Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 14 (6.4.1847)
- Date
- 1847-04-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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sondern richtig hervorgehoben werde, so wollen wir fünf Stücke berücksichtigen. Diese sind: 4. Der Stoff der Unterredung. Vorstellungen, die wir in den Kindern erwecken, Gedanken, worauf wir sie führen, sind, wenn auch nicht daS alleinige, so doch das Hauptmedium durch welches wir das Herz bewegen, und ohne Klarheit der Gedanken und feste Ueberzeugung giebr es wenigstens kein nachhaltiges Fühlen und festes Wollen, darum kann nur das erbaulich werden, was die kindliche Fassungskraft nicht übersteigt und dem kindlichen Interesse und Lebenskrcise nicht zu fern liegt. Darnach ist also die Wahl der Materien zu machen. Wer kirchliche Terminologien, dogmatische Subtiliraren und unverständlichen Wust in den Kopf derjenigen zu treiben sucht, die da lernen sollen die Lehre vom Anfänge des jüdischen Lebens, der mag es wol dahin bringen, daß Kinder in Eitelkeit und unkindlich gelehrt über gelehrte Sachen antworten; sie werden aber selber doch nicht recht wissen, was es ist, und ihr Herz wird nicht davon gerührt werden. Die Erläuterungsmaterien, D'eispiele, Gleichnisse, Erzählungen, Schilderungen sind auch dem kindlichem Srandpuncre und ihrer Empfindungsweise genau anzupassen. Trifft man hier das Rechte, so wird man solches ergreifen. Ein treffendes Beispiel, eine gemächliche Erzählung macht unverkennbar riefen Eindruck und führt die Wahrheit tief iu's Herz. Dann komme sehr viel auch an auf eine geschickte Auswahl des Anwendungssioffes. Je mehr er in das Leben der Kinder eingreifr und aus dem Leben gegriffen ist, je treffender er die Bedürfnisse des kindlichen Herzens berücksichtiget und je spccieller er ist, desto ansprechender, desto wirksamer wird der Unterricht werden. Eine weise Benutzung von Casualien ist daher dem Lehrer sehr anzurachen. Alle Sachen aber, die in der Katechisation benutzt werden, Licht und Leben in's Gespräch zu bringen, müssen edel und würdevoll sein. Auch muß man dabei auf Abwechselung undMannigfaltigkeir Bedacht nehmen. Kehren immer dieselben Beispiele, dieselben Anwendungs-, Ermahnungs- und Ermunrerungsgedanken wieder, so geht das Interesse der Schüler verloren, und an eine Belebung des Gefühls ist dann gewiß nicht zu denken. (Fortsetzung folgt.) Mecklenburg -Schwerin. So hätten wir also einen Nachfolger H.'s, und zwar einen ganz seiner würdigen. Unerwartet ist uns das Ereigniß freilich nicht gewesen, aber schmerzhaft darum nicht minder. Über Einhorns bisherige Wirksamkeit? Nun, die Protokolle geben darüber hinlänglichen Aufschluß, so wie über seinen Charakter jener famose Angriff gegen den eigenen Lehrer und Wohlthäter, den berühmten nvvw cjZfm in Fürth in der A. Z. d. I. (ek. Nro. 24 d. Bl. v. Jgs.) Dem sei indeß, wie ihm wolle, die Wahl ist vollbracht, vom Neuen es ausgesprochen, wie dem Judenthume in Mecklenburg der Krieg auf Leben und Tod erklärt sei. Nun, wir werden sehen! Schon oft haben wir es in d. Bl. ausgesprochen, daß, falls ein solches Ereigniß eintreten sollte, wir uns vertrauensvoll dem Throne der Landesvaters nähern, ihm die Gewissensangst schildern werden, in die wir, solchem Geistlichen gegenüber, gesetzt worden sind. Ein Rabbiner, den sein eigener Lehrer als >ö'v Livv erklärt, ihm sollte die Iudenheit eines ganzen Landes ihre Seelsorge anvcrtrauen? ihm ihre geistige Wohlfahrt übergeben? Nie kann und darf das geschehen, und von der Gerechtigkeit unseres verehrten Landesfürsten und seiner hohen Räche erwarten wir voller Zutrauen, daß solcher Zwang gegen uns nicht geübt werde, daß wir nach wie vor Juden bleiben, als solche leben können. Prcuficn. Berlin. Es bestätigt sich vollständig, daß in der vorigen Woche in den Conferenzen, welche die Staatsministcr, bezüglich auf die Vorlagen der Ständcversammlung, abhielten oder fortsetzten, das schon so lange verheißene und erwartete neue Judengesetz berathen worben ist. Zu dem Zwecke aber, zu welchem es der Beendigung nahe gebracht wird, gehört, wie es sich erwarten läßt, nicht die bereits verkündigte nahe Promulgation desselben. Da dieses neue Reglement vorher erst der allgemeinen Ständeversammlung vorgelcgt werden soll, so ist natürlich auch erst, nachdem darüber von den Repräsentanten