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Der treue Zionswächter · 1847-01-05 · 1 (5.1.1847) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
1 (5.1.1847)
Date
1847-01-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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in meinem Hause, das ich von meinem Vater geerbt, ein Haus voll des göttlichen Segens, in der grossen und berühmten Stadt Portugals. Der Herr beschiel» Reichrhum in meinen Schätzen, Ehre und Freuden meiner Person, ich baute mir prächtige Häuser, versammelte Gelehrte um mich, durcy welche Gotteserkennrniß und Wissenschaft verbreitet wurde. Zn meinem Hause, in meinen Mauern war mächtiger Schatz, Mildthätigkeit ward geübt, Gerechtigkeit gepflogen. Macht und Ruhm bei Gelehrsamkeit und Größe. In blühender Gunst stand ich, mit Freuden wurde ich ausgenommen in den Palästen des Königs Alphons V., deS mächtigen Fürsten, dessen Herrschaft ausqebreirec war; er herrschte von Meer zu Meer, in allen seinen Unternehmungen war er glücklich, Gnade, Gerechtigkeit und Tugend übre er im Lande. Gorrverrrauend, gorresfürchlig und weise beförderte er das Wohl seines Volkes, Gunst wandte er zu den Juden und Freiheiten gewahrte er ihnen, auch ich befand mich unter seiner Aegide, war stets in seiner Nähe, so lange er auf Erden tebre, war ich an seinem Hofe. Doch ein Tag der Noch und des Schreckens entstand für sein Volk und für Israel; der König fiel auf das Krankenlager und erholte sich nicht wieder; ein hitziges Fieber überfiel ihn mir Heftigkeit, und in einigen Tagen ereilte ihn der Tod, dieser allverheerende. Er raffre ihn hin ohne Schonung, wie er jeden Menschen mit sich fvrtreißt; sein Geist verließ die irdische i^ülle. Israel war nun wie eine Lande am Weinberge, ohne jegliche Stütze; ihr Schutzherr hakte sie verlassen, es härmte sich ab in Fasten, Weinen und Trauern, groß war Zuda's Wehklage. Auch ich erkrankte, Schmerz befiel mich ob der Trauer, in Grain und Leid ergoß sich meine Seele, dem Scaub, der Asche war ich gleich. An des verstorbenen Königs Stelle kam sein Sohn Johann II. zur Regierung. Er haßte die Närhe seines Vaters, haßte die, welche seinem Vater befreundet waren, die Granden des Reichs und seine nächsten Verwandten. Er faßte den schrecklichen Plan, sie unrer falschen Anschuldigungen zu tödten: er sprach nämlich zu denselben: „Ihr habt daS Leben verwirkt, denn Ihr habt Euch gegen mich verschworen, um mich an Spaniens Könige zu ver» rächen." Er ließ einen seiner vertrauten Minister tödren, aber dessen übrige Verwandten entgingen dem Tode kaum durch dle Flucht, denn sie fürchteten, daß auch ihr Loos kein besseres sein würde, wenn der Vornehmste in Folge eines so schmählichen Mordes gefallen. Der König zog nun ihre Ländereien und Güter e«n und vernichtete den ganzen Adel. Auch mir zürnte der König, obgleich ich kein Unrecht begangen, kein trügerisches Wort geredet, weil in den früheren, besseren Tagen ich diesen verfolgten Granden sehr zugethan war und sie meines Rarhes harrten. Harr fuhr mich der Herr des Landes an, wandte mächtig seinen Haß nur zu. und hielt mich für einen Verschworenen, indem er behauptete, daß Keiner Etwas unternähme, ohne seinen Nathscklag mir mirgerheilt zu haben, da ich innigst mir ihnen verbunden sei. Döswillige Leute, die nach meinem Unfall verlangten, nach meiner Habe dürsteten, verleumdeten mich, und dichteten mir Dinge an, die ich nie gedacht, die nie in meinem Herzen aufgekommen. Eine schadenfrohe Gesandschaft .wurde an mich abgeschickr, mit dem Aufträge, der König wolle mich u.- verzüglich sprechen. Zch folgte dem Befehle und wollte in die Stadt, wo der König thronte, hörre aber unterwegs von einem Manne, der in der Herberge mir von Vielen gegen Dick, Schrecken überall, nicht Wahrheit, nickt Gottesfurcht ist mehr im Lande, ich selbst sah es, wie die edelsten Männer vernichtet wurden, wenn sie auch nichts Böses begingen." Da dachte ich: der König ist habsüchtig, und wenn er meinen Tod herbeiführt, wer will zu ihm sagen, was rhuest Du? Was nützet mir Gold und Silber, sie können nur meinen Untergang veranlassen. Aecker, Weinberge, Häuser, erfüllr von köstlichem Gute? Nur trügen können sie mich; Reichthum ist aufbewahrr seinem Eigenthümer zum Unglück; besser ist'ö, das Dasein zu erhalten in Gottesfurcht, wenn auch beraubt, verarmt zu sein das ganze Leben lang. Daher verließ ich mein Haus, die Gattin, die Kinder, rettete mich Nachts allein, beraubt meines ganzen Vermögens. Als nun die Kunde von meiner Flucht vor den König gesaugte, schickte er nach allen Seiten hin Männer zu Fuß und zu Roß, welche mich einest Tag und eine Nacht verfolgten. Der Herr aber fchonre meiner, ließ mich nicht in ihre Hände gerathen, daß sie'mir Böses rhun Kastilien." ' ' (Beschluß folgt.)

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