchr den Aussprüchen der Wersen der Vorzeit, fragt dre denkende Mitwelt, damit ihm die Aufgabe des Lebens deS ganzen Menschengeschlechtes und die eigene in voller Klarheit vorschweben und er zugleich die Mittel erkenne, welche ihm die Erreichung derselben verheißen. Dies ist vor Allem die große, heilige Aufgabe des für die Wahrheit begeisterten Jünglings» Nachdem er unter dem Prinzip der Autorität ausgewachsen, in dem Glauben und in der Ueberzeugung seiner Väter erzogen worden, tritt er in der Fülle seiner Kraft und unbeengc

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