Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 36 (8.9.1846)
- Date
- 1846-09-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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sM 303 lassen wollen, daß die tiefsten göttlichen Weisheiten und die höchsten!Probleme durch deine wilttührlichea Satzungen gelöss sind? Ach ungerechtesonderbare Jetztzeit! -In dir -wollen gar die: Blinden-die Sehenden der Täuschung beschuldigen. Aber deine Anmaßungen, Jetztzeit, lassen nichts unangetastet, sie wollen sich über alle dem Menschen eigene Kräfte erstrecken. So maßest du dir auch an, die schlummernden Kräfte der Orthodoxen geweckt zu haben , - damit sie die Feder rühren. D» irrest, wahrlich, du irrest sehr, denn siehe, so wie die Electricität stets vorhanden ist, und beständig ihre Wirkung äußert in der Athmosphäre; aber nur in ungewöhnlichen ZustäUden aus ihrer. Verborgenheit tritt, und ihre Feuerkraft unseren, Sinnen als leuchtende Blitze zu erkennen giebt, so ist das heilige Feuer aus dem Herzen der Gläubigen in leuchtende Blitze erschienen, um jenes fremde tödtende Feuer, welches man gewaltsam in das Heiligthum bringen will, zu verlöschen. Aber solche Kraftäußerung war früher in Israel niemals nöthig, denn, entstand zuweilen ein Kampf, so war er nicht so dreist» als in der Jctzzeit; das Geheiligte wußten die Kämpfer doch heilig zu halten, und die Angegriffenen konnten selbst während des Sturmes Brausen ruhen im Frieden ihres guten Bewußtseins, und stiller, himmlischer Friede ruhete auf ihrem Antlitz. Denn wahrlich, jeder Kampf war gelöst, bevor er sie erreichte. Der Jetztzeit aber ist nichts heilig, und ihre Jünger rüsten sich zu Kämpfen auf Leben und Tod. Sie wollen Israel den Lebensbaum entwinden, der vieltausendjährigenStütze berauben, unter dem heuchlerischen Vorwand, unsre unerschütterlich feststehende Religion zu kräftigen, unter der lügenhaften Erdichtung: die Religion Israels kränkelt. Und siehe doch, welche Heilmittel bietest du, heilende Jetztzeit dar?: Du bedienst dich nur stechender und schneidender Werkzeuge;- durch schneidende Worte und stechende Witze willst du heilige Gebote, Satzungen und Überlieferungen aus Israels Religion ausmerzen. Aber die 116 sind zusammengetreten, und sei es gewiß, Jetztzeit, alle deine verzweifelten Kraftäußerungen werden die Dämme der ruhigen Besonnenheit nicht zerbrechen, und jede bange Sorge schwindet in Israel, und jedes Gefühl der Furcht entfliehet. Ja, besonnen und ruhig ist bas Wirken der Frommen. Nicht schreiend, nicht aufdringend, die Stimme nicht auf offenen Platz erhebend. - .. - In. der festen,,-, ruhiges Überzeugung daß Zions, Grundstein - wohlbewahrt ist , eine kostbare Stütze, festgegründet und unerschütterlich. . M a g endo rf,. Anfangs August 7^. Pö-agogLsch^e Aphorismen (in Briefen) ,. mikgetheilt von 1L * * *. Fünfter Brief. - " Theuerster Freund! ' Nach dem bisher Erörterten hätte ich nur noch das Wirken in den mannigfachen Verzweigungen der menschlichen Tharigkeit und das Benehmen in den verschiedenen Berufsarren deS Lebens, als : Studium, Ackerbau, Handwerke u. s. w. zu geben, sowie die Mängel und Mißstände, die im Leben Vorkommen, darznstellen, nachdem wir unfern Zögling unser,r Grundder Erziehung durchgeführr, und ihn bis zum Emtrur ins öffentliche Leben varerlich unterstützt und begleitet haben. Nach langem Zögern jedoch, und da d-e Grundzüge bereits gegeben, habe ich mich veranlaßt gesehen, diesen Th.il nicht zu liefern, und auch von der Etucarton des Geschlechtes, das nicht minder einer religiösmoralischen Erziehung gewürdigt werden mnß, Umgang zu nehmen aus vielfachen Gründen. Wir ertauben uns, nur noch Folgendes zu bemerken: wenn wir nach gegebener Anleitung den rechten Weg gezeigt , wenn des Jünglings Kraft erstarkt ist, daß er nun selbstständig ins Leben eimreren kann, so wird er die gegebenen Vorschriften befolgen, den betretenen Pfad nicht verlassen. Gerarh er aber dennoch auf Abwege, suche er sich toSzureißen vom Gesetze, um einer unbedingten Freiheit sich chinzugeben, so ist hieran nur Schuld die Hinneigung zur Sinnlichkeit! und der grenzenlos verderbliche Egoismus , welche nur dem Umstände ihre Entstehung verdanken, daß man seine Wrllkühr nicht beschränkt, seine Neigungen nicht durch den göttlichen Willen geordnet und geleirer har. Hier ruft uns der Dichter zu: Aus des Jrrthums falschen Weiten Sammelt Euch und sucht bet Zeiten