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Der treue Zionswächter · 1847-02-23 · 8 (23.2.1847) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
8 (23.2.1847)
Date
1847-02-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Trost der Kummervollen und Betrübten, die Racke Unterdrückter an ihren Unterdrückern, Ohren gabst du ihm zu hören deines Donners Stimme am weiten Himmelsraume, zu vernehmen der Gefesselten Wehklagen, zu befreien die, die dem Tode hingegeben. — Er öffnet sein Ohr der Lehre, denn es erhört die Dürftigen der Herr, wenn sie flehen und vom Unrecht sich abwenden. 4. Du vereitelst jeden Plan und Anschlag, welchen die wechselnde Zeit ergreift, um des Menschen Seele in tiefe Gruft zu versenken, denn die Weisheit erhält ihres Eigner- Leben. 5. Du öffnetest sein Herz, daß ihm entquelle. Lebenstrank. zu erquicken den Bedrängten. Seinen Gedanken schufst du ein Liebe und Erbarmen und Sinn für Wohlrhärigkeit. zu beleben das Herz des Gebeugten durch Sorge für ihren Unterhalt. 6. Du bedrücktest, verließest die Armen in einer vergänglichen Welt, die kurz von Dauer und voll des JammerS ist, denn Du wolltest ihnen Burg und Beste überlassen in jenem Land des Ruhmes, ihnen zmheilen den Thron der Ehre in Deinem Palaste. Allverehrrer! Geringes Wohl gabst Du ihnen in dieser engen Wohnung und diesem Jammerrhale, ihnen Borrarhsstädre zu spenden im jenseitigen Lande. — Oder wenn ein Dürftiger klug und bcdackrig zu ordnen weiß, seine Sckritte abzumessen nach der Zeiten Wage, sich rücklings zu wenden. wenn er seine Zeit geräuschvoll herannahen sieht; so >st auch sie — die Weisheit — seine Wärterin, sie pfleget sein; öffnet das Gefäß ihres gewürzten Trankes, tränkt ihn dann nach dem bittern Kelche und versüßet ihm das Leid, das ihn betroffen. Denn Du liebst das Wissen, und des Dürftigen und des Reichen Weisheit sind beide gleich Dir wohlgefällig. 7. Du trennst der Treulosen Bund durch Deines Armes Macht, zerschmetterst das Scepter der Tyrannen über ein bedrücktes Volk, sprengst die Fesseln der Unterdrücker, welche Lander umstricken u. mir frevelndem Fuß den Nacken getreten der Neichen und Gelehrten, sie demüthigen und nackt und bloß hinstellen. Deinem Bogen entfährt der Pfeil, zu zerreißen des Joches Bande, erhebst gegen den Tyrannen daS Schwere der Racke, seine Hoheit in den Staub zu legen, Unruhen erheben sich im Volke, vorübergehende, viele fallen, Volk und Angesehene als des Todes Opfer (denn beide frißt daS Schwert, unter Gutem und Dösen unterscheidet eS nicht) bis Dein Volk wieder kommt unter das milde Scepcer eines gereckten Herrschers in Gottesfurcht, und Du Frieden wieder verleihest auf Erden, daß Jeder wieder ruhig wohne unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbäume ungestört. 8. Du herrschest über hohe Berge und ragende Felsen, über kahle» wüste Alpenhöhen, die Uebergang nicht ge» statten, weder Menschen noch Gerhier. Auf sie ergießt sich des Regens und des SckneeS Gewässer', daS fest anhafcer auf ihren Spitzen. Deinen Sturm entsendest Du der Erde Schoos er erregt, berührt sie, sie zergehen wie des Flachses Fäden, es entsteht an ihrer Stelle bewohnte Gegend, und Wasserströme quellen hervor, zu tränken das dnrstige Land. — Die wonnerfüllte Stadt—Tyrus, die Kronenverrheilerin — die an des Meeres Küste lag, die in trotzigem Uebermurhe jedem Vorübergehenden zurief: „Ich und Keiner außer mir, denn gesegnet ist mein Verkehr und mein Erwerb." Deine Hand neigtest Du über des Meere- Veste sie zu erschüttern, sie zu zerstören. S. Du beugtest ihn nieder, wie einen Erschlagenen erschrecktest des Menschen Geist, brachtest Derrübniß ihm am Tage des Unwetters; aber in reichem Maaße bringst Du Freude wieder in sein Herz, wenn die Sonne aufgehr in verjüngter Kraft, ihre Strahlen der Wolken Dicke durchbrechen, und friedlich ihm wieder zulächeln. Du erfreust wieder des Landmanns Herz und der Flachsbebauer, sie gehen heraus und sehen ihre zarrsproffenden Pflanzen auf den Auen, im Gefilde, gedeihend schießen sie hoch empor auf grünender Au', auf weitem Plan. — Kurz! Du veranlassest alles Gute, Milde und Gnade, Leben und Frieden und der Freuden Fülle erfreuen Gottes Stadt, in Dir haben sie ihren Grund, von Dir kömmt ja Alles, von Deiner Hand wird'S gegeben. - -

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