Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 10 (9.3.1847)
- Date
- 1847-03-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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er allein abmachen, aber Belehrung will er gerne aNS dem Munde seines geistlichen Oberhauptes hören. — So lange nun hat das Neue gedauert; aber wie lange währre schon das Alre, und wie lange wird es noch in mancher Gemeinde, in manchem Staate dauern?! Euch Neuen sage ich abermals das oben mit kurzen Worten angegebene Gleichniß: Ein im Alter vorgerückter Mann harre zwei Frauen; die erste und jüngste raufce ihm die einzelnen weißen Haare, die zweite und Aeltcre, um mir ihm gleich zu sein, reißt ihm die schwarzen aus; nun ist er vorn und hinten kahl! Das Gleichntß erklärt sich von selbst. — (Fortsetzung folgt.) Zeitgemäße Correspvrrdenz von Dav. Leop. Straffer. (Fortsetzung zu Nro- 46 vor- Jahrg.) Vierter Brief. Der Rabbi an Jonathan. Lieber Jonathan! . Wie ich aus Deinem Schreiben ersehen, schwankst Du noch immer, ZüNarh'an, weißt nicht, wie dem Mbel abzuhelfen sei, ja kennst Nicht einmal Deine Gegner, verstehst nicht ihr Vorhaben — und stellst daher jene Frage an mich. — Doch wisse, wie arg würde es mit jenem Wanderer ausgesehen haben, wenn er blindlings getrunken hätte? — Dadurch aber, daß er zuerst untersuchte, gewahrte er die Gefahr, und konnte er sich nicht durch weise Vorsicht, durch Reinigen und Heraussondern der Schlacken helfen. um einstweilen nur so viel davon zu trittken, um sich das Leben zü fristen dis er. durch Erholung neu gestärkt, den Weg zur gesunden Quelle antreien könnte? So auch in unserer Sache. Mit Müssen zuerst eine unzweideutige, bestimmte, entscheidende Erklärung von uns geben.!und die ist: daß unsere Thora und angestammte Religion UnaUsschließlich keine negative Umformung zulasse; dann erst können wir zur Ilnkerfuchung schreiten, und wer Nur im entferntesten Sinne mit dieser Be- Haupcung nicht übekeinstimmt, muß von dem reinen Born unserer Religion gleich von vorn herein heraUSgesonderr werden.— Doch ich will Dich auch bekannt machen mit ihren Zeichen, und die Symptome Dir geben, an welchen Du sie erkennen kannst. Ich meine jene manigfaltigen Worte, welche die Neuzeit erfunden har, und .die uns gleich Irrwische« zu verführen suchen. Sie heißen: Zeitgeist, Zeikbedarf) Zeirkrankheir» Fortschritt, Aufklärung: Ach. will eS Dir auseinandersetzen und zeigen, welch' leeres Nicht» es ist, wie . so viele Schalen es enthalt, wählend das Innere immer ein und dasselbe bleibt: Die erste Erscheinung ist die des Zeitgeistes. Dieser ersteht, wie rck glaube, aus dem dumpfen Grabe der Sophisterei oder ist vielleicht die Ausbrut eines Reformgenies. Blendend, und blitzend zieht er einher, erzeuge seine Kinder, wirbt seine Truppen» modifijircuud moberirt/ bis er seine ganze Kraft vergeudet har, und da er sich zu ohnmächtig sühlr, um sein übernommenes Amt gehörig zu lülen, läßt er die Puppe fallen, verwandelt sich, und aus der an dem zarren Baume unsers Glaubens nagenden Raupe wird ein wundervoller , unschädlich scheinender Schmetterling, der Zeirbedarf. Da wird, allgemein gestrebt, dem.neuen Ankömmlings mit ehrerbietigster Achtung den Platz zu räume« und „dir Zeit forderrs", „die Zeit wünscht's" ist das allgemeine Geschrei, der Hebel, womit Alles ans seiner alte« Grenze gerückt wird. Doch, wo zu viele Bedürfnisse und Wünsche sind, wird die Gesundheit geschwächt und ein krankes Weh krächzet ihnen ein Lebewohl nach. Nun w>rd auch die Zeit krank oder man macht sie absichtlich krank, um nur Len Docroren und Aerzten ein Mittel darzubitten, ihr Genie am Lrm Wetzsteine der Praktik und Empirik zu schleifen» .Sie kämmen, quacksalbern, und pfuschen, bis sie ganz darnieder liegt und ihp die gesunden, nun freilich kranken Glieder abgerissen werden, und da oc?» »ne eins von den drei Mitteln ist, welche;>? find, wird auch ihr Name verändert- und man nennt sie. Fortschritt,, Jetzt ist ffe schon gesund kann schon Schritte machen, doch sie ist noch zu schwach, sie schreitet Häher so lqngq syvt > bis sie, sich ganz verschritten oder entschrittew. oder -zerschcicren oder schon ganz ausgeschr-ickenhat> unddi« lstzren Schcitle noch zum Grabe macht. D«r Staub ist bqrests. zum Staube zurückgeßehoe -und aus dek Asch« /entsteht, «in verjüngter Phönix, di«. Aufklärung> -zur Bedeutung, daß sie schon-vor-, ohex,z«x» oder ent- oder aufgeklärt ist. Das sind die vnvL snpv v'L7n, und wir, dle wir hoch ein Wort,, ein Herz, eist Gefühl haben, behaupten es immer fort, daß weder Fortschritt noch Aufklärung auf dem Gebiete unserer heiligen Religion möglich seien, und daS, von. dem unsere Vor-