Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 41 (13.10.1846)
- Date
- 1846-10-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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die setzr, vom - Schein - der Fackeln beleuchtet, noch einen Augenblick Nachdenkens dastand, ohne auf hie demüthig-harrenden dienstbaren Geister zu achten, die tief gebückt. den Griff der selnde Gcmüthsbewegungen zogen wie Wetterleuchten über sein gebräuntes Gesicht. In seinen Zügen malten sich im entsetzlichsten Gemisch die größte Verworfenheit und die. erbärmlichste Feigheit, in seinen Mundwinkeln lauerte die Hinterlist der Schlange zugleich mit der kalten Grausamkeit der Hpänc. Auch hcn mich?-- . »Du bist ein unverschämter Schurke, Jerome k — --Ew. Eminenz, das weiß ich, das muß man aber heut zn Tage fern, um etwas Gescheites werdenzukönnen.—--' ob er allein ist.'-- . , - Mit einer Verbeugung entfernte sich der Diener. Bald kam er zurück. - »Mäuschenseelenallein, Eminenz; nicht einmal sein trennen; reines Feld.» »Du nimmst Dir viel heraus, Jerome, ich rathe Dir. Deine Zunge zu wahren; — sonst gicbts gewisse Mittel.—» »Ich weiß es. - —Und mit sarkastischem Lächeln schritt der Geistliche die Treppen hinauf. und gelangte' durch ' viele Eörribörs und Säle an das Cäbinrt dsS' Regenten,' 'Philipp von Orleans: der als zeitweilige höchste RekchKLUtorttät Arien Wohnsitz im Louvre aufgsschlagen hatten < : vor einem Tischchen, das mit Consitüren beladen war; eiw größerer^ mit Papieren.bedeckt war in. die, Ecke gerückt, . " Der' Regent war einschöner Mamr,- dessen - edle' Züge aber durch ein Gepräge-überragendev Sinnlichkeit alle: Würde eingMßt! hatten Es sprach sich zwar keine positive Bosheit, aber , hoch große Schwache und leichte Erregbarkeit auf seinem den, unstaten, vorwiegend epiküräischen Charakters, den das frivole' achtzehnte Jahrhundert unter der Bedeutung eines Oalantkiolnine, eines Mannes, wie die Zeit ihn wollte, zufammenfaßte. - - . . Langsam erhob sich die dicke/ ünbehülflich gewordene Gestalt etwas aus dem Lehnstuhl hervor. »Ah, guten Abend, Papa Dubois. - »Der Herr segne Dich, mein würdiger Sohn und Bruder in Christo.» Der Regent verfiel in ein bauchorschütterndes Lachen, -.Vortrefflich, heiliger Dubois, — s-iuma Vukolsie Und das Gelächter erschallte von beiden Seiten gleich lebhaft. «Aber wir haben wahrhaftig keine Zeit zum Lachen, die verdammte Aetiengeschichte kommt uns über den Hals.« , »Wenn sie uns nur nicht an den Hals kommt, königliche Hoheit l »Ja. Du hast gut reden. Nachdem Du und Dein geschoben habt, laßt Ihr mich darin sitzen und denkt: Weit vor'm Schuß ist gut. — Was soll ich machen? Frankreich fl' cht, Ihr Pfaffen heult über die sündige ZeitdasParlameu will sich zu Nichts verstehen^ und ich. — ich habe kein Gel?r Nein, auf Ehre, , ich habe Nichts, und wohersollt'tch'S haben?« »Der Regent sprang heftig auf und wandelte mit großen Schritten im Zimmer auf und ab. Dubois stellte sich ans Camin und summte die, Melodie von lVl-»U,i>r"Nkh vnt la mit der allergrößten. Gemüthlichkeit von der Welt. »Dubois, laßt Euer »erweitertes Summen,, »geht einen Rath — um aller Heiligen Willen, einen Nach!« »Mit Wonne will ich's chun. wenn mir Ew. Äönigl. Hoheit erlauben, die Sache erst in dürren Worte», ohne Schmeicheleien zn entwickeln, damit wir beide uns klar werden.»