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Der treue Zionswächter · 1846-10-20 · 42 (20.10.1846) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
42 (20.10.1846)
Date
1846-10-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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SSI Principien, mir reinen, unerschütterlichen Gesinnungen, die keinen weltlichen Rücksichten unterrhpn sind muß richtigen, redlichen Gemüthe, von einem großen lichten Gerste. Darum muß sich auch ob solcherAnmaaßung, ob solcher Verblendung das Herz eines jeden religiös Nachdruck entgegen zu eifern sich angefeuert fühlen, Schlagen wir forschend die Geschichte unsers Glaubens auf; von ihrem Anbeginn bis auf unsere Zeit, vergebens suchenwir ein Beispiel solcher Art, nie har cs ein wahrhaft Religiöser unternommen, sich auch nur über die leisesten Glaubensfragen so leicht hinwegzusetzen oder nach eigenmächtiger Erklärung und Deutung die göttlichen Gesetze zu modeliren. Blicken wir auf unfern großen Lehrer Moses, den vorzüglichsten aller Propheten, der doch der Quelle am nächsten war, und auch seiner eigenen Vernunft, seiner eigenen Ansicht einiges Zutrauen schenken konnte, war er wo! so vermessen, bei zweifelhaften Fällen seine eigene Meinung gellend zu machen? Nein, dazu war er zu gewissenhaft, dazu harre er einen zu großen Geist, um nicht die Gefährlichkeit eines solchen, nur auf menschliche Vernunft gegründeten Urrheils in Betracht der göttlichen Gesetze einzusehen und zu würdigen. Er legte vielmehr jedesmal die Entscheidung Gott selbst vor. So war es in Betreff der Peßachopfer, so bei dem Rechtsfalle der Töchter Zalvphchad's, so bei der Verurteilung des Lästerers und der Bestrafung des Hotzsammlers am Sabbath, so bei der Klage der Familienhäuprer Cilead's, die Verehelichung der Töchter Zalophchad's betreffend. Und wir sollten uns weiser dünken, als der göttlich begeisterte Gesetzgeber, mit Hintenansctzungdergöttlichen Tradition, dieser einzigen, uns noch ge- Schauen wir auf einen weit spateren Zeitraum unserer Geschichte, und suchen den im lalmudischen und philosophischen Wissen eine so hohe Stufe einnehmenden Maimonides auf. Wol bemühte er sich, servanz, die Wirksamkeit auf alle und jede Zeit, in allen und jeden Verhältnissen ab? Dagegen spricht sein großes kasuistisches Werk, worin er der Tradition so pünktlich folgt, und auch nicht einen einzigen Ausdruck wie z. B. »G LX was im Talmud nur von einem äußerst Frommen gerühmt wird. Was war aber die Ursache, daß sein ausaebreireres wissenschaftliches und philosopisches Forschen so unschädlich auf senir religiösen Gesinnungen, so unschädlich auf sein religiöses Wirken und Handeln war, weil er bei seinem Forschen nickt so befangen, so gewissensivsen Charakters war, bei solch' wichtigen Gegenständen d«e äußeren Verhältnisse, das Leben, das Materielle vorzugsweise zu beachten, weil er nicht heuchlerisch put der Voraussetzung darin einging, durch. Spitzfindigkeiten Erleichterung aufzusuchen, sondern weil lhn dabei nur rein göttliche Gesinnungen leiteten, nur echt religiöse Absichten bei ihm obwalteten, kurz, weil er eines lautern Gemürhes, eines lichten Geistes kheilhaftig war. Doch was soll dieses alles unfern Glaubensstümpern frommen, sie müssen ihn, trotz seines so ausgebreireten Wissens, trotz seiner so wunderbaren Geisteskraft dennoch für unwissend und geistesschwach erklären, denn er war ja standhaft gegen die Verlockun-

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