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Der treue Zionswächter · 1847-03-02 · 9 (2.3.1847) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
9 (2.3.1847)
Date
1847-03-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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auf eine bestimmte Weise, entwickeln kann. Alle menschlichen Ideale.find nichts als die Maaße, welche man an die Verwirklichungs-Welsen allgemeiner Prinzipien legt um die Grade ihrer Entwickelung zu bestimmen.— Ein vernünftiges Streben hat den Fortschritt, d. h. die natur- und vernunftgemäße Entwickelung zum Ideal im Auge, nicht aber die unmittelbare Verwirklichung desselben. Ein trauriges Beispiel solcher Verwirrung haben Fourier und die St. Simonisten gegeben. Das ist ein Bauen in der Luft und die nächste Folge davon, daß das Prinzip, von dem diese Herren ausgehen, in sein grades Gegentheil umschlägt; wie denn Fourier's Theorie der Freiheit in die fürchterlichste Despotie auSmünder. Es wird hier ein passender Orr sein. Etwas über die Emancipation der Frauen zu sagen. DaS Streben nach Emancipation beruht hauptsächlich auf dem tiefgefühlten Bedürfniß nach Erweiterung des weiblichen Gesichtskreises, dem unsere Verhältnisse, sowol in Rücksicht auf innere Bildung, als auf äußere Thäkigr keir allerdings eine enge Grenze gesetzt haben. Zn vier ser allgemeinen Fassung erscheint jene Forderung durchaus gerechtfertigt und ist außerdem ein erfreuliches Zeichen, daß das Bewußtsein des Allgemein-Menschlichen nicht in der Sphäre deS männlichen Geistes allein zum Leben erwacht ist. Ein Anderes aber ist daS allgemeine Bestreben, jenem Bedürfniß abzuhelfen, ein Anderes die Art und Weise, in welcher man seinen Zweck zu erreichen hofft. Ich spreche hier nicht von jenen lächerlichen Bestrebungen, wie sie heur zu Tage nicht mehr zu den Seltenheiten gehören, die im Cigarren,Rauchen, Bier-Trinken und im Tragen männlicher Kleidung ihr Ideal verwirklicht zu haben glauben; nein, ich meine hier die edlere Form jenes.StrebenS, welches nicht aus bloßer Eitelkeit, sondern aus wirklicher Sehnsucht nach höherer und.tieferer Bildung stammt, und daS seinem Prinzip nach durchaus gerechtfertigt erscheint. Fragen wir uns aber, ob die Theorie^ welche man auf dies Prinzip gegründet hat, dieselbe Berechtigung in Anspruch nehmen kann, so können wir dienur bedingungsweise zugeben. Wenn nämlich der Satz ausgestellt wird: das Weib sei nicht minder Mensch als der Mann und habe folglich dasselbe Recht als dieser ander Thärigkeit im Felde der Wissenschaften und des öffentlichen Leben- Theil zu nehmen, so müssen wir den Vordersatz zwar zugeben, die Folge aber bestreiten. Es ist wahr, daß das Weib eine eben so nolhwendige Seite der menschlichen Existenz repräsentier als der Mann, eine eben so noth wendige, aber nicht dieselbe Seite. Weder Mann noch Weib für sich machen daS Wesen des allgemeinen Menschen aus, vielmehr da jedes Allgemeine in sich selbst Gegensätze enthält, in denen allein leine Verwirklichung möglich ist, »veil «S durch hie Einheit dieser Gegensätze sich von der Einseitigtigkeit unterscheidet, so kann es eben darum nicht in einer einzelnen Form ganz vorhanden sein, sondern eS bedarf zu seiner Verwirklichung wenigstens zweier Formen, die als solche einander entgegengesetzt sind. So ist auch der Mann und das Weib insofern gleich, als sie Beide Formen des allgemein menschlichen Daseins sind, aber eben deshalb auch verschieden, »veil nur in ihnen Beiden, nicht im Einzelnen schon, b-eseS Allgemeine zur Wirklichkeit kommt. Ich will mich hier nicht auf die inneren und äußeren Unter,chiede dieser beiden Formen einiassen, muß jedoch die Behauptung aufstellen, daß alle diejenigen Thätigkeitswcisen, welche dem Manne als solchem eigenrhümlich sind, eben deshalb der Narur des Weibes als eines solchen angemessen sein müssen, und umgekehrt; und daß, insofern »vir Kälte des Verstandes und Kraft des Körpers als charakteristische Merkmale deS Mannes betrachten, durch diese der Beruf desselben, z. D. zur wissenschaftlichen Beschäftigung und der gesammten öffentlichen Thätigkeir begründet scheint, die dem Weibe nur ausnahmsweise, also eigentlich naturwidrig zustehen würde, »vährend umgekehrt, sofern wir Wärme de- Gefühls und Zartheit des Körpers als charakteristische Merkmale de- Weibes betrachten, durch diese der Beruf de- Weibeals waltender Genius des heimischen Familienlebens begründet scheint. Alle allgemein-menschlichen Eigenschaften, die übrigen« in jedem Unterschiede zur Erscheinung durchdringen, weshalb auch jene Scheidung niemals in ihrer ganzen Strenge festgehalken werden darf, heben Mann und Weib über die Grenzen ihres Geschlechts hinaus zum vernünftigen Dasein überhaupt. Während aber »vahre Männlichkeit darin besteht, das Allgemein-Menschliche in der Ferm des Verstandes und der Energie zu verwirkliche,», beruht die wahre Weiblichkeit auf der Ver» »virklichnng desselben in der Form der Empfindung und Sanftmuth. Wie allerdings dem verständigen Mann nicht Gefühl, so ist dem fühlenden Weibe auch nicht Verstand abzusprechen; nur sind diese Eigenschaften ntchx die charakteristischen und daö eigentliche Wesen derselben ausmachenden Merkmale. Sofern nun aber Emancipation so viel heißen soll, als Aushebung der in diesen cha-

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