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Der treue Zionswächter · 1847-05-11 · 19 (11.5.1847) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
19 (11.5.1847)
Date
1847-05-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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troffen, zusammengekauert liegen müssen. Denn wissen wir es nickt aus Erfahrung, daß die Scklange, wenn sie noch ermattet von dem tödrlichen Sprunge liegt, wo sie ihr Gift langsam in die blutenden Wunden den Giftzahn vollends auszubrechcn. Wir, mein armes, geblendetes Volk, wir haben die Kraft, wir sind im Stande, die Giftnatter zu rödren, aber schnell und alleinigen Verachtung getroffen, noch'zu Boden kauert. Wir haben die Kraft in unserer Hand, und diese ist unser göttliches Zudenthum! Aber nach eine Waffe, die der Zeitpunkt erheischt, sei demselben zugelheilr, und wir werden, wir müssen siegen: Offenes, unverhohlenes Auftreten der Einzelnen zum Heile der Gcsammrheic! Hinweg mit scheuem Zaudern, mit zaghafter Furcht, mir Rücksichten, die kleinlichen Erdenvorlheilen entkeimen. Wollen wir denn nicht größer, nicht schöner, nicht edler kämpfen, als unsere Feinde, die Lug und Heimtücke zu ihren Waffen erkoren, selbst dann, wenn sie meinden eingcschlichcn. und scheinbar alles Gute, alles Schöne und Edle wollen, gern zu den Jüngern der Religion sich bekennen möchten, weil der Boden der Neuzeit doch noch gar zu schlüpfrig, aber im Geheimen, unbelauschr, den gezückten Dolch in der verruchten Rechten, die friedlich dastehenden Gemeinden überfallen, Gemeinden, die nicht ahnen, daß in ihren ruhigen Busen eine giftige Natter sich gesetzt, die nicht ermangeln wird, wenn kaum der Stoß geschehen, wenn das getroffene Opfer noch verblutet, in die imposantesten, rührendsten Condolarionen auszubrechen, aber alsdann wonncbcrauschr den Dank einsaugen, den diejenigen ihrer Consorten ihnen so reichlich spenden, die es vorziehen, etwas offener gegen uns aufzutreten! Habet Acht! Nicht allein jene Verbrüderung der 20er ist unser Feind, jene sind die Wenigsten, wenigstens die Unschädlichsten. Aber im Geheimen, zerstreut in allen Feldern lagern die Helfershelfer jener Verbündeten. Wahrend jene sich versammeln, während sie mir allem möglichen Pomp und Marktschreierei die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich lenken, und durch Gaukelei dieselbe zu erhalten suchen, arbeiten diese im Geheimen, sicher durch ihre Unbewachtheir, uns im Rücken meuchlerisch zu überfallen. Habet Acht! Habet Acht! sei Euch, gläubiges Israel, deshalb noch einmal zugerufcn, Eurer Mitte bald erkannt und gebrandmarkt unter Euch dastehen. Sie werden nicht mit Euch einstimmen, nicht mir Euch offen den Kampf, wozu Religion und Glaube die Begeisterung verleiht, milkampfen können, wenn sie auch ferner blos zum Schein Eure Freunde sein möchten, dann als diese, bloßgestellt dem erkennenden Auge der Mitmenschen, müßten sie bald dem Spotte und Hohne ihrer früheren Consorten anheimfallcn und es ist ja eine Lebenserfahrung: der Bösewicht fürchtet nicht den Arm der weltlichen Gerechtigkeit, fragt nichts nach der Sprache des Gewissens, aber das Gespött seiner Cansorren verletzt und verwundet ihn, und oftmals fällt der rcruge Sünder zurück in den Pfuhl der Schande und Sünde, weil er jenes Gespött nicht ertragen kann. Darum herunter mit den kleinlichen Rücksichten, die daS sociale Ledcn uns oftmals enrgegenstellt nieder die Verwandcschafts- und Vcrbrüdcrungsgrade, die uns an unfern Feinden ketten sollten. Durch ihr Thun und Treiben haben sie solche selbst zerbrochen. Der Kampf für Glaube ist kein subjektiver um Mein und Dein, er darf keinem Körper Verbrüderung anerkennen. Dieser Kamps für Gott und Glaube fordert Seelen-, Herzensverwandrr schaft. Darum nochmals, herunter mir dem Schleier, herunter mit der Zaghaftigkeit, wir wollen uns von unfern Feinden ab- und auszeichnen. Darin liegt das wahre Heil, darin die einzige Bedingung zum endlichen Gelingen, wenn der Kampf ein allgemeiner, mir heilir gem Ernst und ohne Scheu geführt werde, bis er durcygekämpft, bis er vollendet, bis das Iudenthum in verjüngtem Glanze über uns einherstrale, neu, wie einst, als sie gegeben, die göttliche Offenbarung, heilig, beseligend, als einst an dem Tage, an weichem alles Volk ohne Ausnahme rief: wir wollen thun, wir wolr len hören!

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