Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 15 (13.4.1847)
- Date
- 1847-04-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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IIS G. Gebet ist, wie der erhabenste Ausdruck unsere SemükhSlebens, so auch das kräftigste und wirksamste Mittel, den Menschen in feierliche Stimmung zu versetzen und über das gemeine Lehen und Sein zu erheben. Gebet ist ja die höchste Sprache de-Menschen, und unmittelbare Richtung unserer Innerlichkeit an Gott, den Höchsten. Gebete können darum für einen erbaulichen Unterricht vieles leisten, jedoch nur bei einer weisen Benutzung. Eine mechanische Behandlung führt die Kinder leicht dahin, Beten für ein bloßes opus operativ» (ein äußerliche- Werk) zu halten. (Beschluß folgt). Mecklenburg-Schwerin. Wenn in d. Bl. in zwei nacheinander folgenden Nummern, über die Wahl Einhorns zum Nachfolger H's mitgetheilr worden ist, so glaube ich doch, hinzufügen zu müssen, wie diese Wahl keineswegs im Sinne H's ausgefallen ist, indem dieser unter den drei Mitgliedern des engern Wahl-Aufsatzes vorzüglich sich für H. interessirte, den er als besonders würdig und geeignet für seinen Nachfolger hielt. Überhaupt soll unter de» Dreien, wenn es sich auch natürlich nur um ein Mehr oder Weniger der Destruktion handelt, doch E. jedenfalls derjenige sein, der am wenigsten weit in Zerstörungswerken fortgeschritten ist. Natürlich täuschen wir uns nicht über Sinn und Bedeutung der Wahl, und werden unsere Maaßregel zu nehmen wissen. Doch ist diese weine Notiz gewiß nicht ganz uncharakteristisch. Daß H. so glücklich, vor seinem Scheiden ein Anerkennungsschreiben Seitens der Landesregierung zu erhalten, kann man ihm um so eher gönnen, als darin zu gleicher Zeit ausgesprochen, wie über viele der von ihm getroffenen Einrichtungen und gemachten Vorschläge, man sich Las Weitere erst für später Vorbehalt, also einstweilen erst prüfen, untersuchen, sich überzeugen will. Preußen. Thora. Die in d. Bl. so dringend geschilderte Roth unserer Glaubensbrüder L« heil. Landeso wiedie bereitwillige Unterstützung, die fast Ln allen Gemeinden deS Vaterlandes den Bedrängten gebracht wurde, hat auch uns zu einer Collecte zu diesem Behufs veranlaßt, und bin ich so frei, Ihnen, w. H. R., hiebei als deren Resultat 25 Thlr. Pr. Crt., die durch den frommen und biedern Herrn F. Veilchenfeld gesammelt wurden, mit der Bitte um Weiterbeförderung, zu übersenden. Möge es diesen Blättern fernerhin und immerdar vergönnt sein, in gleichem Maaße Förderer und Mitteler solch* echt religiöser und wohlthätiger Zwecke zu sein. Posen, d. 4. April. In der Sitzung unserer Stadtverordneten - Versammlung vom 31. v. M. wurde ein Rescript des Ministers des Innern publicirt, wonach die jüdischen Stadtverordnete» von der Theilnahme an den ständischen Wahlen, namentlich an der Wahl der Landtagsdepurirten ausgeschlossen bleiben. (P. 3 ) Saden. Karlsruhe. Unter den 61 Opfern der unglücklichen Brand-Earastrophe befanden sich bekannt» Uch 6 Juden, nämlich: ein Schriftsetzer von hier, ein Eommis, aus Mainz gebürtig, ein Schneider und drei Fremde aus Altleiningen, Landkeure, die auf einige Tage in Geschäften hieherkamen, und von denen besonders Einer, der Vater einer zahlreichen Familie, der seine Frau bei sich hatte, und diese an jenem verhängnißvollen Abend bat, ihn zu be' gleite;,, was sie aber durchaus abfchlug, die allge» meinste Theilnahme erregt hat. Außer der allge» meinen Feierlichkeit auf dem Friedhofe ward in der hiesigen Synagoge noch ein besonderer TraiWgortesdienst für die verunglückten Glauheusdrüher'Mhj gehalten , bei welcher Gelegenheit die SyWHM mehr als überfüllt war, Md die allgemeinste EM nähme und Rührung sich während der ganzen Dauer der Feierlichkeit Euudgad. Das rnuthvollef gefahrverachtende Benehmen vieler hiesiger Israeliten während der Catastrophe ist in andern Blättern bereits erwähnt, ebenso der Dank, den 36 Gerettete ihrem Retter, einem ISraeliten öffentlich darbringen, und hat eS sich vom Neuen bewährt, daß Menschen' und Bürgertugenden in uns u. unser» Glarchensbrü» dera so Wach, so vorherrschend sind, wie unter