Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 39 (29.9.1846)
- Date
- 1846-09-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2625941-2626092-2626132--0625-2628172- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
lauterste» moralische Gesinnung angekündigt. Wer hat zuerst die Idee eines Eides gefaßt, des Gebundeuseins durch eine bloße Wortversicherung, wer sie historisch bis in die ersten Urgänge der Schöpfung nachgewiesen? Juda's Thora, Judas Glaubensgcschichte in dem ersten Gottesschwur nach der SüNdfluth. Wer hat zuerst das Vertrauen zu dieser Heiligkeit bewiesen? Juda's Patriarch, der seines Kindes Wohl auf einen Eid in die Hand seines Haushälters legt (1. B M. 21). Welche Nation gründet die Verbindlichkeit alles ihres Gehorsames zu Religion und Gesetz auf einen Eid? Juda: -rvipi 22^12 heißt's bei aller Eollision mit dem Gesetze. Bei welchem Volke stehet der Eid so hoch, daß selbst ein unnützer Eid als Verbrechen betrachtet wird? Bei Juda, in Juda's Zehngeboten.*) Und diese Nation soll ein Gebet, ein Bekenntniß haben, vermöge dessen sie sich mir nichts, dir nichts von jedem noch so heiligen Eide entbindet, und dies noch dazu an dem auf's Feierlichste aller Absonderung von der Welt geweiheten Versöhnungstage beim mächtig erschütternden Beginn desselben? Welcher Thor glaubt Euch das? welche gläubige Seele, welches unverdorbene Herz weiß nickt, merkt nicht, daß gerad' im Gegentheil hier in der von außen mit Nacht umlagerten, und von innen mit den Flammen Hunderter Kerzen erhellter und feierlich geschmückter Synagoge, hier in der Mitte der größten Versammlung, bestehend aus Männern, wie aus Frauen, aus Kindern, wie aus Jünglingen und Greisen, aus dem Bettelarmen, wie aus dem Steinreichen, aus dem Altgläubigen wie aus dem neumodischen §a!änt komme, hier, wo die Zlnbeterim weißen /Sterbegewände stehen rnit-einem, Herzen, dasvonDemuth und Gottesfurcht, wie in wer., letzten Stunde, ernst gestimmt ist - -77, daß hier '. irr diesem G^isterreich auf , Esden, weun.Ier..ein.,guf. Schwur Md,HU.Bezilg tzq^enb-r Act.vorgehet, .dieser auch, wie ein Meutör.durchs ganze Jahr, durchs ganze Leben vor dernAuge der Seele stehen müsse? — Man. beichtet seine Sünden. und menschlichen Schwächen vor "Gott, dem Väter, män gedenkt ihrer reuig mit Thränen *) Die Übersetzung, des Gebotes: t'tX 're ',-i, lautet nach Onkelos und dem Talmud: du sollst an heiliger Stätte, und verspricht,. sie in Zukunft mit aller Kraft zu fliehest ststb'eH/.nHst die Hallen des verflossenen Lebens.' WZ '^niend^m,Aug' und zerrissenem Herzen dupchwajwclH und.-sich zn seiner Betrübniß den Flecken, /bestRiß.'/ ha,ynd.dort an« merkt, läßt man ssch , in der Vorderkalle nieder, in dem Porticus des handelnden Lebens, dem der Tönt durch Red' mW Wort. Da bei dem Wort beginnt der innere Geisi seine erste Hirküng nach außen, an die Lippe ist dep ^lnfängsfyden geknüpft der Verbindung zwischen Mensch und Welt, hier die Brücke geschlagen aus dem Gedankenreich in die Thatwelt hinüber, nun d a stellt sich der reuige Israelit am Angange seines Versöhnungsfestes hin, sagend: „Gott, habe ich im verflossenen*- Jahre mit dem W orte gefehlt — oder werd' ich es im künftigen Jahre — mit einem Worte, das ick mir vor Gott als Versprechen und Gelübde im Interesse eines eigenen Selbstes - meiner Tugend, Religiösitat und Sittlichkeit gegeben, und nicht erfüllt, so verzeihe, so wollest Lu ansehen das Versprechen als nicht überlegt genug in Rücksicht meines zn jenem Grade der versprochenen Tugend noch nicht reifen Seelenzustandes, auf dessen Hebung es ja allein abgezwcckt, gegeben, und mich wenigstens, wenn der Fortschritt unterblieben, von der schweren Sünde des nicht gehaltenen eidlichen Wortes —das im Schwure .gegen Andere unverzeihlich ist — hier, wo es m ich, nt ich allein betrifft^ entbinden. Wenn nun so feierlich, so innigst und rührend zim Verzeihung nicht gehaltener /Schwüre, Gelöbnisse. Vornahmen und Versicherungen im .Betreffe,, unsers eigenen Interesses am feierlichsten der Tage sind irst erschütterndsten der Mostrente zu' Gott geflehet Mrv — . eine Hülide. die .bei 'keiner, noch so -MssgÄ//.^)ir'd.^ wie, was erst MUß 'däs "Herz ^'rnpMpen sset'emem'^vym. Gesetze'äls stnanslösbstr ^befrachtetenSchwur, welche Schauer Müssen "Seefe'-»ürchfahreu..sirelche'ss. Zittern sichihr^r'bemächtigen,/wenn /sse'sich..m'sser^rlMrstng MirKkch ' auch, nur' des geringsten zweiftthäfteu Dergeheus :. *) Wir^ haben hier, was! dk^ dem WanMj «ntevsieMdM Idee weiter keinen ^Eintrag thut,. besdL Anfichten vereinigt, sowol..die. das '^1^ -2 aus das. verflossene, als die es qu'sis kommende. Jahr beziehende. Mehrcs Hierüber stehe im Mstst und ''2'^