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Der treue Zionswächter · 1847-02-02 · 5 (2.2.1847) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
5 (2.2.1847)
Date
1847-02-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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gemeinen Schulstunden vornähme. Ueberhaüpt mögen auch hierbei die Eltern dem Lehrer hilfreich zur Hand gehen, wenn sie ihren Kindern, gleichwie im Deutschen, auch im Jüdischen, Privatunterricht erlheilen ließen, und noch weit zweckmäßiger wäre eS, wenn die Elementarunterrichtsgegenstände auf einige Zahre später, oder anfänglich die Lehrstunden nicht in so großer Anei st ein guter VegnffSvorrarh von wahrem Zudenrhum in des Kindes Herz Wurzel gefaßt habe. — Aus dem Entgegengesetzten läßt sich nun gar lerchr die gegenwärtige Schroffheit deS Kindes in der indischen Schule erklären; denn durchschnittlich 3 Stunden täglich drim lüdischen Unterricht, Z Stunden beim deutschen; emofinder nun die Widerwärtigkeiten davon? wer anders, als er empfindet die Unlust der Zugend, nachdem diese durch den Anwachs von Lehrstunde» ganz abgespannt ist? Wie können nun beide, Lehrer und Schüler mir gutem Erfolg noch vereint wirken?! Auch daher nun hauprsächrlich der Mangel religiöser Bildung! — Will nun der Lehrer ganz gewissenhaft sein, so daß ihn nicht treffen mögen die Worte: rnfibv t>'rn, so muß er mehr als gewöhnlich rüstig und thätig in seiner Schule wirken, zumal, wenn hier erwähnt werden muß, wie viele und manche Unarten ihm allzuoft die Kinder aus den Volksschulen mirbringen, die er doch noihwendig um so mehr zu tilgen bemüht sein muß, wenn seine Lehren Wurzel fassen sollen. Daher gehört eS auch jetzt zu den Selten» yeiren, daß, wenn ein Knabe zu 14 Zähren seine Neligionsschule verläßt, im Züdischen — wie man zu sagen pflegt — gut Bescheid wisse. Wer nun bestrebt ist, bei diesem seinem Unterricht daS Znreresse der Schüler anzuregen und festzuhalten, wer das Glück har, Kinder guter, religiöser Eltern zu. unterrichten, die die Natur mir Geistesanlagen befähigte, der hat Vieles, der har Alles gewonnen. Sie lernen icichr und gern, begreifen schnell und von selbst, wiederholen und vergessen das Gelernte sobald nicht wieder. Der Stoff wird ihr Eigenthum; das Aufgeben ist dann keine Last .mehr, sondern eher ein Erlauben, dieses oder jenes mündlich oter schriftlich wiedergcben zu dürfen. — Wenn man die Eigcnchümlichkeir der Kindeönatur betrachtet, so lassen sich wol folgende Regeln, das Znkercsse zu wecken, daraus herleiten: 1) Kinder sind mehr sinnlich, als vernünftig; sie sind an abstcactes Denken, zu welchem ihnen die Versiandesreife und die Fülle der Anschauung ab« geht, nicht gewöhnt, daher sei der Unterricht: a) anschaulich, d. h. man muß in ihren KreiS hinabsteigen, in ihre Erlebnisse, in ihre En fahrungen, in ihre Sprache und Anschauungsweise, b) gefällig, lebendig, heiler, d. i. mit Eifer daS Lehramt treiben. 2) Die Kinder sind ein bewegliches, unruhiges Volk, das junge Dlur fließt rasch durch ihre Adern, demnach s) sollen sie so viel als möglich thätig sein, d) sich unter einander fragen über etwas Durchgesprochenes, Erlerntes, sich selbst Falsches 3) Man lasse sie oft wiederholen. Ein Drittel der Lehrzeir wende man zur Repetition an. Dre Geläufigkeit in einer Sach<> das Bewußtsein, Etwas gut zu wissen und zu kennen, erweckt Vergnügen und Freude zum Wciterschreiren Es gehr ihnen wie dem Wanderer, der auf einer-yöhe angelangt, gern zurückschaut auf den Weg, den er hinter sich hat. Die beste Wiederholung aber ist die praktische Anwendung; wenn das erlernte und gekannte Gesetz in vielen Fäll.n wieder erkannt wird. Diese Repetition mr.a c sich von selbst, der Lehrer braucht nur darauf hinzuweisen. Um nun noch so vielfältigen Schulübeln nach und nach abzuhelfen, möchten, wie Herr Rabbiner Bodenheimer zu Crefeld es eingeführt, auch in jedem Bezirke alljährliche Lehrer-Conferenzen Statt finden. Der Religions-Unterricht soll die Grundlage aller andern Lehren sein; dennoch wirken deS Lehrers und der Eltern Führung entschiedener und bleibender als das Wort. Kinder lernen oft mehr und besser durch das, was Eltern und Lehrer sind, als durch das, was sie wissen. So wie nur das Herzliche Vertrauen erwecken kann, so kann auch nur der wahrhaft religiös, sittlich Gebildete zum Zudenthume erziehen. — Also gelten diese Worte ganz besonders Euch, meine theuern Amts- und Glaubensbrüder, die Zhr im Weinbergs des Herrn zu warten habt!

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