Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 15 (13.4.1847)
- Date
- 1847-04-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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machtest Anspruch auf den Namen eines Historikers, wie nicht viele Andere mehr, schriebst Werke, die Dir die Unsterblichkeit sichern sollten? Armer verblendeter Thor! Du hast Dich nie bis zur Höhe der freien Weltanschauung emporheben können, hast nie begriffen, nie gefühlt, welche hohe, allumfassende-Bedeutung der Idee der allgemeinen Menschlichkeit, dem Varertande und seinem Repräsentanten dem höheren Dürqerrhume zu Grunde liege. Du hast die vier Wände Deiner Klause nie v.rlasse,', urrheilst über Dinge, die Du weder kennst noch begreifst, bist ein leerer Schwätzer! — Wre gefällt Ihnen dieses Raisonnement, mein lieber Freund 2.'? Nicht wahr, ganz aus Ihrer Seele gesprochen? und hoffentlich so logisch richtig, daß sich Nichrs dagegen einwendcn ließe! Und »n der That, wenn Schiller, der gewiß nicht im Interesse der Orthodoxie, am wenigsten der jüdischen Orthodoxie schrieb; wenn dieser Grundsätze und Maximen aufstellt, die für jenes, wie eigcnds dazu gegossen, passen, dann darf man, getragen oder wenigstens unterstützt von solcher Autoritär, eü schon eher wagen, seinem Gegner etwas -uversichrlicher unter die Angen zu treten. Doch lassen Sie nnS jetzt naher auf Unfern Gegenstand, den Inhalt Ihres Sendschreibens, eingehen. „Zch scheine die höhere Idee der Bestrebungen der Israeliten auf socialem Gebiete nicht zu verstehen, weil ich, in den vier Wänden meiner Klause eingeschloffen, die jugendliche Frische des heutigen Deutschlands nicht begreife, am Wenigsten die Idee des sich bahnbrechenden höheren Dürgerkhums, die einzige naturgemäße Repräsentation deS Staates selbst.- Ich kann Ihnen nun, mein lieber 2? auf ManneSwvrr versichern, daß ich die Wände meiner Klause von jeher recht oft verlassen habe, um mich draußen rin Wenig umzusehen, und daß ick dieses heurigen Tagenoch thue. Allein -aS «uß ich Ihnen ftelmüchig gestehen, um die Bestrebungen der Israeliren auf socialem Gebiete zu verstehrn und zu ^würdißtzn -? däzndrauchr eS eben weder großer dessennoch"' «einer - umfaffeiwick? Menschmkennrniß '-LMHauK^ Näl find Dlnyö, Vi^ zu' sehr' in^ dt« Augen springen, als haß sie nicht auch einem Klausnern hinter de« Vieh Wänden feiner Zelle verschlossen, zuganqig sein sollten. WaS von jenen jüdisch-socialen Bestrebungen im Allgemeinen zu halten sei, darüber habe ich mich schon früher hinlänglich ausgesprochen; «S genügt daher, kurz noch einmal anzudeuten, wie alle diese und ähnlich« Bestrebungen zunächst auf de« Ruin oller und jeder positiven Religion, also speciell der> jüdischen, Hinzielen. Ich muß mich gleich hier und von vorne herein auf das Feierlichste dagegen verwahren, als ob eS auf Verdächtigung einzelner Persönlichkeiten abgesehen, will vielmehr gerne glauben, daß selbst die Häupter und Führer dieser Bestrebungen viel seltener täuschen, als sie die Getäuschten, von höheren, verborgenen Leitern zu blinden Werkzeugen der eigenen ehrgeizigen und selbstsüchtigen Plane, Mißbrauchten sind, bin endlich auch davon fest überzeugt, daß viele Unbefangene sich bei derartigen Bestrebungen betheiltgro, ohne nur im Entferntesten die wahre Bedeutung derselben zu ahnen. Allein von Personen kann nun ein für alle Male die Rede nicht jein, hier handelt eS sich um eine Sache, und zwar um keine untergeordnete, gleichgültige; diese muß nackt und ungesckmückt in ihrer wahren Gestalt rücksichtslos dargestellt werden, als heillos und verderblich, damit dem Allgemeinen durch sie kein Schaden zugefügk werde. Wir bekämpfen also nicht nur jenen jüdischen Socialismus, sondern wir halten ihn unter seiner unschuldigen Maske noch desto gefährlicher. Nicht als ob uns an der Achtung der mit und um uns lebenden christlichen Confessionsgenossen Nichts gelegen, nicht als ob wir die Zerstreuung von Haß und blindem Vorurtheil nicht gerne sähen, nicht endlich als ob eS uns gleichgültig sei, unter welchen Zuständen wir in einem Staate leben, ob in einem freien oder unterdrücktem und knechtischem: das Alles sind Momente, die uns weder gleichgültig lassen, noch weniger unsere Antipathie Hervorrufen. Aber was uns höher gilt, als alle diese und noch viele andere Rücksichren, waS unser Vornehmster und einzigster Bestimmungsgrund ist für all unser Thun,, it: in welcher Beziehung steht der fragliche Punkt;» unserm religiösen.Dewußtjein überhaupt, zu den hesonderp Gesehbestimmungen speciell. Und. da können wir eS uns dann nicht verhehlen, haß eine .solche Annäherung, daß eine solche Verschmelzung nie ungebahnt werden kann, ohne den Religtonsvorschriften den entschiedensten Nacktheit zu dringen. Sehr unschuldig si«hc rfteilich ans, wem, man sagt: Wir «ollen unserer ärmeren Klaffe Arbeit, gewerbliche Beschäftigung verschaffen, wollen sie dem verderblichen Schacher entziehen, wollen durch sie Borurtheiie der nieder» BolkSklaffe gegen die Juden im Allgemeinen schwindr» machen. Allein so vernünftig werden wir doch fein, einzusehen, baß, wenn durch solche gegenseitige Verbindung der jüdische Theil auf den chrjUichea